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Von der Unmöglichkeit der Liebe
 
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Von der Unmöglichkeit der Liebe [Gebundene Ausgabe]

Dr. Ingelore Ebberfeld
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: mvg Verlag (14. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3868820175
  • ISBN-13: 978-3868820171
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 299.916 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ingelore Ebberfeld
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Gibt es sie wirklich, die wahre und echte Liebe? Sind wir überhaupt dafür gemacht, unser Leben mit nur einem einzigen Menschen zu verbringen? Oder laufen wir einem Mythos hinterher, einer Idee, die von Menschen geschaffen wurde, damit die Gesellschaft nicht im Chaos versinkt? Ingelore Ebberfeld sagt: Ja, genau das ist der Fall. Was wir Liebe nennen, ist nur eine gesellschaftliche Konvention. Wir sind nicht darauf programmiert, bis ans Lebensende mit nur einer Person zusammen zu sein oder gar glücklich zu werden. Zur eigentlichen Natur des Menschen gehört nicht die Dauermonogamie, wie Expertin Ebberfeld behauptet. Für ihre provokante These führt sie zahlreiches und vor allem stichhaltiges Beweismaterial aus Biologie, Geschichte und Ethnologie ins Feld. Was bleibt, ist die Frage: Können oder wollen wir mit der Entzauberung leben? Ähnlich wie bei Dawkins' Gotteswahn werden viele nicht widerspruchslos von der romantischen Liebe Abschied nehmen wollen.

Der Verlag über das Buch

»Nichts belegt, dass Liebe per se in uns angelegt ist. Richtig ist: Sie wird allerorten und beständig zitiert und herbeigepredigt. Es soll eine Liebe sein, die zwei Menschen zusammenkettet, die Treue und lebenslanges Zusammenleben im Schlepptau hat. Was in uns allen tatsächlich angelegt ist, sind Bindungsfähigkeit und Glaube, sprich Hoffnung und Optimismus. Keinesfalls Treue und Monogamie. Wohl aber ein gewisser Hang zu beidem. Das hat sich die clevere Natur ausgedacht, damit ihr Prinzip funktioniert, das heißt: beharrliche Reproduktion, also Fortpflanzung. Mit anderen Worten, die Natur hat sichergestellt, dass Mann und Frau aneinander Gefallen finden, sich zusammentun, und aus dieser Verbindung Kinder hervorgehen.«

Mehr nicht? Ingelore Ebberfeld macht sich in »Von der Unmöglichkeit der Liebe« auf die spannende Suche nach der Bedeutung der Liebe. Sie schreitet dabei wissenschaftliche und logische Denkmodelle über den Ursprung und das Wesen des »Gefühls der Gefühle« ab und beschreibt das interessante Zusammenspiel von Geist, Seele und Körper.

Angefangen bei der Frage, ob es bereits Liebesgeflüster in den Höhlen der Neandertaler gegeben hat und ob frühe Vertreter des Homo sapiens Liebe empfinden konnten, beschreibt die Sexual- und Kulturwissenschaftlerin die Entwicklung der Liebe von frühester Zeit bis in die heutigen Tage, in der gesetzliche und religiöse Ordnungen Geschlechterbeziehungen regeln und ganze Liebesdiskurse prägen. Ebberfeld fragt, wo die Unterschiede menschlicher Verhaltensweisen zu denen von Primaten und anderen Säugetieren liegen und sie diskutiert, welchen Einfluss abseits genetischer Vorgaben der kulturelle Kontext und damit Konventionen sowie Traditionen der Erziehung, Konditionierung und Nachahmung für die Liebespraxis von uns Menschen haben? Viele weitere Fragen schließen sich an: Gibt es geschlechtsspezifische Wahrnehmungs- und Definitionsformen von Liebe? Was haben Sexualität, Selbstlosigkeit, (Un-)Treue und Eifersucht eigentlich mit Liebe zu tun? Was ist die „Romantische Liebe“? Warum heiraten wir? Was ist Liebeskummer? …

Begegnen Sie mit Ingelore Ebberfeld einem Liebesbegriff, der sich zwischen den Polen genetischer Veranlagung, Körperchemie und gesellschaftlich-kultureller Prägung bewegt. Begleiten Sie die Kulturanthropologin auf ihrer Suche nach Fakten und Fiktionen, die sich rund um die Liebe bewegen; zurück bis in die Anfänge der »Ursuppe«, wo alles begann. Blicken Sie mit ihr auf die Liebesevolution bis heute. Verfolgen Sie Seite um Seite am Beispiel ganz normaler oder außergewöhnlicher Liebesgeschichten und märchenhafter Liebesmythen das Zusammenspiel von Gehirn, Trieb und Gefühl – und sehen Sie, wie die Liebe trotzdem nichts von ihrem Zauber verliert.


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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Warum hatten die Bücher über den Zauberlehrling Harry Potter einen solchen Erfolg? Warum schluchzen vor allem Frauen gerne bei Liebesfilmen? Warum schauen sich vor allem Männer gerne Action-Filme an, in denen einsame Helden die Welt retten? Weil wir die große Illusion lieben. Oder etwa nicht?

Und da kommt nun Frau Ebberfeld daher und gibt ihrem eigentlich hervorragenden Buch einen Titel, der uns unsere größte Illusion raubt. Leider wird dieser unprofessionelle Versuch, das Mittel der Provokation einzusetzen, wahrscheinlich vor allem die wichtige Zielgruppe der weiblichen Leser von diesem Buch fernhalten. Das ist sehr schade, denn es geht in ihm gar nicht um die Liebe, sondern um das Sexualverhalten des Menschen.

Wenn die Autorin meint, dass wir Menschen aus noch näher zu bestimmenden Gründen nicht dafür geschaffen sind, mit nur einem Sexualpartner ein ganzes Leben zu verbringen, ohne ihn wenigstens gelegentlich mit anderen zu hintergehen, dann hat sie statistisch gesehen wohl Recht. Dann ist Liebe nach dieser Definition rein statistisch betrachtet zwar ziemlich unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Man kann es also drehen und wenden, wie man will, der Titel ist unglücklich gewählt und korrespondiert nicht so recht mit dem sehr interessanten und lehrreichen Inhalt des Buches, zumal jeder wohl eine andere Vorstellung von der Liebe hat.

Spätestens seit der Antike beharrt die westliche Zivilisation auf dem Irrglauben, dass die Menschen eine besondere Stellung unter den Lebewesen innehaben. Wir stehen angeblich meilenweit über den Tieren und ziemlich nahe bei den Göttern, die uns nach ihrem Ebenbilde erschufen, obwohl es wahrscheinlich genau andersherum war. Die wissenschaftlich untermauerte Wahrheit, dass es keinen prinzipiellen Unterschied zwischen uns und dem Tierreich in der genetischen Steuerung des Sexualverhaltens gibt, macht die Autorin gleich zu Beginn ihres Buches sehr deutlich.

Nun kann man darüber verstört sein, weil man unseren tierischen Verwandten nicht viel zutraut. Doch bei näherem Hinsehen, sollte man eher verwundert sein, welche unglaublichen Ähnlichkeiten es gibt. Beispielsweise demonstrieren bei den Vögeln männliche Graudrosslinge bei der Brautschau die schiere Selbstlosigkeit. Sie besorgen anderen Futter, schieben Wache und machen sich auf jede mögliche Art im Schwarm nützlich. Dieser demonstrative Altruismus hat - so behaupten Verhaltensforscher - einen simplen Hintergedanken: Wer so viel für andere macht und dennoch überlebt, zeigt seine Fitness und ist deshalb genetisch gesehen erste Wahl.

Die Autorin beleuchtet die verschiedensten Strategien beider Geschlechter bei Tieren und Menschen, die zu einer bestmöglichen und vor allem zahlreichen Weitergabe der eigenen Gene führt. Denn dass dieses Ziel unser Verhalten steuert, steht inzwischen außer Frage. Ebenso klar ist, dass Männer und Frauen dabei grundverschieden vorgehen müssen, weil ihre Ausgangssituation prinzipiell anders ist. Auch das wird sehr gut und detailliert im Buch erläutert.

Wenn man das einsichtige Ziel der Natur akzeptiert, dann wird auch klar, dass eine überschäumende romantische Dauerliebe darin wenig Platz hat, was von eindeutigen Statistiken über das menschliche Paarungsverhalten bestätigt wird. Andererseits existieren in der menschlichen Gesellschaft Regeln, die unserem Sexualverhalten Grenzen auferlegen. Diese Regeln haben letztlich nur den Zweck, das Konfliktpotential, das sich zwangsläufig aus einem sexuellen Faustrecht ergeben würde, einzudämmen und die Gesellschaft vernünftig zu strukturieren. Wie stark dennoch die unbewussten genetischen Programme wirken, zeigt die Tatsache, dass ein hoher Prozentsatz der in Ehen geborenen Kinder nicht vom Ehemann stammt und dies kein Versehen ist, sondern von den Frauen (unbewusst) gewollt wurde. Einen Beweis für diese überraschende Behauptung findet der Leser in diesem Buch.

Fazit.
Natürlich ist Liebe möglich. Doch anscheinend ist eine von einem gewissen Zeitpunkt an lebenslange treue sexuelle Beziehung unter den Menschen eher selten und von der Natur offenbar auch nicht gewollt. Diese Tatsache und ihre Hintergründe zu beschreiben, ist der Autorin sehr gut gelungen. Wahrscheinlich würden viele Menschen gewisse Situationen anders verstehen, wenn sie die von der Autorin sehr gut erklärten Triebkräfte des menschlichen Sexualverhaltens kennen würden. Eine sehr lehrreiche Lektüre.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Katrin Herz TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
'Von der Unmöglichkeit der Liebe' nimmt die Liebe wissenschaftlich aufs Korn. Die Autorin ist, so verrät der Klappentext, Kulturwissenschaftlerin. Und hat von dieser Warte aus so einiges Interessantes zum Thema Liebe beizutragen. Dabei geizt sie nicht mit einer Menge an Hintergrundgeschichten zu den Liebespraktiken und zum Liebesverständnis ferner Zeiten und Länder: Sie macht Ausflüge ins alte Ägypten, auf ferne Südseeinseln und zu fremden Völkern und Kulturen - und manchmal tritt sie einfach nur vor die eigene Haustür und hält Ausschau nach der Liebe. Bei alldem stellt sie viele Fragen: Was ist Liebe überhaupt? Gibt es sie? Wie steht es um die Liebe? Was hat Liebe mit Trieb zu tun? Ist Liebe selbstlos oder egoistisch? Sind Seitensprünge ein Naturgesetz? Ist Liebe einfach nur eine Erfindung? Was haben Religion und Liebe gemeinsam? Was ist Wohlfühllust? Was sagt uns das Reich der Tiere über die Liebe? ... Tausende von Fragen, auf die hier mit vielen kleinen Geschichten, Erfahrungen und gut lesbar aufbereiteten Studien geantwortet wird. Kaum ein denkbarer Aspekt wird dabei ausgelassen.

Besonders erschütternd finde ich die These zur Treue und Monogamie, die nach Ebberfelds Meinung in keinem von uns angelegt ist. Ein Freifahrschein für Betrug und Fremdgehen? Man weiß es nicht genau. Schließlich kann man ja mit dem Herzen auch gegen den Unterleib angehen, oder?

Gewagt finde ich auf jeden Fall die These, Liebe sei ein Konstrukt, das nicht in uns angelegt ist, während der Drang nach Sex immer existiert und Liebe nur als ein Wort herumgeistert, das uns die Aufzucht von Kindern unter gesellschaftlich 'geregelten' Verhältnissen ermöglicht ... und doch hat Ebberfeld gute Argumente auch für solche Behauptungen und lässt einen immer wieder staunen und stutzen. Immer wieder kann man seine Einstellung zur Liebe überprüfen, schauen wie man selbst denkt, überlegen, ob manches stimmt, auch wenn es die eigene Definition von Liebe aus dem Gleichgewicht bringt. Dieses Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und kann so manche Diskussion zwischen Mann und Frau recht feurig werden lassen.

Also: Bei allen streitbaren Behauptungen (und gerade deshalb) eine gelungene Studie über die Liebe. Mit viel Tiefgang. Einer Menge provokanter Thesen. Guten Argumenten. Und trotzdem bleibt die Erkenntnis, dass Liebe letztlich nicht erklärbar ist. Gut so.
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