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Von Menschen und anderen Tieren: Abschied vom Humanismus [Gebundene Ausgabe]

John Gray , Alain Kleinschmied
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 19,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

Juni 2010
Das bisher provokativste Buch eines der wichtigsten Kritiker moderner Ideologien
In John Grays bisher provokativstem Buch rechnet er schonungslos mit dem Humanismus ab. Der Mensch ist für ihn Homo rapiens geblieben, ein verblendeter Ausbeuter der Natur und seiner eigenen Gattung. Es ist Zeit, den Humanismus zu verwerfen, der die Natur und uns selbst zu Tode "kultiviert".In John Grays bisher provokativstem Buch rechnet er schonungslos mit dem Humanismus ab. Der Mensch ist für ihn Homo rapiens geblieben, ein verblendeter Ausbeuter der Natur und seiner eigenen Gattung. Es ist Zeit, den Humanismus zu verwerfen, der die Natur und uns selbst zu Tode "kultiviert".
Der Humanismus ist die Ersatzreligion der Moderne, der es sich auf die Fahnen schreibt, alle Menschen zu emanzipieren.Aber wovon und warum eigentlich? Von ihrer Natur, zweibeinige hoch entwickelte Säugetiere zu sein?
Diesen Humanismus, im Bann des unendlichen wirtschaftlichen wie kulturellen Fortschritts verwirft John Gray als gefährliche, lebensbedrohende Ideologie und verabschiedet ihn.
In "Menschen und andere Tiere", das John Gray auf der ganzen Welt zu einem der wichtigsten Ideologiekritiker unserer Zeit gemacht hat, stellt er ein für alle Mal klar: Der Anspruch der Menschen auf eine Sonderstellung in der Natur, seine grenzenlose Selbstverherrlichung, führt unsere Welt und mit ihr die Menschen selbst in den Untergang.
Himmel und Erde sind nicht gütig.
Ihnen sind die Menschen wie stroherne Opferhunde.
Laotse
(Als Erläuterung des englischen Originaltitels "Straw Dogs" - Strohhunde)

Wird oft zusammen gekauft

Von Menschen und anderen Tieren: Abschied vom Humanismus + Politik der Apokalypse: Wie Religion die Welt in die Krise stürzt
Preis für beide: EUR 42,90

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 245 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1. Aufl. (Juni 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608946101
  • ISBN-13: 978-3608946109
  • Originaltitel: Straw Dogs, Thoughts on Humans and Other Animals
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 325.167 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"...ein so eleganter wie provokanter philosophischer Angriff auf den haltlosen Fortschrittsglauben des Westens und seinen selbstgerechten Lösungsfetischismus in Politik und Kultur." Jens-Christian Rabe, Süddeutsche Zeitung, 15.03.2010 Auf Platz 3 der SZ/NDR-Bestenliste Sachbücher des Monats April 2010

Klappentext

Der Humanismus ist die Ersatzreligion der Moderne, der es sich auf die Fahnen schreibt, alle Menschen zu emanzipieren.Aber wovon und warum eigentlich? Von ihrer Natur, zweibeinige hoch entwickelte Säugetiere zu sein? Diesen Humanismus, im Bann des unendlichen wirtschaftlichen wie kulturellen Fortschritts verwirft John Gray als gefährliche, lebensbedrohende Ideologie und verabschiedet ihn.

In »Menschen und andere Tiere«, das John Gray auf der ganzen Welt zu einem der wichtigsten Ideologiekritiker unserer Zeit gemacht hat, stellt er ein für alle Mal klar: Der Anspruch der Menschen auf eine Sonderstellung in der Natur, seine grenzenlose Selbstverherrlichung, führt unsere Welt und mit ihr die Menschen selbst in den Untergang.

Himmel und Erde sind nicht gütig. Ihnen sind die Menschen wie stroherne Opferhunde. Laotse (Als Erläuterung des englischen Originaltitels »Straw Dogs« - Strohhunde)


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Andre
Format:Gebundene Ausgabe
John Grays Werk ist eine klare Kritikschrift gegen zwei zentrale Standpunkte des Humanismus: sein Fortschrittsglaube und sein auf den Menschen gerichtetes Weltbild. Für einen leidenschaftlichen Aufklärer und Anhänger des Humanismus ist es für mich selbstverständlich mich auch mit Gegenpositionen zu beschäftigen. Dies ist zumeist außerordentlich erhellend und führt öfter auch zu interessanten Modifikationen der eigenen Sichtweise. Eher selten aber passiert es, dass die eigenen Positionen so stark ins Wanken kommen, dass sie von Grund auf erschüttert werden. Genau dies ist mir bei der Lektüre dieses Buches widerfahren! Vom inhaltlichen Standpunkt her gebe ich daher diesem Werk eine Bestnote: John Gray besticht durch außerordentlich genaue Beobachtungsgabe und durch sehr breit gefächertes Wissen um menschliche Kulturen (sowohl geografisch als auch historisch).
Vom Stil her bleibt mir aber dennoch ein Kritikpunkt: der Schreibstil wirkt nicht immer flüssig und zuweilen sogar umständlich. Dies kann natürlich auch an der Übersetzung liegen, aber meine Bewertung gilt eben der deutschen Fassung.
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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lucullus
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Der Humanismus wird von seinen Vertretern als Höhepunkt der geistigen Entwicklung der Menschheit gefeiert. Zudem gilt er ihnen als eine Position, die sich zwangsläufig aus dem kritischen Gebrauch der Vernunft ergeben müsse. Nach Einschätzung des englischen Philosophen John Gray ist er hingegen das Endstadium der europäischen Religionsgeschichte. In dieser Eigenschaft, so betont Gray, trage der Humanismus die Hauptverantwortung für die politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts und stelle eine der größten Gefahren der Zukunft dar.

In der Regel sind Humanisten davon überzeugt, mit der modernen Wissenschaft im Einklang zu stehen. Deren Versuch, sämtliche Phänomene der Wirklichkeit auf natürliche Ursachen zurückzuführen, scheint unweigerlich in eine Haltung zu münden, die ihrem Weltverständnis nach naturalistisch, ihrer normativen Orientierung nach humanistisch ist.

Gray zufolge zeigt sich bei genauer Betrachtung indessen, dass der Humanismus noch weniger mit der Wissenschaft zu vereinbaren ist als das Christentum. Seit dem 19. Jahrhundert habe die Forschung zahlreiche Erkenntnisse zusammengetragen, die demonstrierten, wie eng der Mensch in die Natur eingebunden sei und wie wenig er sich von seinen tierischen Verwandten unterscheide. Von Darwin wüssten wir, dass die Menschheit durch Evolution entstand, von der Zoologie, dass Denken und Bewusstsein bei Tieren weitverbreitet sind, von der modernen Psychologie, dass beides in unserem eigenen Leben kaum zählt, von der Hirnforschung, dass wir vermutlich weder ein "Ich" noch einen freien Willen besitzen.

Damit sei der Naturalismus dem Humanismus in allen wesentlichen Punkten entgegengesetzt. Während der Naturalismus den Menschen zu einem belanglosen Zufallsprodukt der Evolution mache, stelle der Humanismus ihn in den Mittelpunkt der Welt. Während der Naturalismus den freien Willen in Frage stelle, mache der Humanismus ihn zum Kern seines Menschenbildes. Während der Naturalismus die Bedeutung der Vernunft relativiere, erhoffe der Humanismus sich wahre Wunder von ihr. Während der Naturalismus das Leben als sinnlosen Wechsel von Freude und Leid ansehe, fordere der Humanismus uns auf, an den Fortschritt zu glauben.

Diese Gegensätze machen für Gray deutlich, dass der Humanismus nicht aus der Wissenschaft entstanden sein kann. Seine geistigen Wurzeln seien vielmehr im Christentum zu finden. "Der Humanismus ist keine Wissenschaft. Der Humanismus ist eine Religion. Er ist ein postchristlicher Glaube daran, dass wir eine Welt aufbauen können, die besser ist als jede, in der Menschen bislang gelebt haben. Im vorchristlichen Europa ging man ganz selbstverständlich davon aus, die Zukunft werde wie die Vergangenheit sein. Es mochte zwar neue Erkenntnisse und Erfindungen geben, aber an den Grundlagen ethischen Handelns würde sich im Wesentlichen nichts ändern. Die Geschichte des Menschen betrachtete man als eine Abfolge von Zyklen, der kein allumfassender Sinn innewohnt. Die Christen dagegen fassten die Menschheitsgeschichte im Sinne einer Erzählung von Sünde und Erlösung auf. Der Humanismus überführt diese christliche Erlösungsdoktrin in das Projekt, die gesamte Menschheit zu emanzipieren. Die Idee des Fortschritts ist der ins Säkulare gewendete christliche Glaube an die Vorsehung" (S. 13).

Wer das Christentum wirklich überwinden wolle, müsse, so schließt Gray, die humanistischen Illusionen aufgeben.

Dazu gehöre die Überzeugung, die objektive Bedeutungslosigkeit des Lebens lasse sich durch menschliche Sinnstiftungen wirksam kompensieren. Der Erfahrung von Leid, Schmerz und Tod seien solche Bemühungen in der Regel nämlich nicht gewachsen. "Am schlimmsten ist das Leben eines Menschen nicht, wenn es tragisch, sondern wenn es ohne Bedeutung ist. Die Seele ist gebrochen, doch das Leben schleppt sich weiter hin. ... Was bleibt, ist nur Leid. Der tiefste Schmerz ist nicht in Worte zu fassen" (S. 115).

Darüber hinaus gelte es sich von der Vorstellung zu lösen, es gebe eine dem Menschen angemessene Lebensform. Für ein zwiespältiges und innerlich zerrissenes Wesen sei dies eine Unmöglichkeit. "Wir sehnen uns nach Sicherheit, sind aber schnell gelangweilt; wir lieben den Frieden, neigen aber zur Gewalttätigkeit; wir haben eine Schwäche fürs Denken, hassen und fürchten aber die Verunsicherung, die es auslöst. Es gibt keine Lebensweise, die alle diese widersprüchlichen Bedürfnisse befriedigen könnte" (S. 131).

Unumgänglich sei auch der Verzicht auf den Gedanken, die Vernunft könne uns in ethischen Fragen zuverlässig leiten. "Heute liegt für jeden auf der Hand, dass Ungleichheit schlecht ist; vor einem Jahrhundert war allen klar, dass homosexuelle Liebe schlecht ist. Ansichten zu Fragen der Moral sind nicht nur mit starken Emotionen verknüpft, sondern auch oberflächlich und in höchstem Maße zeitgebunden. ... Sobald das Meinungsklima sich ändert, wird der heutige egalitäre Konsens einem neuen Dogma weichen, und man wird wieder genauso überzeugt sein, dass es die unwandelbare moralische Wahrheit verkörpert. ... Gerechtigkeitsideen sind so zeitlos wie die Hutmode" (S. 117).

Vor allem aber müsse der Fortschrittsglaube verabschiedet werden. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt sei zwar real, aber ethisch bedeutungslos. Er schaffe ebenso viele Probleme wie er löse.

Der moralische und politische Fortschritt dagegen sei ein Wunschtraum. Die Geschichte zeige, dass es auf diesen Gebieten nicht zu dauerhaften Veränderungen komme. "Zweifellos wird es in der Zukunft freiheitliche Gesellschaften geben, so wie es sie in der Vergangenheit schon gab. Sie werden aber selten vorkommen, und üblich werden weiterhin Spielarten von Anarchie und Diktatur sein" (S. 137).

Gerade diese letzte, scheinbar stärkste Zumutung, betrachtet Gray als einen Segen, habe der Fortschrittsglaube ja nicht allein den Kommunismus, sondern auch den Nationalsozialismus hervorgebracht und der Welt damit unermessliches Leid bereitet. Hitlers Vorstellung, die Menschheit mit wissenschaftlichen Methoden läutern und durch Eugenik in eine strahlende Zukunft führen zu können, sei eine direkte Anknüpfung an das Denken der Aufklärung gewesen (S. 108).

Gray hofft nicht darauf, die Mehrzahl der Zeitgenossen für einen nüchternen Realismus gewinnen zu können. Schließlich gehöre es zum Wesen des Menschen, sich Illusionen zu machen (S. 45; 98). Es sei aber viel gewonnen, wenn man zu Illusionen greife, die weniger schädlich seien als der Humanismus. Heraklit, der das Weltgeschehen als ein Spiel betrachtete und Zhuangzi, für den es ein Traum war, hätten gezeigt, wie man sich im Leben einrichten könne, ohne vom Menschen und der Zukunft Unmögliches zu erwarten.

Grays Buch ist zu essayistisch und kurz, um eine sorgfältige Begründung dieser Thesen zu erlauben. Es muss mit der gleichen Erwartung gelesen werden, wie die Schriften Montaignes, Nietzsches oder Ciorans. Wer dazu bereit ist, wird ihm eine Fülle von Anregungen entnehmen können.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliant 19. Juni 2010
Von Jay2Cees
Format:Gebundene Ausgabe
John Gray zerlegt mit knappen Argumenten die Mythen der Moderne, das "Immer schneller, immer höher, immer weiter", den Machbarkeitswahn der heutigen Zeit und zeigt die Hintergründe der Verrücktheiten der heutigen Welt auf.
Im Prinzip ist die moderne Ideologie - die sich auch im Politischen zeigt, z.B. in den Utopien der Europäischen Kommission - genau so weltfremd, wie die Scholastik des Mittelalters. Und beide ruhen auf dem selben Fundament: dem Christentum mit seiner Heilserwartung.
Es ist erschreckend wie tief das christliche Denken immer noch präsent ist.

Dass diese Zertrümmerung liebgewonnener Utopien vielen nicht gefällt, ist klar. Deshalb wundert es nicht, dass das Buch wenig Zuspruch erhält. Absurd ist, wenn hier Leute behaupten, die Aussagen von Gray ständen im Widerspruch zu biologischen Erkenntnissen. Das Gegenteil ist der Fall.
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