Paul Austers Buch "Von der Hand in den Mund" ist eine bunt zusammengewürfelte Sammlung, die aus seiner Autobiographie, drei frühen Theaterstücken, einem Detektivroman und seiner Spielerfindung, einem Kartenspiel, das einem Baseballmatch nachempfunden ist. Auch wenn diese Zusammenstellung dadurch motiviert ist, daß alles mit Austers früheren Jahren vor seinem literarischen Durchbruch zu tun hat und seine kreative Arbeit in dieser Zeit darstellt, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier für ein neues Buch noch einmal ganz kräftig die alten verstaubten Schubladen aufgemacht worden sind, um nachzuforschen, ob man nicht doch etwas davon noch verkaufen kann. (Bizarrerweise windet sich Auster laut Auskunft des Verlages noch darum, ob er die Aufführungsrechte für seine Stücke herausgeben soll oder nicht). Auch die Qualität läßt zu wünschen übrig. Als Austerfan mag man sich vielleicht noch über die gönnerhafte Geste freuen, daß der gute Paul auch sein mittelprächtiges Frühwerk der Öffentlichkeit nicht vorenthält. Der Detektivroman ist gelinde gesagt langweilig. Die drei Theaterstücke bedienen sich auffallend reichlich bei Samuel Becketts Theaterstücken der 60er und 70er (Auster kannte Beckett gut in seiner Pariser Jahren). Allenfalls "Laurel und Hardy kommen in den Himmel", das einzige Stück, das Auster noch einmal später überarbeitet hat, zeigt streckenweise sein späteres Können. Seine 1996 geschriebene Autobiographie, die von seiner Jugend, seinem Studium, den Jahren in Paris und der schwerigen Rückkehr nach New York, bis zu seiner ersten Veröffentlichung handelt, ist gut und interessant geschrieben. Leider weiß man aber vieles schon, da Auster sich offenherzig seiner autobiographischen Elemente in seinen Romanen bedient. Also, mein Tip: bei den Roman bleiben, die sind gut!