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Konsequent weiter gedacht kann man auch nichts tun, um bewusster/erleuchteter zu werden. All das positive Denken, Meditieren, sich Kasteien, Ziele stecken, Persönlichkeitsentwickeln, Erleuchtungsregeln-Befolgen usw. ist für die Katz': Du hast keinen freien Willen, Du bist nicht der Handelnde, Dein Verstand ist ein Gedankenempfänger (und kein Gedankenproduzent) - ergib Dich dem Ist (oder auch nicht - es spielt keine Rolle).
Obwohl mir der Taoismus bekannt war, hat mich diese Übersetzung auf Heute verblüfft, provoziert und irritiert. Einerseits kann ich die Idee „Alles annehmen wie es ist" gut haben. Andererseits bin ich seit Jahren gewohnt mir Ziele zu stecken und diese zu erreichen. Und dann bringt der die Idee: „Wenn Du ein Ziel erreichst, dann geschieht dies nicht wegen Deiner Bemühungen sondern vielmehr trotz Deiner Bemühungen."?!
Auch die Idee, dass man keinen freien Willen hat, ist in dieser konsequenten Anwendung irritierend. Er meint das eben nicht „banal" (iSv „Die böse Konsumgesellschaft raubt Dir Deinen freien Willen") sondern „radikal" (iSv „Niemand hatte je oder wird je einen Willen haben").
Die „Perlensicht" ist radikal und erfrischend zugleich. Für mich ist dieses Buch wertvoll, weil es mein Verständnis der „Annahme des Ist" vertieft und die Lockerheit („absichtloses Bemühen") fördert. Der Inhalt ist praxisnah - wenn man dazu bereit ist. Das Buch ist einfach zu lesen und gut verständlich. Einen Abzug gebe ich für die Länge: er schreibt selbst, dass er sich wiederholt. Eindrucksvoll ist da Laotses Origingal-Tao am Schluss des Buches: es geht auch auf 5 Seiten! ;-)
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