Das "Schloss" bezeichnet das Residenzschloss der Hohenzollern in Sigmaringen, auf dem unter anderen die vor den Alliierten geflüchtete Vichy-Regierung (1944/45) untergekommen ist und neben der Regierung eben auch der Ich-Erzähler. Die anderen Schlösser sind ein Gefängnis in Dänemark und ein Wohnhaus im Paris der Nachkriegszeit. Dort setzt auch die Erzählung ein. Der Ich-Erzähler ist ein runtergekommener Arzt, ohne Prestige, ohne Patienten, (ohne Hoffnung). Nach dem Besuch bei einer letzten Patientin setzen beim Erzähler Wahnvorstellungen ein. Die Handlung mit diesem Céline-typischen Anfang wird in Sigmaringen fortgesetzt: Der gefängnisartige Zustand, kampflustige SA-Chargen, geile Soldaten, leichte Mädchen und regierungsunfähige Minister ' mittendrin der Arzt und Erzähler Céline.
Der Handlungsverlauf der Erzählung wird öfter durchbrochen als in den Vorgängerbüchern, er gleicht einer Aneinanderreihung von Episoden um den Fluchtpunkt Sigmaringen. Der große Unterschied zu den vorausgegangenen Büchern Célines liegt jedoch im Fehlen des Schelmischen, jener Komik, die auftritt, wenn die Helden in eine Falle tappen. Während in diesen Büchern die Helden vorsätzlich "bösartige" Dinge tun, tritt der Held des "Schlosses" in gutartiger, humaner Absicht auf, immer hilfsbereit und zurückhaltend.
Aus literaturwissenschaftlicher (metaphorischer, mythologischer?) Sicht mag das Buch vielleicht interessant sein, für den normalen Leser ist es eher weniger unterhaltend. Kleine Höhepunkte beim Lesen sind die Seitenhieben, besser Schläge, gegen Sartre (alias Tartre). Von einer Interpretation als autobiographisches Werk, wie es angepriesen wird, sollte besser Abstand genommen werden: Céline schreibt hier als Künstler und das bestimmt nicht zu seinen Ungunsten, d.h. Übertreibungen und Umdeutungen sind weit verbreitet.
Das Buch erhält vier Sterne (mit deutlicher Tendenz nach unten), weil es die Lager/Flucht-Situation auf eine originelle Weise darstellt. Negativ auf die Bewertung wirken sich die anbiedernde Art und die Opferdarstellung des Erzählers aus.