Max Mingus, ein frisch aus dem Gefängnis entlassener Ex-Polizist und Privatdetektiv, erhält einen Auftrag, den er nicht ablehnen kann: er soll die rätselhafte Entführung des 3-jähirgen Sohnes einer der einflussreichsten Familien Haiti's klären. Max kommt dieser Job gerade gelegen, nicht nur wegen der Aussicht auf eine üppige Belohnung, sondern auch, weil er sich erhofft, so weit weg von Zuhause einen Schlussstrich unter seine verkorkste Vergangenheit und den Tod seiner Frau, den er nicht verdauen kann, setzen zu können.
Der Titel des Buches wie auch der Ausschnitt auf dem Buchrücken sind klassischer Etikettenschwindel, wer eine Geschichte erwartet, in der Voodoo-Riten bzw. Okkultismus die Hauptrolle spielen würden, wird wohl ziemlich enttäuscht werden.
Wer sich jedoch einen Krimi unter dem exotisch-mystischen Hintergrund Haitis mit dazugehörigen Ausschweifungen in die Geschichte des Landes bis zurück in die Kolonialzeit erwärmen kann, dem kann man dieses Buch nur empfehlen. Man merkt schnell, dass der Entführungsfall lediglich dem Aufdecken einer weitaus größeren und spektakuläreren Geschichte dient. Diese kommt dann auch entsprechend etwas übertrieben und konstruiert daher, dies schadet jedoch keinesfalls der Spannung.
Ein bisschen Geduld sollte man als Leser schon mitbringen, da die Story eine gewisse Anlaufzeit benötigt, in der die Charaktere jedoch umso ausführlicher erläutert werden und dies somit dem weiteren Verlauf zugute kommt, Langeweile ist bei mir bei den gesamten 600 Seiten kein einziges Mal aufgekommen.
Man kann nur hoffen, dass die Ankündigung des Verlages, dass dies erst der Beginn einer ganzen Serie um den Privatermittler Max Mingus wäre, tatsächlich umgesetzt wird. Denn dieses Buch macht durchaus Lust auf mehr.
Fazit: für alle Krimi-Fans ohne Einschränkungen empfehlenswert, für Mystery -Freunde nur bedingt!