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Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens
 
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Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens (Gebundene Ausgabe)

von Max Goldt (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 171 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek; Auflage: 3., Aufl. (18. Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498024973
  • ISBN-13: 978-3498024970
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 13,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 386.009 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 31 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Junge Literatur (deutschspr.) > Goldt, Max

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was würde wohl die Nachwelt über den inzwischen 46-jährigen, begnadeten Titanic-Kolumnisten Max Goldt so Tolles denken, wenn er stürbe? Natürlich kann man das nicht wissen, aber für die Beantwortung von derlei skurrilen Fragen haben wir ja einen, der sie besser als jeder andere beantworten kann: Max Goldt selbst natürlich. In der wundervollen Erzähl- und Dialogsammlung Vom Zauber des seitlich dran Vorübergehens hat er das getan, mit Hilfe des Mundes eines Freundes, in einer Geschichte mit dem anspielungsreichen Titel „Das süße Nichts (Ich weiß noch, über was wir gestern Abend geredet haben)“, die von wunderschönen Konjunktiven nur so wimmelt. Wenn Max Goldt stürbe, sagt da der Freund, dann würde als toll im Gedächtnis bleiben, dass er eine „angenehm ungroße Pfeffermühle“ besessen hätte „und nicht, wie heutzutage beinahe bei allen, ein Ungetüm im Maßstab einer Grabbeigabe aus phallokratischer Vorzeit.“

Vermutlich wird die Nachwelt an Max Goldt toll finden, was er nach der Tollfindäußerung des Freundes an Erklärungen für die Daseinsberechtigung hässlicher übergroßer Pfeffermühlen auffährt. Wie er aus der Absage, „eine wunderbar satirische Weihnachtsgeschichte“ zu schreiben, eine herrlich ironische Story über Weihnachtsbräuche und die Psychologie satirischer Weihnachtsgeschichten schnitzt. Und wie es ihm immer wieder gelingt, den Finger auf all jene scheußlichen Dinge unserer Alltagswelt zu legen, an denen man „in friedlichem Desinteresse“ und „dank der guten baupolizeilichen Bestimmung in Deutschland“ auch einfach seitlich vorübergehen könnte.

Würde der Nachwelt nach Goldts Dahinscheiden nur Vom Zauber des seitlich dran Vorübergehens überliefert werden, so stünde es der Nachwelt gut an zu behaupten, Goldt sei niemals ein begnadeter Kolumnist gewesen. Denn mit diesem Buch hat er sich endlich von diesem einengenden Attribut emanzipiert. Er sollte den Nachgeborenen als begnadeter Humorist und Wortzauberer in Erinnerung bleiben. Dass er das und nichts anderes ist, hat er mit Vom Zauber des seitlich dran Vorübergehens eindrücklich bewiesen. --Thomas Köster

Kurzbeschreibung

Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens: In Toronto sah ich einen Tischaufsteller für einen Kuchen. Der Kuchen hieß "Fudgy peanut butter clutter". Unter der Abbildung des Gebäcks wartete eine sprachlich reichhaltige Inhaltsangabe auf interessierte Leser: "A dark chocolate cookie crumb crust filled with peanut butter mousse cluttered with milk chocolate chunks, peanuts and crushed peanut cups" - Semikolon! - "topped with a fudge border and milk chocolate drizzle". Abgesehen von diversen Naturschönheiten und dem Umstand, daß in Kanada auffällig wenig mobil telefoniert wird, sowie abgesehen von der Sitte in Montreal vor sämtlichen öffentlichen Gebäuden Beete mit grotesk überdiemensioniertem Zierkohl anzulegen, und darüber hinaus auch noch abgesehen von der Tapferkeit, mit der die Bewohner von Kingston/Ontario eine nach dem sich rasch aufbrauchenden Niedlichkeitseffekt vermutlich doch sehr scheußliche Eichhörnchenplage ertrugen, also insgesamt gesehen abgesehen von einer ganzen Menge von Dingen, war das Semikolon in dieser Kuchenbeschreibung das einzige, was mich während der Kanadareise wirklich beeindruckt hat. An allem anderen bin ich seitlich dran vorbeigegangen. Das hatte einen Zauber.

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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Die Texte in Goldts neuem Buch..., 26. Februar 2005
Von C. Holst (Bremen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
... sind von sehr unterschiedlichem Niveau. Noch nie zu seinen Stärken gehörten in meinen Augen szenische Texte. Die Szenen in diesem Buch haben daran nichts geändert, lediglich »Vom Munzinger-Trash zum Drall nach QQ« hebt sich positiv heraus. Manche Texte wirken etwas bemüht wie z.B. »Äpfel im Bett, Ärzte im Bergwerk« oder »Zwei Texte über Klumpen«; das Verspielte, Dahin-Improvisierte wirkt hier aufgesetzt und gestelzt.

Insgesamt scheint mir Goldt mittlerweile in den Texten am besten und authentischsten, wo er (ernsthafter als früher) engagiert Stellung zu mehr oder weniger aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen bezieht. Diese Texte sind wirklich großartig, weil Goldt nicht in fernsehkabarettistischer Weise die Absurditäten des Alltags, die angeblich jeder kennt, einem massentauglichen Humor preisgibt, sondern genau beobachtet und intelligent und gewitzt beschreibt und bewertet. Die diesbezüglichen Höhepunkten des Buches sind z.B. »Der Sprachkritiker als Unsympath und Volksheld versiegender Minderheiten« oder »Die Verachtung«.

Alles in allem ein nettes, anregendes, wenngleich recht teures Buch.

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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Vom Munzinger-Trash zum Drall nach QQ, 1. Februar 2005
Von junior-soprano "Powderfinger" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Es ist ein typisches Max Goldt Buch. Eine gelungene Mischung aus sehr witzigen Dialogen („Munzinger-Trash"), ernsthafteren, leicht humorvoll angehauchten Einblicken in Goldts Biographie („Schulisches"), aberwitzigen, hervorragend beobachteten Geschichten („Das alte Kabel") und nur wenigen verpatzten Beiträgen („Der Hugo"). In diesem Buch dreht sich wieder alles um die Lieblingsthemen des Wahlberliners: Musik, den Umgang mit Sprache, gutes Benehmen, Jugendkultur, das Älter werden, die Liebe und Bildung. Erfreulicherweise betritt Max Goldt dieses Mal Neuland und steuerte einen Reisebericht, seinen ersten überhaupt, wie er bei seiner Lesung 2004 in Hannover sagte, über Katar bei. Ein Land, das ihm überhaupt nicht gefiel. Herbert Feuerstein kann hier noch einiges dazulernen, wie man eine witzige Reisegeschichte schreibt!
Wer nicht recht weiß was das Großartige an Max Goldt ist, dem möchte ich mit zwei meiner Lieblingszitate aus „Vom Zauber..." einen kurzen Einblick geben:

„Es gibt ja schließlich Unmengen trivialer Romane, in denen im Hintergrund sinnlos der Nationalsozialismus herumwabert, weil das eben in manchem Multiplikatorenauge automatisch einen literarischen Mehrwert herbeiführt."

„Was wird eigentlich die (...) Bild tun, wenn eines Tages die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen Sieg davonträgt und am gleichen, zufällig rekordverdächtig heißen Tag ein allseits beliebter Volksschauspieler stirbt? Brüllt sie dann: ‚Ganz Deutschland jubelt, schwitzt und trauert!'?".

„Vom Zauber.." ist ein guter Einstieg für neue Goldt-Leser, als auch für langjährige Fans. Max Goldt beweist mit diesem Buch erneut, daß er einer der besten deutschen Autoren überhaupt ist. Hervorragende Beobachtungen und Gedanken zum alltäglichen Leben, manchmal ausschließlich ernst und sachlich, doch meist mit sehr viel Humor. Und all das auf hohem literarischen Niveau. Großartig! Hoffentlich bleibt er uns noch lange erhalten und möge sein Lebenstraum in Erfüllung gehen, damit er seinen 100. Geburtstag in der Geburtstagsecke von Mc Donald's feiern kann.;-)

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ganz außergewöhnliches Geplauder., 18. Februar 2009
Das ist meine erste Lektüre von Max Goldt. Als Sammelsurium von Texten, Dialogen und Reiseberichten kann man sich von Goldts feiner Beobachtungs- und Sprachkunst überzeugen. Die Ära von Kommerzreligion, Medienmassenwahnsinn und hoher Lebensgeschwindigkeit hat uns bereits infiltriert. Eine Fremdbestimmung, die weit außerhalb des eigenen Lebensmittelpunkts liegt und deshalb unglücklich macht. Hier hilft nur Höflichkeit, Disziplin und QQ - "Quiet quality".

"Ganz Deutschland wird im Geschmacksdiktat der unteren Mittelschicht ersäuft"... Ja, hier handelt es um besonders treue Medienkonsumenten. Ungeahnte Folgen wird das haben, wenn einer ganzen Generation von Heranwachsenden suggeriert wird, daß "Sängerin in einer Band" ihre berufliche Zukunft sein kann. Nur schade, daß es bei diesen armen Seelen dann zwangsläufig uncool ist, einen normalen Beruf zu lernen.

Goldt ist ein Fürst der deutschen Sprache. Er formuliert nach seiner Denklinie und macht vor den Grenzen einer Enzyklopädie nicht halt. Interessante Neologismen sind die Folge. Die Wort- und Satzkomposition (reich an Anglizismen) zeigt aber, was Goldt wirklich ist: ein Kind der Gegenwart. Und so habe ich "Der Sprachkritiker als Unsympath" auch nicht als zu arrogant empfunden. Als Leser wird es ganz besonders bewußt, daß Sprache veränderlich und lebendig ist. Toll, Max Goldt hat einen Kreativpreis dafür verdient. Hier ein paar schöne Beispiele: Kleintalentverweser, Konkavrückenschinken, Gehabefluß, ersatzgräflich.

Max Goldts Text ist reich an klugen Sätzen, hier nur zwei, die ich für gegeben hielt zu notieren:
"Understatement ist letztlich nur eine kenntnisreichere Form der Prahlerei".
"Die Verachtung ist eine wertvolle und saubere Alternative zum Haß und zum Ekel".

Sicher, der Umfang des Textes ist relativ gering, von vielen Kommentatoren hier wird der hohe Wortkilopreis bemängelt. Weniger ist mehr, sage ich, hat es doch den außerordentlichen Vorzug, daß man nach der Lektüre noch Lust hat, ein paar Seiten zurückzublättern.
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1.0 von 5 Sternen Der gute Max
Eigentlich war ich von den Werken Goldts immer sehr angetan. Dieser leichte bis bissige Humor mit dem er Alltagssituationen oder Skuriles gekonnt beschrieb, hat mich immer sehr... Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Gallucci veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Abgeschmacktes Weihnachtsmarkt- und Kleine-Leute-Bashing
Beim Weihnachtsmarkt-Bashing stößt Goldt ins gleiche Horn wie Harald Schmidt, d.h.gemein, kenntnis- aber gnadenlos und mittlerweile mehrheitsfähig. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. April 2006 von Brigitte Aust

5.0 von 5 Sternen ein Sokrates für Deutschland ...
"Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens" - dieses in den Titel emporgekletterte Fragment stammt aus der Besinnung, die Max Goldt bezüglich der lauten Weihnachtsmärkte... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Dezember 2005 von FrizzText

3.0 von 5 Sternen Resteverwertung zwischen Buchdeckeln...
...kauft man mit diesem teuren schmalen Büchlein, das es nur mit Hilfe der verschiedenen eingestreuten Illustrationen (von wem sind die eigentlich?) auf 172 Seiten bringt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Februar 2005 von isy3

3.0 von 5 Sternen Nichts neues, aber will man neues?
Ganz seltsam ging es mir am Anfang des Buches. Driftet der große Stilist Max Goldt in Richtung ironiefreie Edelprosa ab? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Februar 2005 von Peter Uehling

3.0 von 5 Sternen Wird Onkel Max alt...?
Zweifellos ist Max Goldt einer von Deutschands hellsten (und vielleicht auch unterschätzten) Köpfe. Seine Formulier- und Fabulierkunst macht einfach einen Riesenspaß. Lesen Sie weiter...
Am 23. Januar 2005 veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Call him the Champ
Mögen Sie Wladimir Kaminer? Dann lesen Sie Max Goldt. Beide leben in Berlin, der eine ist Russe, der andere kommt aus Göttingen. Aber wie sehr Goldt aus Göttingen kommt! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Januar 2005 von B. Rieger

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