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»Nichts belegt, dass Liebe per se in uns angelegt ist. Richtig ist: Sie wird allerorten und beständig zitiert und herbeigepredigt. Es soll eine Liebe sein, die zwei Menschen zusammenkettet, die Treue und lebenslanges Zusammenleben im Schlepptau hat. Was in uns allen tatsächlich angelegt ist, sind Bindungsfähigkeit und Glaube, sprich Hoffnung und Optimismus. Keinesfalls Treue und Monogamie. Wohl aber ein gewisser Hang zu beidem. Das hat sich die clevere Natur ausgedacht, damit ihr Prinzip funktioniert, das heißt: beharrliche Reproduktion, also Fortpflanzung. Mit anderen Worten, die Natur hat sichergestellt, dass Mann und Frau aneinander Gefallen finden, sich zusammentun, und aus dieser Verbindung Kinder hervorgehen.«
Mehr nicht? Ingelore Ebberfeld macht sich in »Von der Unmöglichkeit der Liebe« auf die spannende Suche nach der Bedeutung der Liebe. Sie schreitet dabei wissenschaftliche und logische Denkmodelle über den Ursprung und das Wesen des »Gefühls der Gefühle« ab und beschreibt das interessante Zusammenspiel von Geist, Seele und Körper.
Angefangen bei der Frage, ob es bereits Liebesgeflüster in den Höhlen der Neandertaler gegeben hat und ob frühe Vertreter des Homo sapiens Liebe empfinden konnten, beschreibt die Sexual- und Kulturwissenschaftlerin die Entwicklung der Liebe von frühester Zeit bis in die heutigen Tage, in der gesetzliche und religiöse Ordnungen Geschlechterbeziehungen regeln und ganze Liebesdiskurse prägen. Ebberfeld fragt, wo die Unterschiede menschlicher Verhaltensweisen zu denen von Primaten und anderen Säugetieren liegen und sie diskutiert, welchen Einfluss abseits genetischer Vorgaben der kulturelle Kontext und damit Konventionen sowie Traditionen der Erziehung, Konditionierung und Nachahmung für die Liebespraxis von uns Menschen haben? Viele weitere Fragen schließen sich an: Gibt es geschlechtsspezifische Wahrnehmungs- und Definitionsformen von Liebe? Was haben Sexualität, Selbstlosigkeit, (Un-)Treue und Eifersucht eigentlich mit Liebe zu tun? Was ist die „Romantische Liebe“? Warum heiraten wir? Was ist Liebeskummer? …
Begegnen Sie mit Ingelore Ebberfeld einem Liebesbegriff, der sich zwischen den Polen genetischer Veranlagung, Körperchemie und gesellschaftlich-kultureller Prägung bewegt. Begleiten Sie die Kulturanthropologin auf ihrer Suche nach Fakten und Fiktionen, die sich rund um die Liebe bewegen; zurück bis in die Anfänge der »Ursuppe«, wo alles begann. Blicken Sie mit ihr auf die Liebesevolution bis heute. Verfolgen Sie Seite um Seite am Beispiel ganz normaler oder außergewöhnlicher Liebesgeschichten und märchenhafter Liebesmythen das Zusammenspiel von Gehirn, Trieb und Gefühl – und sehen Sie, wie die Liebe trotzdem nichts von ihrem Zauber verliert.
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