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Vorzügliches Portrait einer außergewöhnlichen Privatsammlung, 17. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Von Achenbach bis Zick: Bilder und Graphiken einer süddeutschen Privatsammlung (Gebundene Ausgabe)
Den Reiz dieser Sammlung macht ihre Vielseitigkeit aus: Genre, Portrait, Landschaft; meist Ölbilder, doch bisweilen auch Graphiken wie Rötel- und Kreidezeichnungen oder Aquarelle. Die Sammlung spiegelt hervorragend die vielen künstlerischen Strömungen des 19. Jahrhunderts wider von den Nazarenern bis hin zu Impressionismus und Jugendstil. Als reizvoll erweist sich zudem die Abfolge von berühmten Malern wie Lenbach, Franz Marc, Uhde, Winterhalter, Spitzweg, Feuerbach und vielen weiteren sowie etlichen weniger weithin bekannten Künstlern, die zu kennen sich jedoch lohnt, wie ihre im vorliegenden Buch vorgestellten Werke beweisen. Die Vielfalt deutscher Schulen, aber auch der Individualisten unter den deutschen und deutschsprachigen Malern des 19. Jahrhunderts tritt hier auf fesselnde Weise hervor, bereichert um Impulse aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland, etwa dank zweier prächtiger Seestücke des armenisch-russischen Malers Iwan Aivazovsky.
Dem Autor gelingt es, alle wesentlichen Informationen zum jeweiligen Künstler und zum abgebildeten Werk knapp und präzise, dabei jedoch angenehm lesbar zu präsentieren. Seine Beschreibung der Kunstwerke lenkt den Blick des Betrachters auch auf weniger offensichtliche, dabei beachtenswerte Details. Vergleiche mit anderen Werken des Künstlers und Hinweise auf technische Einzelheiten, etwa die Art des Farbauftrags an unterschiedlichen Stellen, sofern für den Gesamteindruck relevant, fehlen ebenso wenig wie Interpretationshilfen. Es lohnt sich, die Texte genau zu lesen und nicht nur zu überfliegen.
Die Druckqualität - und auch die Qualität des verwendeten Papiers - ist vorzüglich. Dank dem recht großzügigen Buchformat kommen die Bilder, die je nach eigenem Format Breite oder Höhe der Seite ausfüllen, gut zur Geltung.
Besonders für Freunde der Landschafts- und der Genremalerei erweist sich dieses Buch als echte Fundgrube mit einer Fülle an bezaubernden und geradezu liebenswerten, dabei künstlerisch hochwertigen Werken, die man als Teile einer Privatsammlung unmittelbar nicht zu sehen bekommt. Zudem bietet es einen spannenden Streifzug durch die Kunst des 19. Jahrhunderts mit süddeutschem Schwerpunkt, doch ohne Einseitigkeit. Wie erwähnt, machen auch die interessanten und nützlichen Informationen zu Künstlern und Werken das Buch wertvoll. Nicht zuletzt auch aufgrund der vorzüglichen Verarbeitung ist es seinen nicht ganz geringen Preis definitiv wert.
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