Im Intro zitieren Selig erst einmal Krautrocksounds um dann sofort dynamisch anzuziehen und in '5000' Meilen überzugehen ' und für die nächste Stunde reißt der Selig-Spannungsbogen nicht mehr ab. Verbinden Selig in 'Freier Fall' erdigen Rock mit kosmonautisch anmutenden Keyboardklängen, so konnte die Single 'Von Ewigkeit zu Ewigkeit' ja schon im Radio überzeugen. In 'Dramaqueen' klingen sie ein wenig nach den Red Hot Chili Peppers der 90er mit rotzigen, funkigen Gitarren- und Bassounds, wohingegen 'Doppelgänger' mit seinen catchy Gesangslinien die vielleicht eingängigste Nummer auf der Scheibe ist. Im sogenannten 'Ausgang' verfrachten Sie erneut Krautrocksounds in die 00er Jahre und beenden mit einem wohligen Jam-Session-Gefühl die Reise durch Selig-Land.
Der typische 'plewkaeske' Gesang, lyrische Texte, verzaubert und schön und trotzdem immer ehrlich und glaubwürdig, ein Umgang mit deutscher Sprache, die niemals (auf die meist negative Konnotation bezogen) 'deutsch' wirkt.
Und doch scheint Hamburg als Heimat der Band immer ein wenig durch, so benutzen sie das Meer und nautische Redewendungen häufig metaphorisch, doch trotz dieser regionalen Prägung ein unfassbar internationaler Sound!
Gesamteindruck: Ein runder, stimmiger Bandsound, mit spannenden Instrumentalriffs und wunderschönen Texten, unterstrichen durch den unfassbaren Charme der Stimme Jan Plewkas.
Mit der zweiten Platte seit ihrem Comeback besinnen sich Selig auf das Wesentliche, das was sie am Besten können: Gute Musik machen
Der Silberling ist definitiv Pflicht für den gut sortierten Plattenschrank!
Ich persönlich werde die CD wohl heute noch ein paar Mal anhören, mich dabei weiter in sie verlieben und natürlich fleißig abstimmen bei der Bundesvision heute Abend ...