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Von Auschwitz nach Jerusalem: Über Deutschland und Israel
 
 
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Von Auschwitz nach Jerusalem: Über Deutschland und Israel [Gebundene Ausgabe]

Alfred Grosser
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 2 (18. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498025155
  • ISBN-13: 978-3498025151
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 304.928 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alfred Grosser
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Gaza-Krieg hat die Fragen wieder aufgeworfen: Wie scharf darf man Israel kritisieren? Messen die Israel-Kritiker mit zweierlei Maß – oder die Israel-Verteidiger? Und wann ist die Grenze zum Antisemitismus überschritten? Wenn es um den jüdischen Staat geht, kochen sechzig Jahre nach dessen Gründung die Emotionen regelmäßig hoch. Zumal insbesondere in Deutschland bei der Debatte unterschiedliche Auffassungen darüber aufeinanderprallen, welche Lehren aus Auschwitz zu ziehen sind. Aus der Per spektive eines Franzosen, der als jüdischer Deutscher geboren wurde, bringt Alfred Grosser Klarheit in dieses von Polemik, Unter stellungen und Verzerrungen geprägte Feld.

Über den Autor

Alfred Grosser, geb. 1925 in Frankfurt/Main, war Professor am Institut d’études politiques, Paris. In Deutschland ist er seit den fünfziger Jahren durch seine Zeitungsartikel, Reden und Bücher und durch seine Auftritte in Radio und Fernsehen bekannt. 1975 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, danach zahlreiche weitere Ehrungen. Er schrieb mehr als 30 Bücher, zuletzt bei Rowohlt: «Von Auschwitz nach Jerusalem» (2009).

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wer die Antworten auf die Fragen wissen möchte, die der Verlag auf die Umschlagsseite des neuen Buches von Alfred Grosser gedruckt hat, muss sich gedulden: "Wie scharf darf man Israel kritisieren ? Messen die Israel - Kritiker mit zweierlei Maß - oder die Israel-Verteidiger? Und wann ist die Grenze zum Antisemitismus überschritten?" Diesen insbesondere nach dem Gaza-Krieg wieder neu aufgeworfenen Fragen geht der bekannte Intellektuelle Alfred Grosser in seinem Buch nach, aber erst, nachdem, wie das für ihn selbstverständlich ist, über eine lange Strecke die historischen Grundlagen und Voraussetzungen dieser Fragestellungen aufgezeigt und geklärt worden sind.

Grosser schreibt aus der Perspektive eines Franzosen, der als jüdischer Deutscher geboren wurde. Sein Denken war schon immer und ist auch in dieser Frage, wo es sich um Israel dreht, von bewundernswerter Unabhängigkeit. Nüchtern demontiert er etwa immer wieder bestimmte Argumentationsmuster in der Debatte um die Haltung zu Israel und dessen Politik, speziell in Deutschland. Der jüngste Besuch des neuen Außenministers Westerwelle in Israel und wie er gebannt in der Presse begleitet und kommentiert wurde, ist dafür ein ganz aktuelles Beispiel.

Grossers Kritik am Zentralrat der Juden in Deutschland und seinen Repräsentanten ist hart. Er wirft ihm vor, mit seinen oft reflexhaften öffentlichen Einlassungen dem Antisemitismus Vorschub zu leisten. Dieser Vorwurf in der innerjüdischen Debatte ist allerdings so alt wie der Diskurs um den Antisemitismus selbst.

Grossers Buch leistet insbesondere für die Generation der nach dem Zweiten Weltkrieg geborenen kritischen Menschen etwas ganz Wertvolles: es vermittelt historische Grundlagen und Informationen, die man sonst in dieser Detailverliebtheit selten findet. Das ist aber auch eine Schwäche des Buches. Seine Zitate und Bezüge, seine Vermerke über dies und jenes ziehen sich oftmals in die Länge, und auch der andauernde Verweis auf eigene Schriften, Reden und Aussagen kommt einem ab und zu überzogen vor, vor allem deshalb , weil Grosser sich anscheinend niemals geirrt hat.

Klare Antworten auf die oben gestellten Fragen gibt auch er nicht. Er zeigt aber die falschen und ideologiebeladenen Antworten auf, die in der Debatte kursieren und entlarvt sie. Das ist die Hauptleistung eines wichtigen Buches, das man bei allen Schwächen jedem nur empfehlen kann, der sich mit eigenständigem Denken an dem Diskurs "über Deutschland und Israel" beteiligen möchte.
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Format:Gebundene Ausgabe
Jeder Autor, der es heute unternimmt, ein Buch über das Judentum, das deutsch-jüdische Verhältnis und den israelisch-palästinensischen Konflikt zu schreiben, begibt sich in des Teufels Küche. Er läuft das Risiko, zwischen den Fronten divergierender Meinungen zerrieben zu werden und im Streit kollidierender Ideologien auf der Strecke zu bleiben. Grosser weiß um dieses Risiko. Er geht es ein und "überlebt". Mit sicherer Hand und klarem Blick geht er seinen Weg durch das politische Minenfeld explosiver Emotionen und gefährlicher Ideologeme. Grosser ist Jude und bekennt sich dazu - aber erst in zweiter Linie. In erster Linie ist er ein Humanist und Intellektueller, der sich weder politisch noch religiös von irgendeiner Seite vereinnahmen lässt. Leidenschaftslos präsentiert und differenziert er die historischen Fakten, bewahrt sich die Souveränität des eigenen (wohltuend unideologischen) Urteils und scheut sich nicht, Kritik zu üben, wo immer es ihm aus moralischen oder politischen Gründen angezeigt erscheint. Von den wütenden, reflexartigen Attacken der Israel-Lobbyisten auf ihre Kritiker lässt er sich nicht beeindrucken.
Grosser berührt alle sensiblen Punkte dieses "tragischen" Kapitels der jüngeren Geschichte: das jüdische Trauma der Shoa, den deutschen Schuldkomplex, die Rolle des Zentralrats der Juden in Deutschland, den "Fluch" des Antisemitismus, den Streit deutscher Journalisten über die "richtige" Einstellung zum Nahost-Konflikt, Israels Umgang mit seinen arabischen Nachbarn, den Libanon-Krieg, die Gaza-Offensiven, die Zwei-Staaten-Diskussion, die israelische Siedlungspolitik, die Borniertheit der religiös Orthodoxen und nicht zuletzt: Das hilflose Agieren von Politikern, die es seit fast einem Jahrhundert nicht schaffen, eine Konfliktlösung zu finden,so dass Hass und Gewalt, Wut und leid, Tod und Zerstörung eine unendliche Spirale bilden.
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zwei schwierige "Vaterländer" 22. Dezember 2009
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Schwierige Deutschland - schwieriges Israel. Alfred Grosser, der in Frankreich lebende Jude mit deutschen Vorfahren, ist schon aus diesem Grunde befugt und berechtigt, sich ein Bild der Lage von zwei schwierigen "Vatterländern" zu machen. Ein Bild der Lage zwischen Deutschland und Israel, die beide einen teilweise gemeinsamen Weg von Auschwitz nach Jerusalem gegangen sind. Mit allen Folgerungen, die sich daraus ergeben.

Beiden Ländern - Deutschland und Israel - gilt seine Sympathie. Beide hat er immer wieder gegen ungerechtfertigte Angriffe verteidigt, wo es ihm angebracht und angemessen erschien. Das aber berechtigt ihn auch zur Kritik. Und das ist immer eine Kritik, die sich an Fakten festmacht.

So untersucht er das schwierige Verhältnis zweier schwieriger Staaten. Deutschland wegen seiner - sicher verständlichen - Haltung zu Israel. Eine Haltung, die sich keine Kritik erlaubt. Und Israel wegen seine Palästinenser-Politik mit allen bösen Folgerungen.

Darf man Deutschland kritisieren? Ein uneingeschränktes Ja. Darf man Israel kritisieren? Hier wird die Antwort schon schwieriger. Für Grosser gibt es dazu ein ganz klares Ja, das er auch in weiten Teilen umsetzt. Wir Deutsche tun uns damit schon schwerer, selbst wenn es um politische Ereignisse und ihre Folgen geht, wie zum Beispiel um die schrecklichen Auseindersetzungen im Nahen Osten.

Was an Grossers Auseinadersetzungen manchmal stört, sind der missionarische Eifer, mit der er seine Thesen vertritt und ein gewisses Maß an Selbstgerechtigkeit - für alem gegenüber der jüdischen Seite. Auf jeden Fall aber ein höchst interessantes Buch, dass zur Auseinandesetzung einlädt und zur Überprüfung eigener Aufassungen.
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