Bei dieser Geschichte einer Frau (Lisa), die durch Deutschland tingelt und Männer in irgendwelchen Hotels nach der Verabreichung von K.O.-Tropfen ausraubt, handelt es sich um einen der besten Kriminalromane, die ich in den letzten Jahren las. Lisa ist eine durch den Tod ihrer Zwillingsschwester, die vor Lisas Augen beim Eislaufen einbrach und umkam, traumatisierte Frau. Sie lebt seither wie unter Eis und das verleiht ihr die Fähigkeit zu Raubtaten von sanfter Hand, aber keinesfalls zu dem, was dann passiert: Unvermittelt wird einer der von ihr ausgeraubten Männer in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden, bald darauf ein weiterer. Es gibt einen "Täter nach Lisa", der nochmals Hand an deren Opfer legt. Aber warum ? Offenbar ist Lisa gemeint und soll zur -vermeintlichen- Mörderin gemacht werden. So gerät Lisa -wie vom "Täter hinter dem Täter" eingefädelt- denn auch tatsächlich unter Mordverdacht und es entsteht eine sehr spannend erzählte Geschichte, denn Lisa ist fortan auf der Flucht vor der Polizei und zugleich auf der Suche nach dem wahren Mörder und dessen Motiv.
Neben seiner ungeheuren Spannung bietet das Buch hier kaum wiederzugebende Umschreibungen der Gedankenwelt einer Person, die einen Menschen verloren hat, der aber gerade durch seinen Tod gleichsam präsent ist. Beides ist indes -bis zum Schluss- gekonnt miteinander verwoben und letztlich erklärt der Tod der Schwester nicht nur Lisas Wesen, sondern auch den Tod der Männer in den Hotels. Damit ist nicht zu viel verraten, nur die Klasse des übrigens gut geschriebenen und leicht lesbaren Krimis sei damit angedeutet.