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Vom ersten Tag an [Ungekürzte Ausgabe] [Taschenbuch]

123
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 146 Seiten
  • Verlag: winterwork; Auflage: 1., Aufl. (5. Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942150840
  • ISBN-13: 978-3942150842
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.048.380 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dieses Buch, diese Erzählung, die sich immer wieder auf sich selbst besinnt, ist eine Spurensuche. Eine Kindheit wird erzählt, nicht episch, eher in Sprüngen, in Assoziationen, Bildern und in Fragen. Fragen, die sich der heute längst erwachsene Autor, der als Regisseur, Schauspieler und Theaterautor tätig ist, schon als Kind gestellt hat. Es ist keine glückliche Kindheit, die hier erzählt wird. Dieser Junge sucht, aber findet keinen Platz in seiner Familie. Es wirbt darum, strengt sich an, bemüht sich. Doch die Mutter hat sich schon früh dafür entschieden, dieses zweite Kind ihrer Ehe nicht mehr anzunehmen.
Es gibt Erklärungen. Schon kurz nach seiner Geburt erleidet die Mutter eine schwere körperliche und vielleicht auch seelische Erkrankung, die sie für ein ganzes Jahr in die Klinik verbannt. Das Baby kommt, notgedrungener Maßen, zur Tante, die es kurz vor der Entlassung der Schwester mit vollen Windeln bei der Nachbarin abgibt. In diesem Buch erschreckt die Kälte, die allen Beteiligten innewohnt. Die Mutter schlägt, wütet. Sie lebt ihre Aggressionen und erotischen Wünsche am wehrlosen Sohn aus. Der ältere Bruder schweigt, ist froh, dass es ihn nicht trifft, hält sich raus. Später überschreitet er selbst die Grenzen, wird am schwächeren Bruder sexuell übergriffig.
Der Vater trinkt, kommt nach der Arbeit im Schacht nicht nach Hause, geht dem Elend aus dem Weg. Ein einziges Mal gelingt es ihm den Zirkel der Gewalt zu durchbrechen. Doch seine Kraft reicht nur für drei Wochen. Dann wiederholt sich alles. Manchmal gibt es in diesem Buch kleine Lichtblicke, Hoffnungsanker. Bei der Oma mütterlicherseits findet das Kind Fürsorge und Ruhe, Inseln des Glücks. Und auch die Tante meldet sich zu Wort. Doch niemand schreitet ein, setzt den Misshandlungen ein Ende. Erziehung in den Sechziger Jahren war Elternsache und Gewalt kein Tabu. Sie war ein probates Mittel, auch wenn die Grenzen überschritten wurden. Am Ende verlässt der Junge, gerade erst sechzehn Jahre alt, nach einem letzten Schlagabtausch mit dem Vater, seine Familie. Sie war nie die seine. Er war immer allein. Und, er nimmt sie mit, diese Einsamkeit, als Last seines Lebens. Und, es blieben die Fragen.
Der missbrauchte und misshandelte Knabe ist ein Thema und deshalb ist dies genau die Geschichte, welche ich immer erzählen wollte.
Es versteht sich von selbst, dass ich sie unter einem Pseudonym veröffentliche, da ich nicht möchte, das mein bürgerliches Leben als Mensch und Künstler nach meiner Kindheit und Jugend bewertet wird.
Darüberhinaus bedauere ich es sehr, kein Tänzer geworden zu sein.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Thema diese autobiographischen Romans sind Missbrauch und Gewalt innerhalb der eigenen Familie. Das Buch spricht damit eine Problematik an, die in der öffentlichen Debatte breite Aufmerksamkeit erfahren hat (vgl. etwa die Missbrauchfälle auf Internatseinrichtungen) ohne dabei an eigener Authentizität zu verlieren. Das Stimmungsbild ist - entsprechend dem Thema - gerade am Beginn recht düster, so dass es zunächst nicht ganz einfach ist, in die Erzählung hereinzukommen. Nach einer gewissen Zeit hatte mich aber die Handlung gepackt und ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Neben Brutalität und Depression kommen durchaus auch positive Motive zur Geltung (etwa Liebe und Emanizpation), ohne dass dadurch der Konflikt banalisiert wird. Insgesamt finde ich den Roman ausgesprochen gelungen und authentisch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kinder-Rezension
Wer bisher glaubte, so etwas gibt es nicht, eine Kinderschänderin, wird hier eines Besseren belehrt. Man kommt aus dem Staunen und Entsetzen gar nicht mehr heraus. Ich war tief berührt von dem Schicksal dieses Knabens. Wie lebt man mit einer beinahe tagtäglich lebensbedrohlichen Situation in der eigenen Familie ? Und was macht das mit einem Kind ? Sachlich und mit einer über weite Strecken ruhigen Hand beschreibt der Autor in diesem Roman den Leidensweg eines Heranwachsenden. Wir werden Augenzeuge von grausamen Kindesmisshandlungen und lernen allmählich nicht mehr wegzuschauen. Im Wechsel von Erzählung, Reflexion und Psychogrammen führt der Autor uns ein in eine dunkle Welt, der wir viel mehr Beachtung schencken sollten, denn sie prägt unser Leben tiefer als wir wahrhaben wollen. Die Welt des Missbrauchs und der Misshandlung, auch durch Mütter, dies ist ein Thema, welches man nach der Lektüre nicht mehr verdrängen möchte. Mehr als lesenswert. Ich geriet in einen erzählerischen Sog, der mich auch Tage danach nicht mehr los ließ. Schonungslos und doch mehr als erbaulich und voller Hoffnung bis zum Schluss.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ich + auch andere 6. Februar 2011
habe "vom ersten tag an" in einem atemzuge gelesen + mich + viele jungen meiner generation (*1953) in dem buch wiedergefunden - wenn ich auch solch´extreme köprperliche gewalterfahrung nicht gemacht habe wie der autor. wichtig + einfühlsam schreibt dieser über die eigene beeinträchtigung bis heute, auch (bei allem hass)über die gewaltverstrickungen von mutter,vater, grosseltern + über deren aufwachsen in kriegs, - + nachkriegszeiten. musste an die these denken, dass sich kriege + kriegserfahrungen über 3 generationen in "den männern" fortsetzen. "vom ersten tag an" ist ein text,der sich zu einer dramatischen bearbeitung anbietet + als gesprochener text aufs theater gehört. sehr empfehlenswert
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