Auf „Vodoo Man" macht Fred Bigot jetzt richtig einen auf Rock'n'Roller. Neben den immer schon deutlich hörbaren Referenzen zum Electro-Rock von Suicide wirft der inzwischen in Berlin lebende Franzosen alle erdenklichen Stilvorlagen zwischen Garage-Rock, 60s- und 70s-Obskuritäten mit in den Elektronik-Mix. Gleich beim Opener „Dans Les Lois" gibt's Gesang, der lasziv über folkiger Schrammelgitarre, teuflisch pochenden Synth-Toms und schön surfmäßig verhallter E-Gitarre schwebt und klingt wie Lou Reed auf einem LSD-Trip. Andere Tracks, andere Drogen. „Non" ist zackig-schnell, blitzböse und mörderisch verzerrt im Bassbereich, während „Flesh & Accessoir" mit Gastauftritten von Snax und Gesang von Captain Comatose klingt wie ein David-Lynch-Soundtrack aus einer Parallelwelt mit einem androgynen Iggy Pop am Mikrofon. Bei „Wap Doowap" regieren die „Pulp Fiction"-Surf-Gitarren, während der teuflische Basslauf auf „Savage Cat" so zerknautscht und abgewetzt wirkt wie eine Lederjacke nach einer Nacht im Bierschlamm. Als atemberaubende Fusion aus stiernackigem Rock und deliriösem Glam-Pop schlägt „Vodoo Man" überall dunkle Funken. Ein großartiges Album, bei dem nur ansatzweise vorstellbar ist, wie komatös und vollkommen verschwitzt das Ganze erst live abgehen muss.