Aus der Amazon.de-Redaktion
Doch das ist eine Täuschung. Martin Luther hat 1520 in seinem Werk Von der Freiheit eines Christenmenschen gezeigt, daß echte Freiheit nicht ohne Gott existieren kann. Durch den Glauben an den Gott, der mich auch in meinem Scheitern annimmt, werde ich wirklich frei. Martin Luther schärft mir ein, daß Freiheit ohne Liebe sehr viel fehlt. Ich werde durch die Freiheit des Glaubens ein Mensch, für den Liebe Folgen hat. Ich kann andere Menschen lieben und ihnen zu Seite stehen.
Das Buch des deutschen Reformators, eine der reformatorischen Hauptschriften, hat nichts an Aktualität eingebüßt. Dabei ist es in einer klaren, jedermann verständlichen Sprache geschrieben, so daß ich das Werk jedem empfehlen kann, der wissen will, was es heißt, als freier Mensch in Gottes Liebe für diese Welt zu leben.
Das ist das Vermächtnis dieser Schrift Luthers. Darum lohnt es sich, das Buch auch im dritten Jahrtausend nach Christi Geburt zu lesen. Das Individuum kann nicht allein von der Freiheit leben. Der Mensch braucht die Beziehung, das Leben in der uneigennützigen Liebe zum Anderen. Heute nötiger denn je. --Christian Frühwald
Buch der 1000 Bücher
Von der Freiheit eines Christenmenschen
OA 1520 Form Sachbuch Bereich Theologie
Von der Freiheit eines Christenmenschen von Martin Luther ist die Grundsatzantwort auf die mittelalterliche Frage, mit welchen eigenen Möglichkeiten (Werken) der Mensch Gottes Gnade verdienen kann. Die wegen des aufkommenden Buchdrucks schnell verbreitete Schrift bildet die Grundlage der so genannten Rechtfertigungslehre.
Entstehung: Die 95 Thesen von Luther hatten einen öffentlichen Streit unter Gelehrten ausgelöst. Als im Oktober 1520 die Bannbulle des Papstes in Wittenberg eintraf, entschloss sich Luther zu einer Abhandlung für den Papst, die ohne gelehrten Apparat verständlich war und in Deutsch und Latein abgefasst wurde.
Inhalt: Nach Luther ist die Natur eines Christen in eine geistliche und eine leibliche unterteilt. Die leibliche Natur ist Fleisch und Blut des christlichen Menschen, die geistliche betrifft die Seele, die von Äußerem nicht erreicht wird und alles entbehren kann außer Gottes Wort. In diesem Sinne ist auch die R Bibel auf die verschiedenen Naturen des Menschen ausgerichtet. Die Gesetze Gottes (Altes Testament) schreiben gute Werke vor, weisen an und lehren, geben aber keine Kraft dazu, das Gute auch wirklich zu tun. Wohl aber rufen die Gesetze des Alten Testaments die Erkenntnis hervor, eben dieses Unvermögen zum Guten zu erkennen. Erst das Neue Testament, in dem durch Christus Gnade, Frieden und Freiheit versprochen ist, bringt die Befreiung von der Qual des Ungerechtseins: Einzig und allein durch den Glauben an Gottes Handeln vollzieht sie sich beim Glaubenden. Dieser Glaube regiert die Seele und die befreite, gerechtfertigte, christliche Seele tut notwendig gute Werke, wenn sie wirklich dem Gott Christi die Ehre gibt. So meint christliche Freiheit schlicht den Glauben. Sie betrifft den innerlichen Menschen.
Allerdings kann daraus nicht gefolgert werden, man müsse sich deshalb nicht mehr um den Zustand des Leibes kümmern: Damit der Leib nicht mutwillig wird, ist er im Zaum zu halten und zu disziplinieren. Indem Luther die These vertritt, dass aus einem guten Menschen nur gute Taten hervorkommen, nicht aber gute Werke schon einen guten Menschen ausmachen, fordert er vom Menschen Wahrhaftigkeit, die mehr sein muss als nur äußerliche Einhaltung von Regeln. Die Triebfeder zum wahrhaftigen, guten Handeln am Nächsten sieht Luther in der Dankbarkeit gegenüber Jesu Gehorsam vor Gott, mit dem die nach ihm Kommenden befreit werden. Denn durch den Glauben fährt nach Luther ein Christenmensch aufwärts zu Gott, und von Gott wieder abwärts durch die Erfahrung von Liebe zum Nächsten.
Wirkung: Die Wirkung der Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen ist nur als Bestandteil der Wirkung seiner frühen Schriften insgesamt zu erschließen. Anhaltende Bücherverbrennungen, die die öffentliche Wirkung von Luther unterbinden sollten, führten schließlich dazu, dass er nach Ablauf der 60-Tage-Frist zum Widerruf seinerseits eine Verbrennung vornahm, die die Bannandrohungsbulle und päpstliche Gesetzessammlungen zerstörte. Eine kaiserliche Vorladung nach Worms sollte ihm Gelegenheit geben, sich in Deutschland zu seinen Ideen zu äußern. Luthers Reise war, gemessen am Zustrom von Interessenten während seiner Reise, ein Triumphzug. Während des Wormser Reichstags widerrief Luther seine Lehre nicht. Dies imponierte besonders denen, die Deutschland von Rom ausgebeutet sahen. B. H.


