Der Film von Henning Christoph zeigt wahrhaftig äußerst seltene Einblicke in die Praxis westafrikanischen Voudous. Dabei haben mich insbesondere die bildgwaltigen Aufnahmen überrascht, die ich von ethnologischen Filmen bisher nicht kannte. Was dann aber doch recht entäuscht, ist das zusammengewürfelte Allerlei aus unerschiedlichsten Ritualen, die über halb Westafrika zerstreut praktiziert werden. Die Kommentarlosigkeit des "ethnologischen" Films zeigt hier seine größte Schwäche: Der Zuschauer wird verständnislos alleine gelassen. Insbesondere weil Christoph sehr befremdliche bis schockierende Szenen zeigt, die durchaus einer Erklärung bedürfen. Warum zum Beispiel zeigt der Film einen nackten Mann, der Gräser von den Büschen kaut und was hat es mit den vermummten Gestalten im Dschungel auf sich?
Verständnis des Fremden zu vermitteln schneint nicht das Ziel dieses Films zu sein. Ganz im Gegenteil legt der Autor offenbar Wert darauf, ein möglichst spektakuläres und wildes Bromborium aus skurrilen und befremdlichen Aufnahmen zusammen zu fügen. Unterstrichen wird dieser Eindruck durch wenigen silistischen Mittel, deren sich Chrisoph in einigen Szenen bedient. So zeigt er beispielsweise eine in Trance geratene Christin, deren Augen sich verdrehen, bis nur noch das Weiße zu sehen ist ' der O-Ton setzt aus, bis nur noch ein unheimliches Brummen zu hören ist. Die Trance erreicht Ihren Höhepunkt, das Gesicht der Frau verzerrt sich zu einer beängstigenden Grimasse und just in diesem Moment setzt auch der O-Ton wieder ein, nur um den markerschütternden Schrei der Frau auf den Zuschauer los zulassen. Das war's ' keine nähere Erläterung des Geschehens.
Fazit:
Wer sich bereits theoretisch oder praktisch mit afrikanischen Religionen und insbesondere Voudou beschäftigt hat, dem bietet dieser Film interessantes Anschauungsmaterial. Wer aber ein kompleer Laie auf diesem Gebiet ist und gerne mehr über dieses Thema lernen möchte, dem sei dieser Film nicht empfohlen. Dazu bietet er zu viele befremdliche bis erschreckende Eindrücke und zu wenige wissenschaftlich fundierte Erklärungen.