Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Von Wien nach Shanghai: Die Flucht einer jüdischen Familie
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Von Wien nach Shanghai: Die Flucht einer jüdischen Familie [Taschenbuch]

Vivian J. Kaplan , Sibylle Hunzinger , Kurt Neff
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Von Wien nach Shanghai: Die Flucht einer jüdischen Familie gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 0,25 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern.

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Mai 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423245506
  • ISBN-13: 978-3423245500
  • Originaltitel: Ten Green Bottles. vienna to Shanghai- Journey of Fear and Hope
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 210.148 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Vivian Jeanette Kaplan
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Vivian Jeanette Kaplan auf Amazon

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Moving and memorable.«
Kirkus Reviews

»The present-tense account of a Jewish family’s flight to China from Nazi-occupied Europe puts a human face on historic events.«
The Gazzette

»Ein beeindruckendes, lehrreiches und tief bewegendes Buch.«
Winfried Stanzick, bookreporter.de 16.09.2009

Kurzbeschreibung

Eine jüdische Familie übersteht die Gefahren und Strapazen im chinesischen Exil. Eine berührende Geschichte von Leid, Mut und Hoffnung. "Vivian J. Kaplan ist die geborene Erzährerin." The Gazette

Shanghai 1939: Knapp der Verfolgung durch die Nationalsozialisten entkommen, müssen die jüdischen Flüchtlinge sich in der fremden Welt Chinas zurechtfinden. »Ich stehe auf verfaulenden Planken und frage mich, ob wir der Gefahr in Europa entkommen sind, um nun in einer Hölle zugrunde zu gehen, wie wir sie uns in unseren schlimmsten Träumen nicht hätten ausmalen können.«

Die Geschichte einer jüdischen Familie, von der Autorin aus der Sicht ihrer Mutter erzählt: Kindheit und Jugend in der wohlhabenden, assimilierten Familie in Wien, der frühe Tod des Vaters, schließlich die Flucht in letzter Minute der inzwischen erwachsenen vier Geschwister mit der Mutter nach Shanghai, einem der wenigen Orte, der noch jüdische Flüchtlinge ohne Visum aufnahm. Der Familie gelingt es mühsam, in der exotischen Metropole Fuß zu fassen, mit Devisenschmuggel, Pelzhandel, einem Barbetrieb und weiteren Geschäften ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Doch nach der japanischen Besetzung beginnt das Leiden erneut. Die Juden werden unter schrecklichen Bedingungen ghettoisiert und müssen permanent um ihr Leben fürchten. Doch auch mitten im Elend entsteht so etwas wie ein gesellschaftliches Leben. Nach dem Krieg wird das Ghetto-Viertel zum kulturellen Anziehungspunkt für die europäische Bevölkerung Shanghais. Der Vormarsch der chinesischen Kommunisten zwingt die Familie mit der damals zweijährigen Autorin schließlich zur Auswanderung nach Kanada.


Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lesen! 26. September 2008
Format:Taschenbuch
Manche Bücher sollten einfach bekannter sein. Dieses hier zum Beispiel.
Ich habe selten ein so hochspannendes, gleichzeitig lehrreiches und zu Herzen gehendes Buch gelesen.
Warum sind solche Bücher so unbekannt?
Vivian Jeanette Kaplan wurde 1946 in Shanghai geboren. Sie erzählt in der Ich-Form die Geschichte ihrer Mutter, Nini Karpel, die aus dem antisemitischen Wien der 30er Jahre nach Shanghai geflohen ist.
Was Nini Karpel und ihr Mann Poldi Karpel, Vivians Vater, durchmachen, ist beinahe unvorstellbar.
Nach dem sogenannten Anschluß Österreichs bricht in Wien der bis dahin schlummernde Antisemitismus mit voller Gewalt an die Oberfläche. Die Familie traut sich kaum noch auf die Straße zu gehen. Sie können nicht begreifen, was passiert ist. Gestern waren sie noch normale Bürger, heute sind sie ihres Lebens nicht mehr sicher.
Als in der Evian-Konferenz beschlossen wird, die Einreisebedingungen für jüdische Flüchtlinge in andere Länder nicht zu lockern, bricht unter den Wiener Juden Panik aus. Sie haben keinen Ort mehr, an den sie fliehen können.
Immer öfter wird dann plötzlich der Name Shanghai laut. Shanghai nimmt Flüchtlinge auf ohne besondere Bedingungen. Weder Geld, noch Bürgen noch Sonstiges werden gefordert.
Nini geht zur Emigrationsstelle, sieht sich einem eisigen Eichmann gegenüber, und erhält Karten für die Schiffspassage für die gesamte Familie. Selbstverständlich gegen Überlassung ihres ganzen Besitzes.
Und so landen die alteingesessenen Wiener in Shanghai. Der Kulturschock könnte nicht größer sein. Den Gestank und die Lebensverhältnisse hätten sie sich nicht träumen lassen.
Sie schaffen es trotzdem relativ schnell, vom ewig hungernden Flüchtling zu jemandem mit einer gesicherten Existenz zu werden.
Sie waren in Wien selbständig mit einem kleinen Geschäft und sie machen sich auch in Shanghai wieder selbständig.
Shanghai ist von den Japanern besetzt. Und bald müssen nicht mehr nur die Chinesen darunter leiden, sondern auch die Flüchtlinge.
Hitler sendet seinen grausamsten Mann nach Shanghai, der schon als Schlächter von Warschau bekannt war, und legt den Japanern nahe, die Juden auszurotten.
Sein Judenhass macht auch vor Asien nicht Halt.
Die inzwischen ganz gut gestellten Juden müssen ihre Wohnungen und Geschäfte Japanern überlassen und werden in ein Ghetto geschickt.
Dort sitzen Nini und Poldi dann in einem schimmeligen Zimmer mit einem Holzstuhl.
Aber Nini und Poldi wären nicht sie selbst, wenn sie sich nicht aus dieser Situation auch wieder aufrappeln würden.
Sie eröffnen ein Pelzgeschäft.
Eh man sich versieht, haben auch die anderen jüdischen Flüchtlinge das Beste aus ihrem Dilemma gemacht, und Konditoreien, Cafes und Kinos schießen aus dem Boden.
Sogar ihre alte Wiener Kultur lebt wieder auf und sie geben Konzerte, zu denen auch die japanischen Besatzer erscheinen.
Nach der Atombombe auf Nagasaki verlassen die Japaner China.
Nini und Poldi könnten sich nun endlich einmal sicher fühlen, aber dann kommen leider die chinesischen Kommunisten.
Wieder müssen sie alles aufgeben, was sie haben, und fliehen dieses Mal nach Kanada.
Dort endlich finden sie nach zehn turbulenten Jahren in Shanghai ihre neue Heimat, und Nini kann endlich ihre Skier, die sie als begeisterte Skiläuferin von Wien nach Shanghai und dort durch alle Flüchtlingswohnungen mitgeschleppt hat, wieder verwenden.
Vivian wird noch in Shanghai geboren, und stirbt fast an Bauchtyphus, ihr Bruder Bion wird auf der Schiffspassage von Shanghai nach Kanada geboren.
Es war schwangeren Frauen verboten, an Bord zu gehen, aber Nini und Poldi wollten keine Zeit verlieren vor den anrückenden Chinesen.
Und so sieht sich Nini an Bord mit einem ungehaltenen Arzt und einem schimpfenden Kapitän konfrontiert, die ihr die Geburt wahrlich nicht leichter machen.

Was ich an diesem Buch unglaublich beeindruckend fand, war, wie diese Menschen immer wieder auf die Beine gekommen sind.
Sie sind zwischen alle Fronten geraten, zwischen die man nur geraten konnte, sie wurden von allen verfolgt, bedroht, vertrieben, sie haben mehrmals ihren gesamten Besitz verloren, immer wieder haben sie unter den denkbar ungünstigsten Bedingungen bei Null angefangen, und jedes Mal haben sie es wieder geschafft.
Manch anderer hätte seinen Lebensmut verloren.
Man fragt sich manchmal, wieviel Unglück ein Mensch überstehen kann. Erst werden sie von den Nazis verfolgt, dann von den Japanern, in Shanghai noch einmal von den Nazis, und dann von den Chinesen.
Ich stimme der einen Rezension auf dieser Seite zu, daß wir immer so viel jammern, zu wenig Geld, Kinder sind zu teuer, etc. pp., und diese Menschen haben sich mehrmals aus dem Nichts eine neue Existenz geschaffen und noch mitten im Chaos zwei Kinder bekommen, denen sie versucht haben alles zu geben, was sie entbehren mußten.
Ich fand das Buch hoch beeindruckend und absolut lesenswert.
Es ist ein Beispiel darin, wie man seinen Lebensmut nicht verliert, und es ersetzt ganz nebenbei noch hundert Selbsthilfebücher und Positiv-Denken-Bücher.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Unzählige Berichte und Romane, Lebens- und Schicksalsbeschreibungen habe ich seit etwa meinem 15. Lebensjahr gelesen von Menschen, die als Juden der Shoah entkommen sind, entweder durch rechtzeitige und glückliche Flucht oder Emigration, oder weil sie zu den wenigen gehörten, die als Erwachsene oder Kinder die Vernichtungslager überlebten. Primo Levis exakte Beschreibungen der Lager, auch Jean Amerys düstere Analysen der Lebensperspektiven von Überlebenden gehörten genauso dazu wie in letzter Zeit Aharon Appelfelds Bücher oder das beeindruckende Zeugnis Michel Friedmans für seinen kleinen Sohn "Kaddisch im Morgengrauen".

Die Menschen, die diese schlimmsten Greuel, die die Menschheit je gesehen hat, überlebten, haben sich und ihren Nachkommen oft ein jahrzehntelanges Schweigegebot auferlegt, um zu überleben. Zu schmerzhaft wäre die Wiederholung des Erlebten und Erlittenen in der Erinnerung gewesen. Und dennoch: irgendwann drängt es an die Oberfläche, muß ausgesprochen, beschrieben, verarbeitet werden. Bei Michel Friedman war es die Geburt seines Sohnes, bei anderen sind es andere Anlässe oder die jahrzehntelange Qual, die innen rumort, die schlussendlich zur Beschreibung führt, oft gegen den Widerstand der Eltern, wie z.B. bei Gila Lustigers "So sind wir".

Umso dankbarer muß man für ein Buch sein, das Vivian Jeanette Kaplan geschrieben hat, weil ihr Vater und ihre Mutter ihr Schweigen gebrochen haben und ihr die ganze Familienverfolgungsgeschichte erzählt haben. Vivian Kaplan lässt ihre Mutter Nini Karpel erzählen, und ihr ist damit eines der eindrucksvollsten Bücher gelungen, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.

Die große und weitverzweigte Familie Karpel lebt in Wien. Sie sind überzeugte Österreicher und beobachten mit wachsender Furcht die Entwicklung in Deutschland, aber auch das massenhafte Übergreifen des antisemitischen und faschistischen Furors in Österreich. Als am 12. März 1938 Hitlers Truppen in Österreich einmarschieren, stehen die Karpels wie alle Wiener Juden unter Schock:
"Die meisten Österreicher sind hocherfreut über die neuen Verhältnisse und tragen ihren patriotischen Enthusiasmus auf die Straße, wo sie umgehend ihren jüdischen Mitbürgern lautstark übelste Machenschaften andichten, sie mit wüsten Schimpfnamen belegen und sich unter Gejohle einem zügellosen Vandalismus überlassen. Die Folgen für den jüdischen Bevölkerungsanteil sind entsetzlich. Jeglicher Anschein von Toleranz und zwischenmenschlichem Respekt wird aufgegeben.
Unsere Welt bricht zusammen wie ein Kartenhaus. Von Tag zu Tag schreitet der ruinöse Abbau unserer Freiheit fort, sehen wir unser Leben Gefahren ausgesetzt. In der ersten Woche nach dem 'Anschluß' werden Juden aus ihren Stellungen bei Theatern, Volksbildungseinrichtungen und öffentlichen Bibliotheken entfernt. Am 15. März wird die Entlassung sämtlicher jüdischer Verwaltungsbeamter bekannt gegeben, zwei Tage danach die der jüdischen Richter. Rechtsanwälten wird es zur Auflage gemacht, beim Auftreten vor Gericht eine Hakenkreuzbinde zu tragen, Klagen gegen Juden kommen nicht mehr zur Verhandlung, sondern werden durch sofortige Verurteilung erledigt. Kurz darauf werden die jüdischen Bediensteten der Universitäten und Oberschule entlassen, es folgt die Verbannung aus Schule, Großmärkten und Schlachthöfen. Das Schächten von Schlachtvieh wird untersagt. Jüdische Rechtsanwälte erhalten Berufsverbot. Jedes einzelne dieser Gesetze ist ein verheerender Schlag gegen die jüdische Bevölkerung. Alte, gebrechliche Menschen werden gezwungen, den Bürgersteig mit Zahnbürsten zu schrubben. Köpfe werden kahl geschoren. Und wo wir gehen und stehen, ballen sich Menschentrauben zusammen, aus denen wir verhöhnt und verspottet werden. Wir können es nicht fassen. Wie ist es dazu gekommen ?"

Noch setzen sie alle Hoffnung auf die Alliierten, doch als sie nach dem 15. Juli 1938 von den Ergebnissen der Konferenz von Evian hören, bricht Panik aus unter den Wiener Juden. Kein einziges Land hat sich bereiterklärt, die Einwanderungsbeschränkungen für Juden zu lockern, wohl wissend, was Hitler mit diesem Volk vorhat. Das Todesurteil für Hunderttausende von Menschen.
"Die Deutschen verstehen das Konferenzergebnis als Freibrief für die Fortsetzung der Verfolgung. Die Zahl der gewaltsamen Verschleppungen steigt, und blutige Prügelszenen gehören zum Bild des Alltags. Alle ausländischen Konsulate in der Stadt sind einem wilden Ansturm ausgesetzt. Selbst die treuesten Patrioten unter den österreichischen Juden, die bisher geduldig auf die Wiederkehr besserer Zeiten gewartet haben, kommen schließlich doch noch zu der Überzeugung, daß die Flucht dringend geboten ist."

Dieses Wien ist nicht mehr die Stadt, die Nini Karpel kannte und liebte:
"Eine hässliche Verwahrlosung hat sich in der Stadt breit gemacht. Mein schönes Wien liegt, seiner Prachtgewandung entkleidet, mit aufgeschlitztem Bauch nackt vor mir wie ein in der Sonne verwesender, stinkender, von Maden zerfressener Kadaver."

Die Auswanderung nach Shanghai ist die einzige Rettung. Als sie bei der "Zentralstelle für jüdische Auswanderung" in Wien um ihre Papiere vorstellig werden, begegnen sie einem der größten Verbrecher des Naziregimes:
"'Shanghai', sagt der Mann, der zur Linken von Adolf Eichmann sitzt, und lacht verächtlich in sich hinein. 'Ein prima Platz, um euch Juden zum Sterben zu hinzuschicken. Dort geht ihr alle ganz langsam ein. Besser ihr verseucht die Atmosphäre in diesem Stinkloch bei den gelben Bastarden, als hier'".
Doch ihre Ausreise gelingt. In Shanghai begegnen sie erneuter Missachtung und Gewalt. Die christlichen Nonnen in dem Kloster, in dem sie für ihre Unterkunft und Verpflegung arbeiten, unterlassen nichts in dem scheinheiligen Versuch, die ganze Familie zur Konversion zum Christentum zu bringen. Und die Militärgewalt der Japaner, die in ihrer Menschenverachtung und Brutalität gegenüber den Chinesen und den Flüchtlingen den Nazis nicht viel nachstehen, setzt alle von Anfang an unter große Furcht.
Aber sie schlagen sich durch, begründen neue Existenzen, doch 1942 macht folgendes Gerücht die Runde unter den Shanghaijuden, deren Zahl in die Hunderte geht und die unter dieser Situation zu einer echten Gemeinschaft zusammengewachsen sind:
"Hitler hat einen berüchtigten Mann, den SS-Standartenführer Josef Meisinger, hierher nach Shanghai entsandt. Er soll einer von Hitlers grausamsten Schergen sein und ist unter der Bezeichnung 'Schlächter von Warschau' bekannt. Es heißt, daß er Jagd auf die Juden macht, die entkommen sind."

Die Familie hält durch und findet ihren Halt im alten Glauben:
"Was in Europa geschieht, bleibt stets Teil unserer Lebensgeschichte. Auch fern von dem Kontinent unserer Geburt sind wir nicht aus der Schicksalsverbundenheit mit unserem Volk entlassen. Uns hält der Glaube zusammen, der unser gemeinsames Erbe und zugleich der Grund ist, weswegen wir unablässig verfolgt werden. Auch unter Drangsalen bleiben die Menschen unseres Volkes durch die tief verwurzelte Achtung vor den jüdischen Lebensformen zusammengeschweißt. Das Band zwischen uns ist die Wesensgleichheit, ein Band, das ich erstmals erahnte, als ich als Kind in der Synagoge stand und die ins Gebet vertieften Menschen um mich herum betrachtete."

Die Befreiung von der zuletzt schrecklichern Herrschaft der Japaner Mitte August 1945 wird gefeiert und Nini und ihr Mann Poldi Kosiner bauen sich erneut eine Existenz auf, dieses Mal als Pelzhändler. Doch schon 1948 rollt eine neuen Gewaltwelle auf sie zu: die Soldaten von Maos Roter Armee reißen alles nieder, und zwingen die Familie zu einer letzten großen Qdyssee - nach Kanada:
"r haben unsere Vertreibung überlebt, sind um mehr als den halben Erdkreis gereist und nun hier angekommen, an einem Ort, wo wir in Frieden einen neuen Anfang wagen können."

Ein beeindruckendes, lehrreiches und tief bewegendes Buch.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bewegend! 10. August 2009
Von Uwe Malz
Format:Taschenbuch
Die vorliegenden Aufzeichnungen gehören zu den besten und ergreifensten, die ich bislang zu dieser Thematik gelesen habe. Einfühlsam schildert die Autorin die Tragödie ihrer Familie - die keiner am eigenen Leib erleben möchte - durch die Stationen ihrer Flucht und Vertreibung. Das Buch ist gut geschrieben, im Vordergrund steht die Familiengeschichte, der geschichtliche Hintergrund fließt angenehm unaufdringlich in den Text ein. Bildhaft werden die seinerzeitigen Lebensverhältnisse in Shanghai geschildert, in denen sich die Flüchtlinge zurechtfinden müssen. Ein Dank an Vivian J. Kaplan für dieses Buch!
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar