![]() Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Von seltenen Vögeln gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 6,25 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.
Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern. |
Produktinformation
|
Mit Abbildungen und zwei Falttafeln.
Anita Albus lebt in München und in Burgund.
Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten(Was ist das?)Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
|
Anita Albus lebt in Burgund auf einem alten Schloß, malt, schreibt Bücher. Das Ziel ihrer Anstrengungen besteht darin, die Malerei und den Geist der alten Meister wiederzuentdecken und zu neuem Leben zu erwecken. Sie mischt ihre Farben selbst, bereitet sich ihre eigenen Leinwände, treibt Forschungen in Kabinetten und Bibliotheken, um verschollene Handschriften und Traktate über die Malerei aufzuspüren. Die Vignetten und Darstellungen - leider viel zu wenige und viel zu klein - dieses Buches zeigen, daß ihre Absichten mit Erfolg gekrönt sind..
Ein weiteres Anliegen ist ihr, plausibel zu machen, welch ein Verlust das Aussterben einer Art an sich schon ist, nicht nur unter ökologisch-ästhetischen Gesichtspunkten, sondern als Ausdruck eines vorangehenden, tiefer gehenden Kulturverlustes der Menschheit. Auch dies ist ihr in diesem Buch gelungen.
Mit enormem Sachwissen beschreibt sie den langsamen, sich im 19. und 20. Jahrhundert ereignet habenden Untergang mehrerer Vogelarten - zynischerweise auch durch selbsternannte Tierfreunde (die nichts anderes waren als geldgierige Schieber) und verlogene, aus Nationalstolz geborene Artenschutzprogramme, die, wie im Fall des Waldrapps, die letzten Exemplare noch zusätzlich gefährdeten.
Zuletzt unterzieht sie den zeitgenössischen reduktionistischen Biologismus, der von egoistischen Genen, selbstreproduzierenden Systemen und, weil es ihm so besser in den Kram paßt, einem nicht existierenden freien Willen fabuliert, einer konsequenten Kritik und entlarvt ihn als das, was er auch ist: einen aus Eigeninteresse, Gefühls- und Denkträgheit geborenen wissenschaftlichen Mythos, dem jede Fähigkeit zu empathischer Beobachtung von Lebensphänomenen abgeht. Dieser Teil des Buches, schon als Anhang abseits des eigentlichen Textes präsentiert, gefällt mir am meisten.
Weniger gut gefällt mir, daß die Abbildungen, die wirklich von der Autorin stammen, recht gering an der Zahl sind. Das ist unverständlich, zumal das Können von Frau Albus deutlich zutage tritt. Das bedeutet keinesfalls, daß der Band schlecht bebildert ist. Das Gegenteil ist der Fall. Alte, klassische Vogelmaler wie Lear, alte Kupferstecher und Holzschneider kommen ebenfalls zu ihrem Recht.
Das Kapitel, das sich mit dem Aussterben einiger Ara-Arten befaßt, ist für meinen doch belastbaren Geschmack zu detailreich und deshalb lang und unübersichtlich geraten. Ein wenig Mut zur Lücke wäre in diesem Kapitel hilfreich gewesen. Das hätte der Absicht der Autorin nicht Abbruch getan, sondern wäre ihr förderlich gewesen.
Erstklassige Materialien (Seide, Kunstdruckapier) und hervorragende Verarbeitung fallen sofort auf - ich erwähne sie dennoch, denn sie sind ein zusätzlicher Ausdruck dessen, was die Autorin überhaupt möchte: die Übereinstimmung zwischen Form und Inhalt, zwischen Absicht und deren Umsetzung.
Schade, daß solche hochstrebenden Bücher außergewöhnlicher Menschen heutzutage in erster Linie als verlegerisches Risiko aufgefaßt werden und nur noch im Rahmen einer verlagseigenen Stiftung die Chance haben, veröffentlicht zu werden. Denn, wie das Buch überzeugend aufweist, erst gehen Geist und Kultur unter, dann folgen ihnen die Wunder des Lebens.
|
|
|