Kurzbeschreibung
"Ich bin von Kopf bis Fuá auf Liebe eingestellt". Den Welthit, den Marlene Dietrich einst im legendren "Blauen Engel" sang, kennt wohl jeder. Beinahe vergessen jedoch ist der Mann, der diese Melodie und 175 weitere Filmmusiken schuf: Friedrich Hollaender. Seine Lebenserinnerungen muten an wie ein Who's Who jener Zeit, eine Show auf der Bhne unseres Jahrhunderttheaters: Else Lasker-Schler beim spiritistischen Tischercken, Ringelnatz und Tucholsky beim gemeinsamen Besufnis, Lilian Harvey, Heinz Rhmann und Richard Strauss werden mit spitzer Feder portraitiert. Nachdem Hollaender als "Kulturbolschewik" und Jude 1933 aus Deutschland fliehen muáte, konnte er bald in den USA Fuá fassen. Er arbeitete fr die Filmgesellschaften Fox, Warner Brothers und Paramount und erffnete am Santa Monica Boulevard seinen "gutgehenden Geruscheladen", ein Tingel-Tangel-Theater, zu dessen illustren Gsten die Dietrich, Charlie Chaplin, Bette Davis und Hemingway gehrten. 1956 kehrte er nach Mnchen zur ck und arbeitete weiter fr das Kabarett. Hollaenders Memoiren sind ein rasanter, temperament- und geruschvoller Parforceritt durch ein Leben voller Glamour, dessen Dramaturgie weniger durch historisch verbindliche Fakten als durch spielerisch-musikalische Improvisationen bestimmt wird.
Über den Autor
Volker Kühn kam über den Journalismus zu Funk- und Fernseharbeit. Ab 1963 Redakteur beim Hessischen Rundfunk, für den er über zehn Jahre lang die satirische Monatsbilanz 'Bis zur letzten Frequenz' schrieb und produzierte. Seit 1970 freier Autor und Regisseur. Zahlreiche Hörspiele und Features, TV-Dokumentationen und CD-Produktionen. Mitglied des PEN-Zentrums. Lebt in Berlin.