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Vor Gebrauch schütteln: Kein Roman Gebundene Ausgabe – 29. August 2011

8 Kundenrezensionen

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (29. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 335103363X
  • ISBN-13: 978-3351033637
  • Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 2,7 x 22,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 579.956 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Heinz Rudolf Kunze, Jahrgang 1956, ist sicherlich einer der erfolgreichsten Rockmusiker unserer Zeit. Seit den frühen achtziger Jahren verbindet er auf höchstem Niveau Rockmusik mit Sprachkunst. Über dreißig Alben und fast zwanzig Bücher hat er bisher veröffentlicht. Mit seiner Familie lebt er in der Nähe von Hannover. Bei Aufbau liegt sein Buch „Vor Gebrauch schütteln. Kein Roman“ vor; im Frühjahr 2014 erscheint „Manteuffels Murmeln“.


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Dachblick am 15. November 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Dieses Buch ist schwer zu benoten. Fünf Sterne lassen sich ebenso leicht begründen wie die Vergabe von nur einem Stern.

Eine gute Voraussetzung dafür, dass einem das Buch gefällt, ist mit Sicherheit, wenn einem als geneigter Leser auch die bisher vom Autor erschienen Kurzprosa-Texte erfreuen können.

Denn auch in diesem Buch findet man die für den Autor typische Textsammlung. Diesmal verfügen die Texte aber über formale und inhaltliche Zusammenhänge. Und natürlich findet sich in diesem Buch Kunzes bekannte Sprachakrobatik bzw. Sprachverrenkung.

Was ist nun der zentrale Inhalt dieses Nicht-Romans? Die Antwort lautet: Heinz Rudolf Kunze. Und daher ist die Bewertung des Buches auch davon abhängig, wie man zu dem Autor, richtiger formuliert, zu dessen Selbstwahrnehmung steht.

Kunze teilt seine Sicht der nichtigen und wichtigen Dinge mit. Aus dem selbstdefinierten Sein des Intellektuellen heraus, natürlich ausgestattet mit der richtigen Sicht.

Der klaren Aussage unwillig, bevorzugt er das Spiel mit der Sprache als Selbstzweck.

Überraschende Gedanken oder Erkenntnisse darf man nicht erwarten. Der Rezensent Thofrock hat in seiner Besprechung bezüglich der enthaltenen Gedankentiefe durchaus repräsentative Passagen aufgeführt. Daher verzichte ich an dieser Stelle auf das hinzufügen weiterer Zitate. Jedoch gibt das Buch dem Leser die Möglichkeit, das wohlige Gefühl mit dem Autor zu teilen, über die richtige Sicht der Dinge zu verfügen.

Die Schwierigkeit der Benotung begegne ich mit der salomonischen Vergabe von 3 Sternen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rainer Sauer am 2. September 2011
Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Insofern verspricht Heinz Rudolf Kunze mit seinem ersten Werk in literarischem Großfomat nicht zu viel. Dem aufbau-Verlag ist zu Gute zu halten, dass man hier einem Wortakrobaten wirklich freien Lauf gelassen hat. Man spürt beim Lesen förmlich, wie die Gedanken nur so aus des Künstlers Kopf hervorgesprungen sind. Herausgekommen sind viele Sätze, die sich in sich immer wieder drehen und zurückbewegen, um dann doch nach vorne zu stürmen bis zur nächsten Einkehr. So etwas kannte man bisher nur von Thomas Bernhard.

In sich geschlossen ist die Handlung allerdings nicht, so dass sich einem unvorbereiteten Leser auch nicht sofort die komplexe Gedankenwelt HRKs erschließt, der man anmerkt, wie sehr Kunze während seines Philosophie-Studiums von Baruch Spinoza gelernt hat. In der Welt dieses Buches - besser noch: in seinem Universum - kommen Horst Lichter und Erika Berger ebenso vor wie Alice Schwarzer (Kunze nennt sie "Die einzige Hexe, die nicht rehabilitiert zu werden braucht."), Uli Hoenes und viele, viele Musiker.

Man kann dem Autor zudem nicht absprechen, dass er aus seinem Philosophie- und Gemanistikstudium auf Lehramt, sowie seiner bisherigen und höchst erfolgreichen Texterei für Musikalben und Musicals, eine gewisse Affinität für das analytisch Belehrende entwickelt hat. Sogar vor eigenen Sätzen macht er im Buch nicht halt und zeprflückt diese immer wieder in ihre Einzelteile.

"Vor Gebrauch schütteln" ist kein wirklich unterhaltsames Buch, aber eines, das sich Literaturfreunde für stille Winterabende am offenen Kamin vormerken sollten. Bei Nichtgefallen bietet sich dort zudem auch noch eine andere Verwendung für das Werk.
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Format: Gebundene Ausgabe
Warum sich der Verlag mit dem Aufdruck "Kein Roman" für das Werk geradezu entschuldigt, weiß ich nicht. "Kein Roman" - das ist doch super! Wer will denn noch Romane? Die Texte und Reflexionen zur Zeit und zur eigenen Befindlichkeit, die uns Kunze da in leicht verdaulichen Häppchen serviert, sind die ideale Lektüre, nicht nur für zwischendurch. Man mag aufschlagen, wo man will, irgendetwas wird man immer finden, das einen berührt und uns Person und Zeitgeschichte näher bringt. Denn der Autor hat viel erlebt und viel zu sagen.
Warum also nur 3 Sterne? Viel zu sagen zu haben, heißt nicht, alles sagen zu können. Kein gnädiger Lektor erspart uns langweilige Träume und Tagträume nebst Schwurbeleien, die einfach nicht gedruckt gehören. Warum belästigt Kunze den hilflosen Käufer mit solchem Quark, wo z.B. "stumme Debatten" auch noch "moderiert" werden, z.B. und zwar ausdrücklich von "Engeln", und keiner wissen kann, was das wohl bedeuten soll.
So schwankt das Niveau doch sehr stark zwischen geistreich Erhellendem wie z.B. der Frage, ob wohl jemals ein Mensch das Entstehen eines Maulwurfhügels beobachtet haben mag, und Allerweltsottisen der Art, dass jeder sich "um seinen eigenen Dreck" kümmern möge - was um so peinlicher ist, weil Kunze sich daran ja nicht mal selber hielt (siehe den Fall von Christian Wulff).
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Thofrock am 8. September 2011
Format: Gebundene Ausgabe
Wie soll man dieses Buch in wenigen Sätzen beschreiben? Für die, die HRK nicht, oder nur als Musiker kennen, wäre mir solch ein Vorhaben zu schwer.
Für den Kunze-Kenner, der bereits den einen oder anderen seiner zahlreichen Textbänden kennt, literarische Formate von ihm besucht hat, oder sich auch nur an Sprechtexte aus seinen Konzerten erinnert, scheint es möglich.

Es gibt am Anfang von KunzeŽs Karriere auf dem ersten Livealbum dieses wunderbare Stück "Zeitbombe", das mit minimalistischer musikalischer Untermahlung eine Abfolge von Sprechversen zusammenhält.
Etwa so beginnt dieses Buch. Dabei bleibt es aber natürlich nicht. Die meist für sich abgeschlossenen Absätze, die nur scheinbar zunächst unstrukturiert wirken, nehmen an Zeilenanzahl und Sprachgewalt zu. Und sie verwandeln sich zunehmend in Texte, wie sie auch in früheren Büchern des Autors zu finden waren. Dort nur eben wirklich unstrukturiert.
In "Vor Gebrauch schütteln" kann man bei intensiverer Beschäftigung zahlreiche Zusammenhänge herstellen. Absätze, die thematisch sortiert auftreten, Absätze, die sich auf vorangegangene beziehen, Absätze, die sich ins Gesamtbild wie Puzzelteile einfügen.

Für mich bewegt sich das Buch zwischen den Grenzpolen "Der Stimmenimitator" von Thomas Bernhard (eine für Bernhard eher untypische Sammlung von kurzen Texten), "Paare, Passanten" von Botho Strauß (eine ähnlich aufgebaute Sammlung von Beobachtungen, die scheinbar zusammenhanglos sind) und eben ganz viel Kunze. Und der nimmt, wie gewohnt, kein Blatt vor den Mund.
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