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Von seltenen Vögeln
 
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Von seltenen Vögeln [Gebundene Ausgabe]

Anita Albus
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 3., Aufl. (Dezember 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100006208
  • ISBN-13: 978-3100006202
  • Größe und/oder Gewicht: 24,4 x 17,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 382.449 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Anita Albus
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Anita Albus hat ein faszinierendes und bewegendes Buch über ausgestorbene und gefährdete Vogelarten geschrieben, eine Art Vogelthriller, in dem sich Natur- und Kriminalgeschichte mischen. Anschaulich schildert sie die wundersamen Liebesspiele der Vögel, ihre Balz, ihre Schönheit. In Wort und Bild stellt sie dar, dass das Aussterben der Arten nicht nur als Naturverlust, sondern, wesentlicher, als Kulturverlust zu beklagen ist, denn mit jeder verlorenen Spezies geht eine ›Welt‹ unter, die sich im menschlichen Geist – in den Künsten, der Mythologie, der Wissenschaft – gespiegelt hat. Ihr Buch wird für gelehrte wie für ›naive‹ Vogelliebhaber eine gleichermaßen spannende und unterhaltsame Lektüre sein.

Mit Abbildungen und zwei Falttafeln.

Über den Autor

Anita Albus, geboren 1942 in München, studierte in Essen-Werden Graphik und begann ihre künstlerische Karriere als Autorin von Kinderbüchern. Berühmt wurde sie vor allem durch ihre minutiös gemalten Naturdarstellungen, von Pflanzen, Vögeln, Schmetterlingen, die vielfach ausgestellt wurden, zuletzt in Hessischen Landesmuseum Darmstadt 2004. Neben der Malerei hat sich Anita Albus auch der Literatur gewidmet, als Autorin von Erzählungen (u.a. ›Liebesbande‹), Romanen (u.a. ›Farfallone‹) und einer Reihe von kunsthistorischen Essaybänden - ›Die Kunst der Künste‹, ›Paradies und Paradox‹ u.a. -, die zu Kultbüchern wurden. Für ihr vielseitiges künstlerisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay (2004).

Anita Albus lebt in München und in Burgund.


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Vögel haben die Menschen aller Zeiten fasziniert. Die Schönheit ihres Gesanges, die farbenprächtigen Gefieder, die Anmut und Eleganz der Bewegungen und - vielleicht mehr als alles andere - die Fähigkeit zu Fliegen, haben ihre Phantasie beschäftigt. In der nordischen Götterwelt beispielsweise trägt Odin zwei Raben als Zeichen der Weisheit bei sich. In Mozarts Zauberflöte" wünscht sich Papageno ein Netz, mit dem er nicht nur Vögel, sondern auch Mädchen einfangen kann. Eine moderne Fluglinie schließlich versinnbildlicht den Traum vom Fliegen, von Fernweh und Freiheit, mit dem Kranich. Es ist offensichtlich: Menschen begeistern sich auch deshalb für Vögel, weil sie sich als Projektionsflächen ihrer Wünsche eignen. Damit aber haben sie ein Motiv - und es ist sicher nicht das schlechteste -, um Vögel zu schützen und zu bedauern, wenn sie verschwinden.

In den letzten 400 Jahren sind mindestens 150 Vogelarten ausgestorben. Insgesamt zehn bereits untergegangene und bedrohte Vogelarten werden von Anita Albus vorgestellt und beschrieben. In einzelnen Essays verbindet sie historische Berichte, wissenschaftliche Erläuterungen und poetische Nachdichtung der Lebensweise dieser Vögel. Illustriert werden sie durch allesamt sehr ästhetische Abbildungen aus historischen Werken zur Ornithologie, ergänzt durch Bilder der Autorin selbst. Bei den ausgestorbenen Vogelarten werden Wandertauben, Karolinasittiche, Riesenalke und die farbenprächtigen Aras gewürdigt. Unter den gefährdeten sind es Waldrappe, Wachtelkönige, Nachtschwalben, Schleier- und Sperbereulen sowie Eisvögel. Ergänzt werden die Essays durch die Übersetzung eines einleitenden Kapitels aus der Naturgeschichte der Vögel des französischen Naturforschers Georges Buffon aus dem Jahr 1770. Man kann diesen sehr interessanten Text Über die Natur der Vögel" auch ohne moderne Erläuterungen lesen, aber Hinweise auf das Leben und Werk von Buffon, der einer der bedeutendsten Biologen überhaupt war, wären sicher nützlich gewesen. Zu bezweifeln ist auch, dass die Mehrzahl der Leser weiß, dass es sich bei den vierfüßigen Tieren", von denen ständig die Rede ist, um nichts anderes handelt als um Säugetiere. Hier scheint die Autorin selbst verwirrt, denn sie schließt die Fledermäuse aus, obwohl Buffon sie im Text explizit als Vierflüßler nennt (S. 243 Fn., bzw. S. 264).

Von seltenen Vögeln ist ein schönes Buch und es enthält eine Fülle interessanter Informationen über die besprochenen Vogelarten, ihre Ausrottung ebenso wie über verfehlte und gelungene Schutzmaßnahmen. Und doch hinterlässt es einen zwiespältigen Eindruck, seine demonstrative Naivität wirkt nicht echt, sondern gezwungen. Am deutlichsten wird dies im Nachwort der Autorin, in dem sie sich zu einer wütenden Polemik gegen die moderne Hirnforschung und Evolutionstheorie, hier besonders gegen die Soziobiologie, hinreißen lässt. Welche Vogelart, so fragt sich der verdutzte Leser, haben denn die Soziobiologen auf dem Gewissen? Einer der Begründer dieser Wissenschaft, der berühmte Ameisenforscher Edward O. Wilson, hat sich in den letzten Jahren sogar vehement für den Artenschutz eingesetzt. Und doch findet er als Repräsentant der modernen Biowissenschaften keine Gnade. Warum also diese Polemik gegen potentielle Verbündete, zumal es doch an Gegnern nicht mangelt?

Der Grund ist, und hier wird das Buch problematisch, dass Biologen die realen Vogelarten schützen wollen, dass es Anita Albus aber in erster Linie um den Kulturverlust" geht, wie es im Klappentext heißt. Damit sind die Eingangs erwähnten Ideen, Wünsche, Mythologien gemeint. Diese sind nicht nur durch das Aussterben der Vögel gefährdet, sondern auch durch die Wissenschaft. Und zwar dann, wenn sich herausstellt, dass es sich um Phantasieprodukte und nicht um die Realität handelt. Besonders an einer Stelle verzeiht Anita Albus der Wissenschaft die Konfrontation mit der Realität nicht - bei der moralischen Vorbildfunktion der Vögel. Noch bei Konrad Lorenz galten die Graugänse als ausschließlich monogam. Bei Vögeln allgemein herrscht, wie Buffon schreibt, in der Liebe mehr Zärtlichkeit, Anhänglichkeit und Sittlichkeit", während die Säugetiere, zu denen bekanntermaßen auch die Menschen gehören, kaum Beispiele ehelicher Keuschheit und noch weniger Beispiele väterlicher Fürsorge" zeigen (S. 266). Die moderne Biologie hat dieses Bild relativiert, indem sie mit Hilfe von Gentests die erstaunlich hohe Zahl von Seitensprüngen selbst bei sozial monogamen Vogelarten nachwies. Schlimmer noch, die Soziobiologie erklärt Paarbindung und Familiensinn als Anpassungen an die Notwendigkeiten der Brutpflege, die sich herausbilden, wenn ein Elternteil alleine keine realistische Chance hat, den Nachwuchs aufzuziehen. Es geht also um Fortpflanzungsstrategien, biologische Kosten-Nutzen-Rechnungen, und nicht um Moral.

Aus welchen Motiven auch immer ein Mensch sich für bedrohte Vogelarten einsetzt - weil er den Traum vom Fliegen liebt oder sich mehr Familiensinn wünscht - ist zunächst unerheblich. Problematisch für den Artenschutz wird es, wenn die Phantasien auf Kosten der realen Tiere in den Vordergrund treten, wenn die Aufdeckung einer Illusion als Kulturverlust" beklagt und mit dem echten Naturverlust gleichgesetzt wird.
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53 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Selten schön! 2. Dezember 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Bei "Von seltenen Vögeln" handelt es sich um ein wahrlich selten schönes Buch!
Zunächst einmal besticht die wunderbare Ausstattung, die dem Betrachter ein optisches und haptisches Vergnügen bereitet: Seidenleinen, feinste Papierqualität und wunderbare Vignetten!
Darüber hinaus ist "Von seltenen Vögeln" aber ein Beispiel dafür, dass ein gut gemachtes Buch das Interesse für bis dahin vollkommen vernachlässigte Wissensgebiete wecken kann. Denn die Ornithologie gehörte nie zu meinen Steckenpferden.
Eigentlich wollte ich nur ein wenig blättern und mir die schönen Bilder anschauen, habe mich aber schließlich festgelesen und bin nun doch deutlich sensibilisiert für das Aussterben seltener Vogelarten. Nicht zuletzt konserviert Anita Albus in diesem Buch Wissen, dass sonst möglicherweise verloren gehen würde!
So ist dieses Buch ein perfektes Geschenk für alle Vogelliebhaber und die, die es werden wollen oder sollen und für jeden Freund bibliophiler Ausgaben - es ist viel mehr als nur ein "Coffee Table Book"...
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von 2ve
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Als der Band im TV vorgestellt wurde, zögerte ich nicht lange mit dem Kauf und wurde nicht enttäuscht: ich kenne kaum ein in der letzten Zeit erschienenes Buch, das mit so viel Liebe, Kunst- und Sachverstand gemacht wurde.

Anita Albus lebt in Burgund auf einem alten Schloß, malt, schreibt Bücher. Das Ziel ihrer Anstrengungen besteht darin, die Malerei und den Geist der alten Meister wiederzuentdecken und zu neuem Leben zu erwecken. Sie mischt ihre Farben selbst, bereitet sich ihre eigenen Leinwände, treibt Forschungen in Kabinetten und Bibliotheken, um verschollene Handschriften und Traktate über die Malerei aufzuspüren. Die Vignetten und Darstellungen - leider viel zu wenige und viel zu klein - dieses Buches zeigen, daß ihre Absichten mit Erfolg gekrönt sind..

Ein weiteres Anliegen ist ihr, plausibel zu machen, welch ein Verlust das Aussterben einer Art an sich schon ist, nicht nur unter ökologisch-ästhetischen Gesichtspunkten, sondern als Ausdruck eines vorangehenden, tiefer gehenden Kulturverlustes der Menschheit. Auch dies ist ihr in diesem Buch gelungen.

Mit enormem Sachwissen beschreibt sie den langsamen, sich im 19. und 20. Jahrhundert ereignet habenden Untergang mehrerer Vogelarten - zynischerweise auch durch selbsternannte Tierfreunde (die nichts anderes waren als geldgierige Schieber) und verlogene, aus Nationalstolz geborene Artenschutzprogramme, die, wie im Fall des Waldrapps, die letzten Exemplare noch zusätzlich gefährdeten.

Zuletzt unterzieht sie den zeitgenössischen reduktionistischen Biologismus, der von egoistischen Genen, selbstreproduzierenden Systemen und, weil es ihm so besser in den Kram paßt, einem nicht existierenden freien Willen fabuliert, einer konsequenten Kritik und entlarvt ihn als das, was er auch ist: einen aus Eigeninteresse, Gefühls- und Denkträgheit geborenen wissenschaftlichen Mythos, dem jede Fähigkeit zu empathischer Beobachtung von Lebensphänomenen abgeht. Dieser Teil des Buches, schon als Anhang abseits des eigentlichen Textes präsentiert, gefällt mir am meisten.

Weniger gut gefällt mir, daß die Abbildungen, die wirklich von der Autorin stammen, recht gering an der Zahl sind. Das ist unverständlich, zumal das Können von Frau Albus deutlich zutage tritt. Das bedeutet keinesfalls, daß der Band schlecht bebildert ist. Das Gegenteil ist der Fall. Alte, klassische Vogelmaler wie Lear, alte Kupferstecher und Holzschneider kommen ebenfalls zu ihrem Recht.

Das Kapitel, das sich mit dem Aussterben einiger Ara-Arten befaßt, ist für meinen doch belastbaren Geschmack zu detailreich und deshalb lang und unübersichtlich geraten. Ein wenig Mut zur Lücke wäre in diesem Kapitel hilfreich gewesen. Das hätte der Absicht der Autorin nicht Abbruch getan, sondern wäre ihr förderlich gewesen.

Erstklassige Materialien (Seide, Kunstdruckapier) und hervorragende Verarbeitung fallen sofort auf - ich erwähne sie dennoch, denn sie sind ein zusätzlicher Ausdruck dessen, was die Autorin überhaupt möchte: die Übereinstimmung zwischen Form und Inhalt, zwischen Absicht und deren Umsetzung.

Schade, daß solche hochstrebenden Bücher außergewöhnlicher Menschen heutzutage in erster Linie als verlegerisches Risiko aufgefaßt werden und nur noch im Rahmen einer verlagseigenen Stiftung die Chance haben, veröffentlicht zu werden. Denn, wie das Buch überzeugend aufweist, erst gehen Geist und Kultur unter, dann folgen ihnen die Wunder des Lebens.

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