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Vor aller Zeit [Gebundene Ausgabe]

Johannes Hösle
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 129 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 2 (28. November 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406461026
  • ISBN-13: 978-3406461026
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 12,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 805.939 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Johannes Hösle
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Es ist eine kleine, fest gefügte Welt, in die Johannes Hösle 1929 in Erolzheim hineingeboren wird. Der Vater arbeitet in der eigenen Werkstatt als Schuhmachermeister, die Mutter versorgt ihre zahlreiche Kinderschar, der Geldsegen im Hause ist nicht gerade üppig. Mit hellwachem Blick erkundet Johannes seine Umgebung und berichtet mit verschmitztem Unterton über das alltägliche Leben in den 30er Jahren in einem oberschwäbischen Dorf.

In der Schule sind Tatzen und Hosenspanner nicht ungewöhnlich, um die wilde Bande zu bändigen. Die Großmutter holt einmal im Monat ihre Rente von zehn Mark auf der Post ab. Fährt hin und wieder mit lautem Geknatter ein Auto durchs Dorf, erregt das schon ziemliches Aufsehen. Die Grenzen der dörflichen Welt sind eng gesteckt. Ein Ausflug nach Ulm ist für Johannes eine Sensation.

Das starke, allgegenwärtige Gerüst im Tages- und Jahresablauf gibt die katholische Kirche. Ein Sonntag ohne Messebesuch -- undenkbar. Und ein Tag ohne Gebet verursacht ein schlechtes Gewissen. Fällt das schon unter die Rubrik "lässliche Sünde" und wird mit Fegefeuer bestraft, oder handelt es sich bereits um eine "Todsünde"? Für einen kleinen Jungen ist das nicht leicht auseinander zu halten.

Johannes Hösle, der heute als emeritierter Professor für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität in Regensburg tätig ist, beschwört noch einmal seine Kindheit aus der naiven, kindlichen Sicht des kleinen Jungen herauf, dem der Schalk aus den Augen blitzt. Eine Zeit, die heute kaum mehr erinnert wird und unwiederbringlich der Vergangenheit angehört.--Manuela Haselberger

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"Am schlimmsten war es für die katholischen Missionare, wenn sie in Afrika irgendwo hinkamen, wo schon evangelische dagewesen waren. Die erzählten zwar auch ab und zu etwas von Jesus, aber ganz bestimmt nichts von der Heiligen Maria."

Dieses Buch ist ein wundervolles Buch, bei dem man nur so vor sich hin schmunzelt und doch immer wieder ins Grübeln kommt. Was Johannes Hösle hier gelingt, ist ein so atmosphärisch dichtes Bild des Lebens in einer rein katholischen Gegend in Südbayern, dass es einem schon manchmal den Atem verschlagen kann. Er macht dies immer liebevoll, niemals lächerlich, aber doch so humorvoll, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Um was geht das Buch? Johannes Hösle erzählt auf einem autobiografischen Hintergrund von seiner Kindheit in einem oberschwäbischen Dorf. Als Sohn des Schusters macht er so in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg seine eigenen Erfahrungen mit Glauben, Leben und Kirche. Dabei gerät er beim Gang durch das Kirchenjahr ins Fabulieren und Ausschmücken, aber gerade das macht dieses Buch so einzigartig. Immer hatte ich das Gefühl, direkt mit dabei zu sein in dieser scheinbar so vergangenen Welt, die doch noch gar nicht so lange her ist.

Jeder Evangelische wird seine Freude an diesem Buch haben und wird danach so manches über seine katholischen Geschwister gelernt haben. Und Katholiken können bekanntermaßen eh gut über sich und ihre eigene Kirche lachen und ihr trotzdem treu sein, so wie der Lausbub, der dieses Buch schrieb. --Christian Frühwald

Pressestimmen

Selten hat jemand das gängige Vorurteil gegen Professorenprosa eindrucksvoller widerlegt. Hätte der Autor nicht ziemlich viele unschöne Wortwiederholungen stehen lassen, man könnte sogar von einem kleinen Meisterwerk sprechen.

»Ein hervorragender Erzähler. [...] Eine Sinne und Fantasie ansprechende Welt.«
Rudolf Grimm in ›Frankfurter Neue Presse‹



»Ein Ton, der manchmal an Ludwig Thoma erinnert. [...] Die Beschreibung des Landlebens, die Erinnerung an eine schöne Kindheit, die es so nicht mehr geben kann, ist lustig und kein bisschen schmalzig geraten.«
Stefanie Holzer in ›Wiener Zeitung‹



Ein raffiniert schlichtes Lob des Herkommens.

Wohltuend unterscheidet sich seine Geschichte nicht nur sprachlich von anderer Erinnerungsliteratur, die seit dem Bestseller ›Herbstmilch‹ von Anna Wimschneider über die Verlage hereinbrach. Sie verdeutlicht auch, wie weit vor nur 70 Jahren ein Dorf bei Memmingen von einer Metropole wie Berlin entfernt war.

Ein bemerkenswertes Buch. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine exotische Kindheit in den Dreißiger Jahren in Erolzheim..., 19. Januar 2008
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
... und zwar seine eigene erzählt Autor Johannes Hösle. Diese Kindheit ist zwar erst rund siebzig Jahre her, das Leben in einem kleinen katholischen Dorf in den Dreißiger Jahren. nterscheidet sich jedoch erheblich von unserem und mutet bisweilen fremdartig bis exotisch an. Mit dem unvoreingenommenen Blick des Kindes verfolgt er den Jahreslauf und das katholischen Kirchenjahr, die Bräuche im Dorf, seine Familie und die Verwandtschaft. Hösles Erinnerungen sind aber keineswegs süßlich oder nostalgisch verbrämt sondern haben Witz und Biss. Statt Großmütterchenromantik nimmt der Autor die Kirche und den bigotten Lebenswandel scharf aufs Korn und es entgehen ihm auch die kleinen Schwächen der Mitmenschen nicht. Viele seltsame Gepflogenheiten und historische Entwicklungen lassen sich nach der Lektüre dieses Buches leichter verstehen.

Wer gerne ein intelligentes Buch in Großschrift lesen oder eines verschenken möchte, dem sei "Vor aller Zeit" wärmstens empfohlen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Nicht für jeden etwas, 10. Januar 2009
Das Buch wird ja wohl vor allem von Senioren gelesen. Ich habe es meiner Schwiegermutter zu Weihnachten geschenkt. Sie ist auf Großdruckbücher angewiesen und da gibt es halt recht wenig Brauchbares. Sie wurde von diesem Buch so gar nicht angesprochen, weil (und das muß man wissen) es durch alle Kapitel hinweg auf katholischen Bräuchen aufbaut. Den Satz hat sie sich angestrichen und den Kopf geschüttelt: "Am schlimmsten war es für die katholischen Missionare, wenn sie in Afrika irgendwo hinkamen, wo schon evangelische dagewesen waren. Die erzählten zwar auch ab und zu etwas von Jesus, aber ganz bestimmt nichts von der heiligen Maria. Und dann kam vielleicht noch einer, und der erzählte alles wieder anders, weil er von einer anderen Sekte war." Bei allem Verständnis für augenzwinkernden Schreibstil, aber so was findet halt nicht jeder unterhaltsam!
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