Das Buch gliedert sich in zwei große Kapitel
Chaos - Wende - Entwicklung und
Ziel - Weg - Handlung.
Im Ersten Teil widmet sich Hans Rosenkranz dem sozialen Geschehen und den menschlichen Grundlagen. Er erklärt den Unterschied zwischen Selbstbild und Fremdbild im gruppendynamischen Prozess wie auch im Alltag.
Weiters beschreibt er verschiedene Abwehrmechanismen, Überlebensspiele wie Opfer-Verfolger-Spiele oder Retter - Spiele und bezeichnet diese als kindliche Strategie um zu überleben, die uns im Erwachsenenalter aber unser Leben erschweren.
Viele Aspekte des Rollenverhaltens im Team oder in einer Gruppe lassen sich aus frühen Erfahrungen der Ursprungsfamilie ableiten und erklären. Sie bestimmen zum Teil unsere Rolle aber auch unsere Art zu kommunizieren (verbal oder auf der Ebene der Körpersprache). Mit allem, was wir tun oder lassen, beeinflussen wir unsere gegenseitigen Beziehungen. Der Autor fordert auf den Mut zur Konfrontation zu finden und sich auf die eigenen Gefühle einzulassen.
Im Zweiten Teil des Buches beschreibt der Autor wie man als Eltern, Trainer oder Manager das vor einer Konfrontation als unmöglich und gefährlich Erscheinende als einen natürlichen Weg zu Nähe und Zusammenarbeit begleiten kann.
Häufig scheitern Kooperationen und Konfliktbearbeitung an der Unfähigkeit, unmissverständlich, direkt und auch gefühlsbezogen zu kommunizieren.
Der Autor möchte darauf hinführen, Gefühle wieder wahrzunehmen und zu lernen diese so auszudrücken, dass man keinen damit verletzt.
In gruppendynamischen Selbsterfahrungskursen lernen die Teilnehmer aus der - teils selbst-, teils fremdverschuldeten - Abhängigkeit der Symbiose herauszutreten, indem sie Familienprozesse in der Gruppe nacherleben und Störungen bearbeiten.
Sehr anschaulich vermittelt der Autor die verschiedenen Phasen einer Gruppe und die Parallelen der persönlichen Entwicklung in der Familie.
Er setzt sich auch mit der Wichtigkeit von Feedback auseinander. Dieses zu geben oder nehmen und die dabei auftauchenden eigenen Gefühle sehr bewusst wahrzunehmen und mitzuteilen, kann beim Empfänger sehr wohl einen Bewusstwerdungsprozess anregen. Zudem gibt der Autor eine genaue Anleitung für Feedbackleiter.
Weiters beleuchtet er, wozu Teamarbeit notwendig ist und auch die Art und Weise der Störfaktoren.
Wie im ersten Teil bindet er auch im zweiten Teil immer wieder Erfahrungen seiner Gruppenmitglieder mit ein.
Im Abschluss des Buches veröffentlichte der Autor einen Erfahrungsbericht eines Mitgliedes eines einwöchigen Gruppendynamik - Seminars. Dieser Bericht veranschaulicht noch einmal die aufgestellten Thesen des Buches und rundet dieses sehr gut ab.
Fazit
Hans Rosenkranz schrieb hiermit ein sehr anschauliches, in gut verständlicher Sprache geschriebenes Werk. Es lässt sich leicht und schnell lesen, wobei man beim öfteren Durcharbeiten auf immer wieder neue Facetten und Anregungen stößt.
Sehr anschaulich und lebendig werden seine theoretischen Grundlagen durch die im gesamten Werk eingefügten Erfahrungsberichte, wobei mir persönlich diese manchmal etwas zu langatmig waren.