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Von Büchern und Autoren (Werke in 20 Bänden, Bd 4)
 
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Von Büchern und Autoren (Werke in 20 Bänden, Bd 4) [Taschenbuch]

Jorge Luis Borges
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 374 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2 (26. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596105803
  • ISBN-13: 978-3596105809
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 386.226 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jorge Luis Borges
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der große Erzähler und Dichter Borges war zugleich einer der hellsichtigsten Kritiker seiner Zeit. Von 1936 bis1939 betreute er in Buenos Aires den Literaturteil der Zeitung »El Hogar« und verfasste dazu zahllose Autorenporträts, Rezensionen und Polemiken. Von Thomas Mann zu Kafka und Döblin, von Edgar Allen Poe bis T. S. Eliot und Virginia Woolf, von H. G. Wells zu James Joyce und Ernest Hemingway ist ihm in der Ferne von Buenos Aires scheinbar nichts entgangen. Und gleichzeitig begegnet uns in seinen Essays immer wieder die Signatur seines Werks: der Mensch, das Labyrinth, die Zeit.

»Seine blendende Wirksamkeit geht jeder Interpretation voraus und hängt nicht von ihr ab. Das gilt auch für das Universum, das uns zerstört, verklärt und tötet, und niemals wissen wir, was es ist.« Jorge Luis Borges über Eugene O’Neill

Autorenporträt

Jorge Luis Borges, 1899 in Buenos Aires geboren, gründete schon als junger Mann mit Freunden zusammen literarische Zeitschriften. Sein erster Gedichtband erschien 1923. Von 1950 bis 1953 war er Präsident des argentinischen Schriftstellerverbands und von 1955 bis 1973 Direktor der Nationalbibliothek von Buenos Aires. 1961 erhielt er, zusammen mit Beckett, den Internationalen Literaturpreis Formentor, dem bis zu seinem Tod 1986 in Buenos Aires zahlreiche internationale Ehrungen folgten. Kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hat so viele andere Autoren beeinflusst wie Borges.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Borges rezensiert in diesem Band Bücher. Könnte langweilig sein. Viele Leute besprechen Bücher. Marcel Reich-Ranicki tut es auch. Borges hat dem gegenüber den Vorteil zu einer exzellenten Schreibe ein genialer Autor dieses Jahrhunderts zu sein, der neben hoher Literatur auch die Science-Fiction achtete. Schlauer Kerl, der Borges. Das macht sein Urteil so spannend! Und so bekrittelt Borges "Star Begotten" von H.G. Wells und findet "den Plot nicht übel"; er sagt über Olaf Stapledon, heute als SciFi-Schreiber für Anspruchsvolle gepriesen, er sei "nichts als ein Stümper". Dann Kafka! "Der Prozess" sei von "furchtbarer Schlichtheit", "halluzinatorisch" und schliesslich findet Borges: Kafkas "Eindringlichkeit ist nicht zu bestreiten". Etwa 240 kurze Borges-Urteile gibt es auf 366 Seiten zu haben. Huxely, Döblin, Woolf, Chesterton, Priestley, Hauptmann - sie alle werden eingekreist, mit gezielten Worten erlegt, ausgenommen, gut gewürzt dargeboten und hoffentlich: häufig verspeist. Eins ist klar: Niemand braucht dies Buch, doch Borges-Fans werden es lieben.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Faszination ist keine Illusion 17. November 2011
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
"Auf irgendeiner Seite eines seiner vierzehn Bände meint De Quincy, ein Problem entdeckt zu haben sei nicht weniger bewundernswert (und weit fruchtbarer) als die Entdeckung einer Lösung."

Borges liebte Probleme. Oder besser: Er liebte faszinierende Ideen, die ja teilweise auch gleichsam faszinierende Probleme sind (Mythen, Theorien, literarische Techniken, inhaltliche und stilistische Obskuritäten).
In diesem Buch sind Beiträge versammelt, die Borges zwischen 1936-39 alle zwei Wochen für die Zeitung "El Holgar" schrieb. Es sind kurze Biogramme & Buchbesprechungen, ab und zu auch mal ein 3-4 seitiger Essay oder eine kleine Notiz aus dem literarischen Leben, wie diese hier:

"Eine der literarischen Koketterien unserer Zeit ist die methodische, beflissen Ausarbeitung von Werken, die chaotisch wirken. Unordnung stimulieren, mühsam ein Chaos konstruieren, die Intelligenz einsetzten um die Effekte der Zufälligkeit zu erzielen, das war, in ihrem jeweiligen Moment, das Werk von Mallarme und von James Joyce. Die fünfte Dekade der Cantos von Pound, eben in London erschienen, setzt diese absonderliche Tradition fort."

Wie schon mein Vorredner betonte, ist Borges ein Meister in der Kunst der anschaulichen Darstellung. Dabei ist sein Blickwinkel immer persönlich und allumfassend zugleich. Immer wieder zitiert er oder stellt allgemeine und treffliche Überlegungen an (wie hier am Anfang eines Biogramms von Oswald Sprengler(Der Untergang des Abendlandes)):

"Es ist statthaft zu bemerken (mit der solchen Bemerkungen eigenen Leichtigkeit und Brutalität), dass die Philosophen Englands und Frankreichs das Universum unmittelbar interessiert, oder ein bestimmter Zug des Universums, während die Deutschen dazu neigen, den Kosmos als simple Anregung, als bloßen materiellen Anlass ihrer ungeheuren dialektischen Bauwerke zu betrachten, die immer ohne Fundament, aber immer grandios sind."

Bei alldem ist Borges ein Leser auf vielen Gebieten, mit einem Schwerpunkt auf phantastischen Erzählungen(z.B.: Chesterton, Wells), Kriminalromanen (z.B.: Ellery Queen, S.S. van Dine) und Sachbüchern (z.B. von Huxley, Joad), aber auch Klassiker (z.B.: Joyce, Hemingway) sind enthalten und die ein oder andere Überraschung ist auch zu finden.

Ich verdanke diesem Buch sehr viel und Borges noch mehr. Es brachte mir Wells und Chesterton nah, erweiterte mein Wissen über die amerikanische Kriminalliteratur, über die Theaterautoren des frühen 20. Jahrhunderts, und weckte bei alldem mein Interesse für die verschiedensten großartigen Ideen und Abstraktionen.

"Bekanntlich interessiert die Kritiker weniger die Kunst als die Kunstgeschichte; weniger das effektive Bewirken von Schönheit als die riskante Suche danach. Ein Buch, dessen fundamentaler Wert die Vollkommenheit ist, wird oft weniger kommentiert als ein Werk, das die Stigmata des Abenteuers oder der bloßen Unordnung aufweist."

Borges interessiert sich für beides, für die hohe Kunst des Lesens und des Schreibens und zusätzlich für die Zusammenhänge. Jedem, der Bücher liebt und sich gerne faszinieren lässt, kann ich dieses Buch nur empfehlen. (Außerdem den Essayband Inquisitionen, der unübertroffen gut ist!)

"Ich bin vierzig. Ich habe viele Bücher gemacht.
Und mehr Verse, als ein Korb Bienen hat.
Sie sind fort. Welches Abenteuer erleben sie?
Sie mögen das Exil. Der Abend hilft ihnen leben."
Jules Romains
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