"Vom Zauber der Zunge" enthält vier Reden, die Rafik Schami wider das Verstummen gehalten hat. Es sind Reden, die einen unmittelbar hineinführen in seine Welt des Nachdenkens, Erinnerns und Schreibens. Natürlich kommt seine Heimat Damaskus nicht zu kurz. So fragt er sich in der Rede "Warum ich über den Tod einer Figur weinte", warum er über den Tod des Kutschers Salim weinte, der in so vielen seiner Geschichten einen festen Platz gefunden hat. Und er fragt sich, was ihn so viele seiner Leser fragen, nämlich ob es Salim wirklich gegeben hat. Auch ein Märchen ist hervorzuheben über die verschiedensten Bäume, die in Damaskus ansässig sind und miteinander streiten. Das sind schöne kleine Höhepunkte in Schamis Erzählkunst. Allerdings wiederholt er auch sehr viel. So manches hat man schon an anderer Stelle bei ihm gelesen. "Vom Zauber der Zunge" ist daher ein netttes, kleines Buch für zwischendurch, aber nicht mehr.