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Während gemeinhin die Entstehung von Hochkulturen im 4. Jahrtausend vor Christus angesetzt und mit Mesopotamien und Ägypten verknüpft wird, holt Köhler viel weiter aus. Schon während der letzten Eiszeit, so sein Credo, ging es zivilisatorisch hoch her - vor allem auf Malta, das damals noch ans europäische Festland andockte. Mächtige Megalith-Tempel müssen dort als Kultstätten gedient haben, ehe sie am Ende der frostigen Ära in Neptuns Reich versanken. Ein Schicksal, das auch dem märchenhaften Atlantis widerfuhr, dem Köhler auf sieben Seiten nachspürt. Was ist Mythos, was geschah wirklich? Als Urquelle der Debatte gelten die heiligen Protokolle aus dem Tempel der Neith von Sais, die nahelegen, dass das Inselreich um das Jahr 8570 vor Christus von der Landkarte verschwand. Köhler neigt in seiner Publikation einer These zu, die bisher eher als Nebenader im Mainstream der Erklärungsversuche daherkam, und schlägt sich auf die Seite des Briten Andrew Collins. Dieser ist davon überzeugt, dass Atlantis einst im Dunstkreis des heutigen Kuba existierte. Hinweggefegt wurde es durch Tsunamis, die vom Einschlag des so genannten Carolina-Kometen herrührten.
Immer wird der Leser auf den wissenschaftlichen Diskurs mitgenommen, Köhler lässt verschiedene Deutungen Revue passieren, ehe er sein Urteil fällt. Im Falle der biblischen Sintflut redet er letztlich nicht der gängigen These das Wort, wonach sie mit der Geburt des Schwarzen Meeres um 6700 vor Christus in engem zeitlichem Zusammenhang steht. Die Katastrophe, von der im Alten Testament - mit vielen Metaphern - Zeugnis abgelegt wird, verortet Köhler in Mesopotamien um 4500 vor Christus. Der Persische Golf geriet damals außer Rand und Band und flutete die paradiesische Landschaft, den Garten Eden, der bei den Sumerern Adana hieß und von dem der altbabylonische Gilgamesch-Epos berichtet.
Es ist das Abklopfen von Sagen und Legenden auf ihren rationalen Kern, das Köhler vorbildlich betreibt. Entblöst von allem Gespinst, erscheint so der legendäre König Minos von Knossos als Phantasieprodukt, denn Minos steht wörtlich nicht für eine Person, sondern für das altkretische Machtzentrum schlechthin. (Autor: Mario Beck) -- Printausgabe der Leipziger Volkszeitung, 30. März 2009, S. 24 -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
So wird im ersten Teil belegt, dass es bereits Jahrtausende vor den klassischen Alten Hochkulturen hoch zivilisierte Kulturen sowie hieroglyphische Schriftzeichen gab. Folglich liegt ein erster inhaltlicher Schwerpunkt in der Beschreibung dieser weitgehend noch unbekannten, meist versunkenen eiszeitlichen Kulturen.
Mythen und Legenden um das sagenhafte Atlantis, die biblische Sintflut, den Garten Eden sowie um "riesen"hafte Populationen werden auf eine reale Ebene gehoben und ziehen den Leser einmal mehr in ihren Bann.
Hinsichtlich der aufblühenden klassischen Alten Hochkulturen, die hier nur selektiv beleuchtet werden, erfährt das oft vernachlässigte frühgeschichtliche Alteuropa die ihm gebührende Einordnung. Des weiteren werden vergleichbare Entwicklungen sowie der Kulturaustausch hervorgehoben. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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