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Von Liebe, Neugier, Prozac und Zweifeln
 
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Von Liebe, Neugier, Prozac und Zweifeln [Gebundene Ausgabe]

Lucía Etxebarría
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 314 Seiten
  • Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt (August 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3627000641
  • ISBN-13: 978-3627000646
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 802.978 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In ihrem ersten Roman erzählt die junge, vielversprechende spanische Autorin Lucía Etxebarría, mit einem erfrischenden, frechen, mitunter auch frivolen Ton aus dem Leben dreier Schwestern in Madrid.

Die älteste, Ana, Mutter und Hausfrau, die sich gerade noch dazu aufraffen kann, ihr Leben vor dem Fernseher zu fristen, kommt zu dem Schluß: "Das Leben im allgemeinen ist wie die Schlange in einem Supermarkt: langsam, unbequem und voll mit unerträglichen Leuten."

Die mittlere Schwester, Rosa, ist gerade dreißig geworden und in ihrem Job ganz oben. Sie war immer Jahrgangsbeste und lebt jetzt "mit einer Festplatte als Hirn und einem Modem als Herzen" auch nicht glücklich. Es muß im Leben außer ihrem Alfa Romeo noch etwas anderes geben, doch was?

Die meisten Kapitel, deren Überschriften alphabetisch untergliedert sind, von A wie die Atypische bis zu Z wie Zenit, erzählt die Jüngste, Cristina. Sie ist Anfang zwanzig, arbeitet hinter der Theke einer Bar und führt, seit ihr Lover sie verlassen hat, ein noch ruheloseres Leben. Sie weiß nicht nur über die verschiedenen Stile von Techno alles, sondern meint: "Ich bekenne mich zu allen Rauschgiften und bin immer unterwegs."

Von Liebe, Neugier, Prozac und Zweifeln ist ein Buch, das mit den Klischees der Powerfrauen à la Hera Lind in der Frauenliteratur aufräumt. Ana, Rosa und Cristina stehen für drei Lebensentwürfe, die nicht nur in Spanien zu finden sind -- an diesem Punkt beginnt das Buch, interessant zu werden. --Manuela Haselberger

Neue Zürcher Zeitung

Von Liebe, Fado und Techno

Zwei Romane über die iberische «Szene»

Die Muse küsst nicht jeden. Nicht einmal in New York. Zwei Künstler, ein Schriftsteller und ein Maler, suchen die Inspiration deshalb anderswo. Es lockt Europa, die alte Kulturlandschaft, selbst an ihren Rändern reich an künstlerischer Tradition. Der Zufall verschlägt die beiden nach Portugal. Was folgt, ist ein Lied vom mediterranen Sommer.

1986, mit 25 Jahren, hat der portugiesische Literaturwissenschafter Rui Zinc seinen ersten Roman geschrieben. «Hotel Lusitano», erst jetzt auf deutsch erschienen, schildert Lissabon aus der Sicht zweier amerikanischer Lebenskünstler. Zinc nutzt die ungewöhnliche Perspektive zum Spiel mit den unausrottbaren Stereotypen aus der Welt der Reiseführer: Fado, saudade, die Trauer um das untergegangene Weltreich – die banalen Gemeinplätze der Reiseliteratur liessen sich kaum amüsanter vorführen. Schade nur, dass Zinc selbst hin und wieder in Stereotypen fällt: einen Künstler-, einen Szene-Roman hatte er schreiben wollen, in der flapsigen Sprache der amerikanischen Bohème; doch etwas angestrengt klingt zuweilen das portugiesische Imitat, und deshalb auch das deutsche. Immerhin: seine Helden sind Flaneure, keine Künstler; und der warme Schein der portugiesischen Sonne setzt ihr künstlerisches Scheitern in ein heiteres Licht. Selbst dass die schwangere Geliebte ihren Schriftsteller am Ende so hinterhältig ins Messer laufen lässt, trübt die sonnige Atmosphäre des Romans nur wenig.

Lissabon, schreibt Zinc, ströme eine «deprimierende Melancholie» aus – im Werk der spanischen Premio-Nadal-Preisträgerin Lucía Etxebarría ist sie in die Menschen selbst gekrochen. In ihrem ersten Roman, «Von Liebe, Neugier, Prozac und Zweifeln», beschreibt sie die pulsierende Weltstadt Madrid als Ort postmoderner Illusionslosigkeit. Drei Frauen hetzen durch die Stadt: Cristina, Rosa und Ana. Schwestern, die verschiedener kaum sein könnten: Kellnerin in einer Techno-Bar die eine, erfolgreiche Karrierefrau die andere, biedere Hausfrau die dritte. Und jede erlebt auf ihre Weise das nüchterne Lebensgefühl der instabilen neunziger Jahre. Zincs unbeschwerte Lebenskünstler konnten sich noch mühelos drei Monate Ferien in Lissabon leisten – die Frauen bei Etxebarría müssen jeden Tag neu für ihre Existenz aufkommen. Verlassen können sie sich nur auf sich selbst, zählen dürfen sie auf niemanden: Die Beziehungen der Neunziger, sagen sie. Vergänglich. No future. Generation X. C'est la vie.

Cristina, die Kellnerin, sucht die Wärme anderswo: in Techno, Rave und Ecstasy, doch vor allem in erotischen Abenteuern. Deren Zahl ist Legion, und das Buch ist durchzogen von ausgiebigen Darstellungen ihrer amourösen Abenteuer – gewöhnlichen und weniger gewöhnlichen. Etxebarría hat Sinn für skurrilen Humor; und wer ihn teilt, wird sich bestens unterhalten fühlen. Zugleich amüsiert man sich über die unbeschwerte Deutung des Liebeslebens: Die Mythen der Psychoanalyse haben ausgedient. Der letzte Grund von Cristinas unkontrollierter Promiskuität ist nicht die klassische «Suche nach der Vaterfigur», sondern schlicht ein Überschuss an Testosteron. Männliche Hormone dynamisieren selbst die weibliche Seele.

Überhaupt: chemische Bindungen ersetzen die menschlichen. Rosa, die hochbezahlte Luxusangestellte, meistert ihr einsames Leben dank Prozac, jenem Wundermittel aus der pharmazeutischen Zauberküche. Und selbst Ana, die unterbeschäftigte Mustergattin, wird ihrer Depression nur mit bunten Pillencocktails Herr. Doch auch so lässt sie sich nicht abstellen, die Sehnsucht nach Emotionen.

Etxebarrías Roman hat den Stoff zur Hymne an die aufgepeitschte Melancholie unserer Zeit. Zum Glück jedoch bewahrt uns die Autorin vor den ganz euphorischen Tönen. Souverän gebraucht sie die Stilmittel der Moderne und schafft wohltuende Distanz. Drei Schwestern, drei Monologe. Jede von ihnen ist Zeugnis eines eigenen Weltbildes, lädt auf andere Weise zur Identifikation ein. Erst das konzertierte Wechselspiel, diktiert vom Rhythmus der Kapitel, erhebt die Monologe zum Dialog, schafft Raum für Relativierung. Ein weiter Blick. Er fällt auf eine hektische, aber poetische Wirklichkeit. Rui Zincs einfältige Lebenskünstler öffnen die Augen erst am Ende. Die Frauen von Lucía Etxebarría haben sie niemals richtig geschlossen.

Kersten Knipp


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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein einfach nur geniales Buch..., 21. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Von Liebe, Neugier, Prozac und Zweifeln (Gebundene Ausgabe)
Ein Lichtblick am Bücherhimmel über die sogenannte Generation X und in diesem Fall ihre Frauen ist mit Sicherheit Lucia Etxebarrias Buch "Von Liebe, Neugier, Prozac und Zweifeln". Fern ab von typisch langweiligen Frauenromanen à la Hera Lind wird hier dynamisch und mit viel Tempo die Geschichte dreier Schwestern erzählt, die auf den ersten Blick nicht verschiedener sein könnten: Cristina hält sich als Kellnerin mit Männern, Techno und Drogen über Wasser. Ihre Schwester Ana lebt ausschließlich für Haushalt, Kind und ihren reichen Mann. Die dritte der Schwestern ist eine Karrierefrau. Mit diesen drei Frauen zeigt Lucia Etxebarria vielleicht drei Grundtypen Frau dieser Zeitauf, allerdings ohne ins Klischee zu verfallen. Am Ende zeigt sich, wie ähnlich sich die drei Schwestern eigentlich in ihren Problemen doch sind, wenn man nur tiefer schaut und von der Oberfläche abtaucht. Dieses Buch ist so genial, daß man hofft, daß sehr bald weitere so gute Bücher von Lucia Etxebarria geschrieben werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Puzzle - das Leben dreier Schwestern, 10. Juli 2001
Von Ein Kunde
In Rückblicken wird das Puzzle um das Leben dreier Schwestern zusammengesetzt. Immer tiefer dringt die Autorin dabei in die Geschichte von Ana, Rosa und Christina ein. Das Leben keiner der drei Frauen ist so einfach, wie es zunächst den Anschein hat. Selbst die eigenen Schwestern wissen nicht, welche Abgründe sich in jeder von ihnen auftun. Was verbirgt sich hinter der Putzwut der ältesten Schwester und ihrem vermeintlich perfekten Leben, oder wie sieht das Leben von Rosa aus, die beruflich mehr als erfolgreich ist, und Christina, die "kleine" Schwester, 24 Jahre alt, Kellnerin in einer Club, die an ihrer Abschlußarbeit schreibt und zusammen mit ihrer magersüchtigen Freundin Line hemmungslos das Nachtleben Madrids auskostet? Das Ergebnis der Introspektive der drei Schwestern ist mehr als überraschend und auf alle Fälle lesenswert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen HerzSchmerzerfrischender Jungerwachsenenroman, 11. November 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Von Liebe, Neugier, Prozac und Zweifeln (Gebundene Ausgabe)
Die dunkle Hübsche aus Bermeo/Spanien hat hier einen Volltreffer gelandet. Das Leben und Lieben, Erwartungen und Enttäuschungen, begangene Fehler und Sehnsüchte dreier vordergründig verschiedener Schwestern beschreibt sie auf eine leichte frische Weise, das es eine Lust ist sich in der Geschichte oft selbst wiederzufinden. Wer sich gerne beim Lesen gelungene Passagen oder Sätze anstreicht, sollte sich einen langen dicken Stift zulegen.
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