Kurzbeschreibung
Zum Teil noch unveröffentlichte Texte aus zwei Jahrzehnten, in der Mehrzahl jedoch in den letzten Jahren entstanden, zeigen den "digitalen Denker" Vilem Flusser von seiner anderen Seite: Engagiert gegen den Nationalismus, den er in verschiedenen Gestalten aus den Abgründen auftauchen sah, die sich beim Zusammenbruch der politischen Vernunft öffnen und denen nur mit Vernunft nicht beizukommen ist. Dieses Engagement kam nicht von ungefähr; es gründete in der am eigenen Leibe und im eigenen Denken gemachten Erfahrung des Vertriebenseins und der Heimatlosigkeit, die Flusser mehr und mehr als Chance begriff - als den Vorteil, keine Heimat zu haben. "Die Migration ist eine kreative Situation", doch will die mit ihr verbundene Freiheit auch ausgehalten sein, und das hieß für Flusser, sie in Verantwortung umzuformulieren. Dazu bedarf es einer neuen Denkart, zu der Flussers Texte und Schriften anstiften wollen.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Autorenporträt
Vilem Flusser, geboren 1920 in Prag, gestorben 1991, emigrierte 1939 über London nach Sao Paulo. 1959 wurde er Dozent für Wissenschaftsphilosphie, 1963 Professor für Kommunikationsphilosophie an der Universität Sao Paulo.
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