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Produktinformation
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Vermutlich wird die Nachwelt an Max Goldt toll finden, was er nach der Tollfindäußerung des Freundes an Erklärungen für die Daseinsberechtigung hässlicher übergroßer Pfeffermühlen auffährt. Wie er aus der Absage, eine wunderbar satirische Weihnachtsgeschichte zu schreiben, eine herrlich ironische Story über Weihnachtsbräuche und die Psychologie satirischer Weihnachtsgeschichten schnitzt. Und wie es ihm immer wieder gelingt, den Finger auf all jene scheußlichen Dinge unserer Alltagswelt zu legen, an denen man in friedlichem Desinteresse und dank der guten baupolizeilichen Bestimmung in Deutschland auch einfach seitlich vorübergehen könnte.
Würde der Nachwelt nach Goldts Dahinscheiden nur Vom Zauber des seitlich dran Vorübergehens überliefert werden, so stünde es der Nachwelt gut an zu behaupten, Goldt sei niemals ein begnadeter Kolumnist gewesen. Denn mit diesem Buch hat er sich endlich von diesem einengenden Attribut emanzipiert. Er sollte den Nachgeborenen als begnadeter Humorist und Wortzauberer in Erinnerung bleiben. Dass er das und nichts anderes ist, hat er mit Vom Zauber des seitlich dran Vorübergehens eindrücklich bewiesen. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Insgesamt scheint mir Goldt mittlerweile in den Texten am besten und authentischsten, wo er (ernsthafter als früher) engagiert Stellung zu mehr oder weniger aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen bezieht. Diese Texte sind wirklich großartig, weil Goldt nicht in fernsehkabarettistischer Weise die Absurditäten des Alltags, die angeblich jeder kennt, einem massentauglichen Humor preisgibt, sondern genau beobachtet und intelligent und gewitzt beschreibt und bewertet. Die diesbezüglichen Höhepunkten des Buches sind z.B. »Der Sprachkritiker als Unsympath und Volksheld versiegender Minderheiten« oder »Die Verachtung«.
Alles in allem ein nettes, anregendes, wenngleich recht teures Buch.
„Es gibt ja schließlich Unmengen trivialer Romane, in denen im Hintergrund sinnlos der Nationalsozialismus herumwabert, weil das eben in manchem Multiplikatorenauge automatisch einen literarischen Mehrwert herbeiführt."
„Was wird eigentlich die (...) Bild tun, wenn eines Tages die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen Sieg davonträgt und am gleichen, zufällig rekordverdächtig heißen Tag ein allseits beliebter Volksschauspieler stirbt? Brüllt sie dann: ‚Ganz Deutschland jubelt, schwitzt und trauert!'?".
„Vom Zauber.." ist ein guter Einstieg für neue Goldt-Leser, als auch für langjährige Fans.
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