Das 2011 erschienene Buch ist eine wahre Fundgrube für alle diejenigen, die sich mit freier oder angewandter Gestaltung befassen. Angefangen bei den allgemeinen Grundlagen des Papierfaltens, zu denen die fachgerechte Einteilung des Papiers und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Faltmustern gehören, führt Paul Jackson den Leser weiter zu immer komplexer werdenden Faltformen, die durch Verdoppelungen, Verschiebungen, Rotationen oder Kombinationen aus diesen entstehen.
Die Beispiele sind überwiegend zweckfrei, lassen aber schnell Assoziationen und Ideen zur Gestaltung von Objekten der Alltagskultur wie Schalen, Lampen oder auch Schmuckformen aufkommen. Es ist faszinierend, welche Dynamik, Spannung und Raumwirkung die Papierformen erhalten, die entweder durch komplexe Faltmuster, oder durch einige wenige gezielt gesetzte Faltungen oder Knicke entstanden sind. Da vor allem die letztgenannten Arbeiten nicht aus der Origami-Technik abgeleitet sind, ist deren ästhetische Wirkung auf interessante Weise neu. Mit einem Kapitel zu Arbeiten, die alle Möglichkeiten des Knitterns und Knüllens ausschöpfen, schließt das Buch ab. Durch das Knittern wird eine eher eine feinfaserige Textur erreicht. Zusätzliche, quer angelegte Faltungen ergeben neue Strukturen und räumliche Wirkungen in den sehr freien Arbeiten.
Als Leser bzw. die Leserin finden Sie ein riesiges Spektrum an Anregungen und selbst, wenn Sie nicht alle Modelle gleich nachbauen wollen, macht es Spaß, das Buch durchzuschauen und als Nachschlagewerk sein Eigen zu wissen. Die Aufmachung überzeugt durch angenehm kurz gehaltene Texte. Konsequent durchgezogen und sehr gelungen ist die bei jedem Faltmodell eingehaltene Gegenüberstellung von Foto und schematischer Zeichnung der Faltanleitung. Die beiliegende CD enthält alle Vorlagen im A 4 Format.