Namen wie Samuel Eton`o, Didier Drogba und El-Hadji Diouf sprechen für sich. Afrika ist im internationalen Fußball, wie man heute so schön sagt, »angekommen« und »gut aufgestellt«. Zudem müssen sich inzwischen auch europäische Mannschaften warm anziehen, wenn sie auf dem Rasen auf Gegner aus Ghana, Nigeria, Kamerun oder von der Elfenbeinküste treffen. Doch was wissen wir vom Fußball in Afrika? In der Regel nichts. Dabei ist der Fußball in Afrika in jeder Hinsicht »zauberhaft«.
Pünktlich zur diesjährigen Fußball-WM in Südafrika hat Oliver Becker ein Buch vorgelegt, das die meisten Leser verblüffen dürfte. In der Nacht bevor sie zum Match antreten, geben sich viele afrikanische Fußballteams bizarren Ritualen auf Friedhöfen hin. Mit Löwenfett und Affenpfoten, Zaubertrank und Beschwörungsformel versuchen die Spieler, die Dämonen gnädig zu stimmen und der gegnerischen Mannschaft zu schaden. Nicht selten wird auch das Fußballfeld heimlich mit verzauberten Eiern präpariert.
Wer darüber lächelt, sei daran erinnert, daß wir alle abergläubisch sind, die Unterschiede sind allein graduell. Man könnte sagen, daß jeder auf seine Art abergläubisch ist. Außerdem sollten wir nicht vergessen, daß wir Europäer jahrtausendelang kultische Bräuche gepflogen haben, die an Bizarrerie weit über die vergleichweise harmlosen Fußballriten der Afrikaner hinausgehen.
Oliver Becker ist durch packende Veröffentlichungen in Presse und TV aufgefallen, die sich mit Afrika, aber auch mit Ritualmorden in Deutschland beschäftigen. Mit »Voodoo im Strafraum« hat er ein spannendes Werk verfaßt, das viele Leser zum ersten Mal mit einer Materie konfrontieren dürfte, an der sich noch viele Sportwissenschaftler, Ethnologen und Afrikanisten die Zähne ausbeißen werden. Zudem ist das Buch unerhörter und spannender als die meisten Fantasy-Romane.