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Voodoo
 
 
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Voodoo [Taschenbuch]

Nick Stone , Heike Steffen
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (72 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Schnell, düster, coole Schreibe, spannende Story, prägnanter Schauplatz – ‚Voodoo’ ist ein Thriller, der im Kopf immer noch weitergeht. Max Mingus hat das Zeug zum Kultermittler! Wenn Nick Stone so weiterschreibt, wird er die Bestsellerlisten stürmen – ganz ohne Voodoo." (Bild am Sonntag )

„Wenn ein Roman mit dem ‚Steel Dagger’ als bester Thriller des Jahres ausgezeichnet wurde, dann hat das schon was zu bedeuten, noch dazu, wenn es ein Debüt ist.“ (Buchkultur )

„Diese gelungene Verschmelzung von Krimihandlung und literarisch bearbeiteter Realität ist es, die ‚Voodoo’ zu einem Romankandidaten machen, den sogar das strenge Feuilleton mit Wohlwollen registrieren könnte.“ (Krimi-Couch.de )

Kurzbeschreibung

Schwarze Magie und verschwundene Kinder vor der Kulisse des geheimnisvollen Haiti

Es ist ein Auftrag, den Privatdetektiv Max Mingus nicht ablehnen kann: Zehn Millionen Dollar bietet ihm der Milliardär Allain Carver, wenn Max dessen Sohn findet. Von dem kleinen Charlie fehlt seit über drei Jahren jede Spur, und er ist nicht das einzige Kind, das auf Haiti verschwunden ist. In dem Land des Voodoo und der schwarzen Magie kursieren zahllose Geschichten über die mythische Figur des Mr. Clarinet, der seit dem 18. Jahrhundert Kinder auf der Insel stehlen soll. Doch die Wahrheit ist weit schockierender als die Legende – und die Gefahr zu kennen, heißt nicht, dass man den Morgen erleben wird …

Als bester Thriller des Jahres mit dem Steel Dagger ausgezeichnet.

Klappentext

»Die Suche nach dem nächsten 'großen Ding' ist im Literaturgeschäft eine unsichere Sache. Aber mit Nick Stones Roman dürften wir es gefunden haben.«
Observer

»Das Aufregendste am Schreiben von Rezensionen ist, dass einem bisweilen ein echtes Meisterwerk in die Hände fällt. Und 'Voodoo' ist so eines. Es erinnert unter anderem an 'Angel Heart' (verfilmt mit Mickey Rourke), und selbst jetzt, lange nachdem ich die letzte Seite verschlungen habe, verfolgt mich diese Geschichte. Sie schleicht sich in meine Träume und lässt mich Schweiß bedeckt aus dem Schlaf hochschrecken. Glauben Sie mir: Dieser Roman ist wahrlich unheimlich, aber Sie werden ihn nicht mehr aus der Hand legen können. Das letzte Buch, das mich so gepackt hat, war Thomas Harris' 'Roter Drache'. Muss ich noch mehr sagen?«
january magazine

»Brillant. Danken Sie den Thriller-Göttern! Voodoo' ist ein so klassischer Pageturner, dass Sie sich die Finger am Papier schneiden und beim atemlosen Umblättern Verbrennungen erleiden werden. Wenn Sie unheimliche Thriller mit einem Hauch Übernatürlichem mögen, dann wird dieser Roman all Ihre Erwartungen erfüllen - und noch mehr.« The News»Brillant. Danken Sie den Thriller-Göttern! Voodoo' ist ein so klassischer Pageturner, dass Sie sich die Finger am Papier schneiden und beim atemlosen Umblättern Verbrennungen erleiden werden. Wenn Sie unheimliche Thriller mit einem Hauch Übernatürlichem mögen, dann wird dieser Roman all Ihre Erwartungen erfüllen - und noch mehr.«
The News

Über den Autor

Nick Stone wurde 1966 im englischen Cambridge geboren. Sein Vater ist der renommierte Historiker Norman Stone, seine Mutter entstammt einer der ältesten Familien Haitis, den Aubreys. Nick Stone verbrachte seine frühe Kindheit in Haiti, bevor er 1971 nach England zurückkehrte. Ein späterer einjähriger Aufenthalt in Haiti inspirierte ihn schließlich zu seinem Debütroman „Voodoo“. Das Werk begeisterte Leser wie Kritiker und wurde als bester Thriller des Jahres mit dem Steel Dagger sowie dem Debut Thriller Award ausgezeichnet und erhielt den Macavity Award für das beste Romandebüt. „Der Totenmeister“ ist Nick Stones zweiter Roman mit Max Mingus, ein dritter ist bereits in Vorbereitung. Der Autor ist verheiratet und lebt in London.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

New York City, 6. November 1996
Zehn Millionen Dollar, wenn er das Wunder vollbrachte und den Jungen lebend nach Hause holte, fünf Millionen, wenn er nur die Leiche brachte, und noch mal fünf, wenn er die Mörder gleich mitlieferte - ob tot oder lebendig, war egal, solange nur das Blut des Jungen an ihren Händen klebte.
Das waren die Bedingungen, und sollte er sie akzeptieren, war das der Deal.
Max Mingus war Polizist gewesen, bevor er sich als Privatdetektiv selbstständig gemacht hatte. Vermisstenfälle waren sein Spezialgebiet, Menschen aufzuspüren sein Talent. Viele hielten ihn für den Besten in der Branche - zumindest bis zum 17. April 1989. An diesem Tag hatte er auf Rikers Island eine siebenjährige Haftstrafe wegen Totschlags angetreten und seine Lizenz für immer verloren.
Allain Carver war seither sein erster Kunde. Carvers Sohn Charlie wurde vermisst, und man ging davon aus, dass er entführt worden war.
Im besten Fall, wenn alles nach Plan lief und es für alle Beteiligten ein Happy End gab, bot sich Max hier die Aussicht, als zehn- bis fünfzehnfacher Millionär in den Sonnenuntergang zu reiten.
So weit, so gut, aber jetzt der Haken:
Die Familie lebte in Haiti.
»Haytee?«, fragte Max, als hätte er nicht richtig gehört.
»Ganz genau«, antwortete Carver.
Scheiße.
Was ihm zu Haiti einfiel: Voodoo, AIDS, Papa Doc, Baby Doc, Bootsflüchtlinge und, neuerdings, die amerikanische Militärintervention namens Operation Restore Democracy, die er im Fernsehen verfolgt hatte.
Er kannte einige Haitianer - oder hatte sie gekannt -, die in Amerika im Exil lebten und mit denen er in seiner Zeit als Bulle bei Ermittlungen zu einem Fall in Little Haiti, einem Stadtviertel Miamis, zu tun gehabt hatte. Sie hatten wenig Gutes über ihre Heimat zu berichten gewusst - »hartes Pflaster« war noch der netteste Kommentar gewesen.
Dabei hatte er die meisten Haitianer in guter Erinnerung. Aufrichtige, redliche, hart arbeitende Menschen, die sich in Amerika an einem Ort wiedergefunden hatten, den ihnen niemand neidete: am untersten Ende der Nahrungskette, südlich der Armutsgrenze, mit reichlich Boden gutzumachen.
Das galt für die meisten Haitianer, die er kennengelernt hatte. Doch es gab natürlich Ausnahmen von der Regel. Ihnen hatte er weniger schlechte Erinnerung als vielmehr Wunden zu verdanken, die niemals ganz verheilten und die schon bei der kleinsten Berührung wieder aufgingen.
Also eher keine gute Idee, das Ganze. Er war gerade erst aus einem ziemlich üblen Dreckloch gekommen - warum gleich zum nächsten rennen?
Wegen des Geldes. Darum.
Charlie wurde seit dem 4. September 1994, seinem dritten Geburtstag, vermisst. Seither hatte es kein Lebenszeichen von ihm gegeben. Keine Lösegeldforderungen, keine Zeugen. Die Carvers hatten die Suche nach dem Jungen nach zwei Wochen einstellen müssen, weil die US-Armee ins Land einmarschiert war und die Bevölkerung mit Ausgangssperren und Reisebeschränkungen praktisch unter Arrest gestellt hatte. Erst Ende Oktober war die Suche wieder aufgenommen worden, und da waren sämtliche Spuren, die von Anfang an eher kalt gewesen waren, bereits komplett überfroren.
»Eines sollte ich noch erwähnen«, sagte Carver zum Schluss. »Die Aufgabe ist nicht ganz ungefährlich. Sagen wir - sehr gefährlich.«
»Soll heißen?«, fragte Max.
»Ihre Vorgänger sind . ^ Es ist nicht gut für sie gelaufen.«
»Sie sind tot?«
Carver schwieg einen Augenblick. Sein Gesicht war fahl geworden.
»Nein. Nicht tot«, sagte er schließlich. »Schlimmer. Viel schlimmer.«
Erster Teil
Ehrlichkeit und Offenheit waren nicht immer das Mittel der Wahl, aber wenn es ging, zog Max sie dem Reden um den heißen Brei vor.
»Ich kann nicht«, verkündete er Carver.
»Sie können nicht, oder Sie wollen nicht?«
»Ich will es nicht, weil ich nicht kann. Es hat keinen Sinn. Sie erwarten von mir, ein Kind zu finden, das seit zwei Jahren vermisst wird, und das in einem Land, das ungefähr zur selben Zeit in die Steinzeit zurückgefallen ist.«
Carver rang sich ein winziges Lächeln ab, das Max zu verstehen gab, für wie unkultiviert man ihn hielt. Außerdem verriet es, mit welcher Kategorie Reichtum er es hier zu tun hatte. Es war nicht einfach Geld, sondern altes Geld - die schlimmste Sorte, mit den besten Verbindungen in alle Richtungen: mehrgeschossige Banktresore, riesige Aktienvermögen, hochverzinsliche Offshore-Konten, per du mit allen, die irgendwo irgendwas zu sagen hatten, und genug Macht, einen zu zerquetschen wie eine Fliege. Solchen Leuten schlug man keine Bitte ab.
»Sie haben schon sehr viel schwierigere Aufgaben gemeistert. Sie haben . ^ Wunder vollbracht«, sagte Carver.
»Ich habe noch keinen Toten zum Leben erweckt, Mr. Carver. Ich hab sie nur ausgegraben.«
»Ich bin auf das Schlimmste gefasst.«
»Wenn dem so wäre, würden Sie jetzt nicht mit mir reden«, sagte Max. Und bereute seine Unverblümtheit. Sein einstiges
Taktgefühl war im Knast durch Ruppigkeit ersetzt worden. »In gewisser Weise haben Sie recht. Ich habe in meinem Leben einige Höllenlöcher durchkämmt, aber es waren amerikanische Höllenlöcher, und es gab immer einen Bus zurück nach draußen. Aber Ihr Land kenne ich nicht. Ich bin nie da gewesen, und - mit allem Respekt - ich wollte nie hin. Herrgott, die sprechen nicht mal Englisch da.«
Woraufhin Carver ihm von dem Geld erzählte.
Max hatte als Privatdetektiv nicht gerade ein Vermögen gemacht, aber er hatte sich ganz gut geschlagen - hatte genug verdient, um über die Runden zu kommen und sich das eine oder andere Extra leisten zu können. Die finanziellen Dinge des Lebens hatte seine Frau geregelt, die Wirtschaftsprüferin war. Einen ansehnlichen Teil des Geldes hatte sie für schlechte Zeiten auf drei Sparkonten deponiert. Außerdem besaßen sie Anteile an der L-Bar, einem gut laufenden Yuppie-Schuppen in der Innenstadt von Miami, der von Frank Nunez geführt wurde, einem ehemaligen Polizisten und Freund von Max. Das Haus und die beiden Autos gehörten ihnen, sie waren dreimal im Jahr in Urlaub gefahren und einmal im Monat schick essen gegangen.
Max brauchte nur wenig Geld für sich. Seine Kleider - für die Arbeit und besondere Gelegenheiten Anzüge, ansonsten Freizeithose und T-Shirt - waren immer geschmackvoll, aber selten teuer. Sein zweiter Fall war ihm da eine Lehre gewesen: Sein 500-Dollar-Anzug hatte Blutflecken abbekommen, und er hatte ihn der Kriminaltechnik übergeben müssen. Die wiederum hatte ihn an den Staatsanwalt weitergereicht, der ihn dann vor Gericht als Beweismittel D präsentierte.
Max schickte seiner Frau jede Woche Blumen, überschüttete sie zum Geburtstag, zu Weihnachten und zum Hochzeitstag mit Geschenken und war auch seinen besten Freunden und seinem Patenkind gegenüber großzügig. Süchte hatte er keine. Mit dem Rauchen und Kiffen hatte er aufgehört, als er den Polizeidienst an den Nagel gehängt hatte. Nur mit dem Alkohol hatte es etwas länger gedauert. Der einzige Luxus, den er sich gönnte, war Musik. Er besaß fünftausend CDs, Schallplatten und Singles - Jazz, Swing, Doowop, Rock'n'Roll, Soul, Funk und Disco -, und er kannte jede einzelne Note und jeden Text auswendig. Die größte Summe, die er für sein Hobby jemals ausgegeben hatte, waren die vierhundert Dollar gewesen, die er bei einer Auktion für ein handsigniertes Doppelalbum von Frank Sinatras In The Wee Small Hours Of The Morning hingeblättert hatte. Er hatte es gerahmt und in seinem Arbeitszimmer gegenüber dem Schreibtisch aufgehängt. Als seine Frau ihn darauf angesprochen hatte, hatte er ihr erzählt, er habe die Scheibe billig auf einem Flohmarkt in Orlando ergattert.
Alles in allem war es ein angenehmes Leben gewesen, das einen glücklich und fett und mit der Zeit immer konservativer machte.
Doch dann hatte er in der Bronx drei Menschen getötet, und sein ganzes Leben war aus der...
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