Nun ist die zweite Scheibe innerhalb von 18 Monaten da, von einer Band von der man nicht mehr zu hoffen wagte, dass es sie noch einmal gemeinsam zu sehen und zu hören gäbe.
Wo das Comebackalbum doch sehr straight und teilweise geglättet klang, wagen die fünf Herren auf diesem Album deutlich mehr Experimente, sowohl textlich als auch musikalisch (so läuft gerade der "Ausgang" im Player, der schon sehr psychodelisch anmutet und ein wenig an das "hier" Album erinnert).
Die einzelnen Songs durchzugehen spare ich mir, es sei angemerkt, dass sich diese jedoch "am Stück" zu hören empfiehlt und nicht als Einzeldownload nur weniger Titel.
Einige Kritiken, die anmerken, Selig würden halt wie immer klingen und während entsprechend ein wenig langweilig, lässt sich nur entgegen: Gott sei Dank klingen sie wie Selig (den Versuch mit Blender hat die Band 12 Jahre Pause gekostet), die Ärzte, die Hosen etc. haben sich auch nicht neu erfunden.
Der einzige "Nachteil" am neuen Album ist: wer Selig nicht mag, wird sie mit diesem Album auch nicht lieb gewinnen, wer die alten Sachen und die Unendlich Scheibe mag, kann hier unbedenklich zugreifen. Und wer sich unschlüssig ist, sollte vielleicht erst mal auf ein Konzert im Herbst gehen und sich einen Liveeindruck machen, der ist nämlich um Längen besser als die Alben, wie die Bonusmaxi beweist (was die Frage an die Band aufwirft, warum es eigentlich kein Livealbum gibt???).