Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Vom Winde verweht
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Vom Winde verweht [Taschenbuch]

Margaret Mitchell , Martin Beheim-Schwarzenbach
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (63 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im Mittelpunkt dieses großangelegten Romans steht die schöne und stolze Scarlett O'Hara und ihre Liebe zu dem Draufgänger und geächteten Außenseiter Rhett Butler. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Verlag über das Buch

Unvergängliche Mythen Hoffmann und Campe-Verlagsleiter Günter Berg über die Hörbuch-Produktion Vom Winde verweht: Als Margaret Mitchell sich 1936 bereit erklärte, David O. Selznick die Filmrechte an ihrem Roman Vom Winde verweht für 50 000 Dollar zu überlassen, wies sie warnend darauf hin, dass sie das Buch wider besseres Wissen verkaufe, da sie fest davon überzeugt sei, es lasse sich unmöglich verfilmen: »Ich habe zehn Jahre gebraucht, es so fest zu weben wie ein seidenes Taschentuch. Falls ein Faden reißt oder sich verzieht, weil Sie zu schnippeln anfangen, bekommen Sie technische Probleme, die Sie sich nie träumen ließen.« Selznick ignorierte diese düstere Prophezeiung, weil er unbeirrbar an den Erfolg seiner »Wahnsinnsidee« glaubte. Er investierte drei Jahre Arbeit und vier Millionen Dollar und präsentierte der Welt am 15. Dezember 1939 einen Film, der alle Zuschauer-Rekorde brechen und als erfolgreichster Film in die Geschichte Hollywoods eingehen sollte. Zudem machte er Clark Gable und Vivien Leigh als Leinwand-Liebespaar unsterblich. Dem Welterfolg des Films steht der des Buches in keiner Weise nach: Nur zwei Monate nach der Veröffentlichung des Romans, der von der amerikanischen Presse hymnisch gelobt wurde, konnten die Buchhandlungen mit der Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Durchschnittlich wurden 3700 Exemplare pro Tag verkauft, und die Druckereien kamen mit der Produktion kaum nach. Vergleichbares hatte es in der Verlagsbranche noch nicht gegeben: Ein Buch über den amerikanischen Bürgerkrieg, geschrieben als Unterhaltungsroman, wird zum Bestseller und löst ein nationales Lese-Fieber aus, das sich schnell über den ganzen Erdball erstreckt. Bis heute hat sich Vom Winde verweht weltweit über achtundzwanzig Millionen Mal verkauft. Im Jahr nach dem Erscheinen des Romans erhielt Margaret Mitchell den renommierten Pulitzer-Preis, und Selznicks Verfilmung wurde 1940 mit zehn Oscars prämiert. Es besteht kein Zweifel: Vom Winde verweht ist ein Meisterwerk, eine Legende - ein Mythos. Die Entscheidung, diesen modernen Klassiker nun als Hörbuch vorzulegen - ungekürzt gelesen auf 34 CDs - mag auf den ersten Blick geradezu waghalsig wirken, doch der nachhaltige Erfolg des Buches spricht dafür. Das Interesse an Vom Winde verweht ist nach wie vor groß, weil in dem Roman Charaktere und Handlungen erschaffen wurden, die zeitbeständig, ja geradezu archetypisch für das zwanzigste Jahrhundert sind. Es geht um Dinge, die jeden Menschen früher oder später betreffen: Liebe und Begehren, Leidenschaft und Angst, Mut, Verzweiflung und Verlust. Vom Winde verweht entwirft ein einzigartiges Panorama und ist zudem hervorragend geschrieben wie nur wenige Romane in diesem XXL-Format. Vom Winde verweht ist in jeder Hinsicht ein opulentes Werk: Historischer Roman, Melodram, Kriegs- und Abenteuerroman, Liebesgeschichte, Endzeitbuch. Vielleicht ist es genau diese Melange, die den ungeheuren Reiz des Buches ausmacht und auch bei jüngeren Leuten Interesse an der Geschichte hervorruft. Vom Winde verweht gehört zum festen Bestandteil unseres kulturellen Kanons; es ist ein Buch, das man kennen sollte, um mitreden zu können - in dieser Hinsicht vergleichbar mit Faust I, den Lederstrumpf-Erzählungen, dem Kleinen Prinzen oder Thomas Manns Buddenbrooks. Mit anderen Worten: Vom Winde verweht ist ein Buch, an dem eigentlich niemand vorbeikommt! Nun hat natürlich nicht jeder Zeit und Lust, den über 1000 Seiten starken Roman selbst zu lesen. Dafür bietet das vorliegende Hörbuch eine wunderbare Alternative. Ähnlich wie bei David O. Selznick und dem Kampf um die Filmrechte gab es bei der Frage, welcher deutsche Verlag die Rechte für das Hörbuch bekommt, ein spannendes Wettrennen und viele Konkurrenten. Dass die Erben Margaret Mitchells sich für Hoffmann und Campe entschieden haben, ist ein großes Privileg und ein Vertrauensbeweis, der sich nicht zuletzt darauf gründet, dass der Verlag 1991 die deutsche Übersetzung von Alexandra Ripleys Roman Scarlett veröffentlichte und im vergangenen Jahr Rhett von Donald McCaig herausbrachte. Noch nie hat es eine deutsche Gesamtlesung von Vom Winde verweht gegeben. Bei dem vorliegenden Hörbuch handelt es sich also nicht nur um einen Meilenstein in der Geschichte des Hörbuchs, sondern um eine echte Premiere! Ulrich Noethen war von Anfang an der Wunschkandidat, als es darum ging, einen geeigneten Sprecher für das Hörbuch zu finden. Bei einem Roman wie Vom Winde verweht, der schon durch seinen gewaltigen Umfang Respekt einflößt, kommt es nicht nur auf stimmliche Eignung, intellektuelles Vermögen und - auch im physischen Sinn des Wortes - einen »langen Atem« an. Diese Voraussetzungen sollte jeder gute Sprecher erfüllen. Was Ulrich Noethen neben seiner überaus wohlklingenden, facettenreiche Stimme zudem auszeichnet, ist seine feinsinnige, differenzierte und dem literarischen Text dienende Vortragskunst. Das Verblüffende an der vorliegenden Gesamtlesung ist, dass Noethen niemals - über 34 CDs und mehr als 40 Stunden - das Spielerisch-Leichte verliert. Seine Art zu lesen verführt den Hörer: Sie nimmt ihn mit auf eine Reise durch Vom Winde verweht, macht ihn mit Altvertrautem und gänzlich Neuem bekannt, bietet ihm gleichzeitig aber noch genug Raum für eigene Phantasien. Ulrich Noethens Stimme drängt sich nie auf, doch sie regt die Phantasie des Zuhörers an, lässt Bilder in seinem Kopf entstehen, die noch nicht durch eigene Lektüre des Buches »festgelegt« sind. Gleichwohl stellte die Vielzahl der handelnden Personen in Vom Winde verweht eine besondere Herausforderung dar. Wofür auf einer Theaterbühne oder auf der Kinoleinwand zahlreiche Schauspieler zur Verfügung stehen, ist beim Hörbuch allein der Sprecher verantwortlich. Ulrich Noethen musste entscheiden, wie er die große Palette seiner stimmlichen und sprachlichen Möglichkeiten einsetzt, um die einzelnen Figuren zu charakterisieren und ihnen individuelle Unterscheidungsmerkmale zu geben. Dass es ihm gelungen ist, wird jeder bestätigen, der sich die Aufnahme anhört. Eine beeindruckende Leistung und höchste Sprachkunst! Mit der Entscheidung, Vom Winde verweht als ungekürzte Lesung zu produzieren, stellte sich die Frage, wie man mit dem heiklen Thema »Rassismus« und dem damit verknüpften Problem der »Negersprache« in der vor liegenden deutschen Übersetzung umgehen solle. Dass heutige Leser Unbehagen verspüren, wenn sie mit dem sprachlichen Idiom konfrontiert werden, das Margaret Mitchell sich für die Sklaven ausgedacht hat, ist nicht allein ein Ergebnis der »Political Correctness«-Debatte der jüngeren Vergangenheit. Schon Martin Beheim-Schwarzbach, der Gone with the Wind 1937 ins Deutsche übersetzte, war unglücklich damit und sah die Probleme, die sich bei dem Versuch ergaben, eine deutsche Entsprechung für den »Schwarzen-Slang« zu finden. Für Ulrich Noethen wäre eine Neu-Übersetzung sicher leichter zu sprechen gewesen, weil ihm die »Negersprache« unzeitgemäß und bisweilen diskriminierend erschien. Der Verlag hat sich jedoch bewusst entschieden, Margaret Mitchells Roman weder sprachlich noch politisch zu »glätten«. Wenn man Vom Winde verweht nicht nur als Unterhaltungsroman begreift, sondern es auch als historisches Dokument sieht, das in seiner eigenen Geschichte verankert ist, wäre eine sprachliche Überarbeitung einer Form von Zensur des Originaltextes gleichgekommen. Ein weiteres Argument sprach gegen eine Neu-Übersetzung: Vom Winde verweht ist der Charakter des Buches als Mythos. An Mythen soll man nicht herumkorrigieren. Man kann sie nur weitererzählen - oder sie sich vorlesen lassen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Der Autor über sein Buch

Regisseur Alexander Schuhmacher:

Fünf Kilogramm Manuskript. Ca.1500 DinA4-Seiten. Fünf Wochen Sprachaufnahmen. 3390 mal hört man den Namen »Scarlett«. 34 CDs. Knapp 43 Stunden Hörbuch! Es war von Anfang an ein Projekt der Superlative...

Der »Wahnsinn« begann damit, dass ich eine Ausspracheliste für Ulrich Noethen erstellte - das alleine dauerte zwei Wochen. Die ersten Aufnahmetage dachte ich noch »Hurra, Uli liest ja wie der Teufel, das geht doch schneller, als wir alle glaubten«. Doch der Manuskript-Turm wurde nur unmerklich kleiner - der riesige Berg Papier schien der Zeit zu trotzen, die wir an ihm arbeiteten. Heute - nach der Fertigstellung - ist klar, dass die eigentliche Arbeit erst begann, als Ulrich Noethen fertig war. Die Aufnahmen waren die Kür - dann erst kam die Pflicht: nur vier Wochen Zeit blieben, um 43 Stunden Audiomaterial aufzubereiten, den Schnitt zu bewerkstelligen, den Feinschnitt, das Entschmatzen zu organisieren, das Mastering durchzuführen, und dann - als Bonbon sozusagen - die 34 Master-CDs alle sorgsam abzuhören und dabei auf eventuelle Fehler zu überprüfen, bevor sie ins Presswerk durften ... Was bleibt nach zwei Monaten dieser chirurgischen Arbeit an einem Text, der zu den bekanntesten der Welt gehört und gemeinhin als »Schinken« durchgeht?! Man fühlt sich wie durch eine Zeitmaschine in die Geburtsjahre der USA zurückversetzt: die Konföderierten des Südens gegen die Yankees des Nordens, Demokraten gegen Republikaner - »Sklavenhalter gegen Negerbefreier « ... Man hat beim Hören oft das Gefühl, dass gerade in dieser Zeit vieles begründet wurde, was das Wesen der USA heute noch wesentlich bestimmt - im Guten wie im Schlechten. Und ganz nebenbei erfährt man durch die sich zeitlupenhaft entwickelnde Dreiecksgeschichte zwischen Scarlett auf der einen und Rhett bzw. Ashley auf der anderen Seite, wie (Lebens-)Träume, die häufig Schäume sind, entstehen - und dann, unglücklicherweise, ein ganzes Leben - wie ein Irrlicht - begleiten können.

Aber - hören Sie selbst! Viel Vergnügen wünscht Ihnen Ihr Alexander Schuhmacher, März 2008 -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Klappentext

Die Zeitlosigkeit von Liebe, Verlust und Hoffnung: Vom Winde verweht als Klassiker der Weltliteratur Von Prof. Dr. Josef Raab, Universität Duisburg-Essen: Klassiker der Weltliteratur zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie einerseits in Bezug auf Ort und Zeit des Geschehens sehr spezifisch sind, dass diese Handlung aber andererseits eine gewisse Überzeitlichkeit und Allgemeingültigkeit besitzt. Themen wie Liebe und Tod, Gemeinschaft und Individualität, Schicksal und Verlust tun oft ihr übriges, um eine Geschichte zu einem zeitlosen Klassiker werden zu lassen. Diese großen Themen und die Verbindung von zeit- und ortsgebundener Handlung mit überzeitlichem Anspruch kennzeichnen auch den 1936 publizierten Roman Gone with the Wind [Vom Winde verweht] von Margaret Mitchell und dessen drei Jahre später erschienene Verfilmung. Die Entstehungszeit von Gone with the Wind fällt - ebenso wie die Zeit, in der der Roman spielt - in eines der schwierigsten Jahrzehnte der USA. Nach dem Börsencrash von 1929 schoss die Arbeitslosigkeit in die Höhe, Grund- und Hausbesitzer verloren in Scharen ihr Eigentum, vorher nicht gekannte Armut zog in den städtischen Slums und auf dem Lande ein. Besorgt blickte man zudem auf die faschistischen Entwicklungen in Europa. Trotz des Wohlfahrtsprogramms von Präsident Franklin Delano Roosevelt lagen die USA in vielerlei Hinsicht am Boden. Im amerikanischen Süden kamen dadurch Erinnerungen an die Zeit der »Reconstruction« auf - also an den Wiederaufbau der Südstaaten nach dem Bürgerkrieg (1861-65). Zwar lag dieser Krieg schon sieben Jahrzehnte zurück, doch waren die Wunden, die er hinterlassen hatte, noch immer nicht verheilt. Die Oberschicht der Südstaaten hatte nicht nur mit immensen menschlichen und materiellen Verlusten und (nach dem Ende der Sklaverei) mit dem Zusammenbruch der agrarisch geprägten Wirtschaft zu kämpfen, sondern auch mit verlorenem Stolz. Der »Alte Süden« - geprägt von Baumwollplantagen, aristokratischem Verhaltenskodex und den Leitfiguren der »Southern Belle« und des »Southern Gentleman« - wurde nostalgisch zu einer »guten alten Zeit« verklärt, in der man gerne schwelgte, um geistig der von Entbehrungen und Gefahren gekennzeichneten Gegenwart der 1930er Jahre zu entfliehen. Somit traf die aus Atlanta (Georgia) stammende Journalistin Margaret Mitchell (1900-49) mit ihrer nostalgischen Saga über den Alten Süden vor dem Bürgerkrieg, die Niederlage der Südstaaten und den Wiederaufbau während der »Reconstruction« genau den Nerv der Zeit. Der Roman trauert aus der Sicht der Südstaaten-Oberschicht einer Welt nach, die hierarchisch geordnet war, sich an traditionellen Werten orientierte und dadurch scheinbar alle glücklich machte. Diese Vorstellung allgemeinen Glücks im Alten Süden entspringt natürlich einer sehr eingeengten Wahrnehmung. Sogar die Sklaverei wird als gleichermaßen glücksbringend für Sklavenhalter und Sklaven geschildert. Statt Darstellungen von Misshandlung, Vergewaltigung und Entmenschlichung begegnen dem Leser nur glückliche Sklaven und (nach dem Ende der Sklaverei) ergebene schwarze Diener, welche die von ihren weißen Herren empfundene Verabscheuung der Nordstaatler-Yankees voll teilen. Als authentische Repräsentation des amerikanischen Südens während und nach dem Bürgerkrieg kann Vom Winde verweht somit nicht gelten. Eher ist der Roman ein authentischer Ausdruck des Verlangens im krisengeschüttelten Süden der 1930er Jahre nach einer scheinbar einfacheren und glücklicheren Zeit, nach traditionellen Werten und nach Hoffnung. Mitchell selbst sagte, dass es in ihrem Buch vorrangig um die Frage des Überlebens geht - wie einige es schaffen und andere nicht. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass der Roman sofort zum Bestseller avancierte. Innerhalb eines halben Jahres wurden eine Million Exemplare verkauft; auch in ihrer deutschen Übersetzung war Mitchells Saga sofort ein Riesenerfolg, bis sie 1941 in Deutschland verboten wurde; Mitte der 1940er Jahre wurde das Werk zum meistverkauften amerikanischen Roman aller Zeiten. 1991 schaffte es der Fortsetzungsroman Scarlett von Alexandra Ripley auf die Bestsellerlisten und 2002 erregte Alice Randalls kontroverser Roman The Wind Done Gone Aufsehen, eine Nacherzählung der Geschehnisse von Gone with the Wind aus der Sicht der fiktiven schwarzen Halbschwester von Mitchells Romanheldin. Mitchell hatte von 1926 bis 1935 an der Erzählung gearbeitet, die ihr einziges veröffentlichtes fiktionales Werk bleiben sollte. Sie entwirft darin auf etwa 1000 Seiten eine komplexe Welt mit einer Vielzahl von Charakteren und einem raschen Handlungsablauf, in deren Zentrum Scarlett O'Hara steht. Zwar ist Scarlett eine Außenseiterin und auf der Seite der Kriegsverlierer; doch überlebt sie dank ihrer Hartnäckigkeit und reüssiert dank ihres Pragmatismus. Ob man sie eher als kaltblütige Egoistin oder als zielorientierte Überlebenskünstlerin einordnen will, ist Ansichtssache. Aus heutiger Sicht wird Margaret Mitchell vor allem für ihre beschönigende Darstellung der Sklaverei und für ihre oft einfältigen schwarzen Charaktere kritisiert. Auch wurde der Roman von der Literaturkritik häufig als Romanze der Populärliteratur abgetan. Doch ist er viel mehr als das: ein Sittenroman, ein Vertreter des Lokalkolorit, ein Anti-Kriegsroman und ein Historienroman. Seine fortdauernde Faszination für Scharen von Lesern hebt ihn von der meist kurzlebigen Populärliteratur ab. Mitchell zieht das Publikum dadurch in ihren Bann, dass sie es emotional an der Verbindung der romantischen und charakterlichen Entwicklung von Scarlett O'Hara mit dem Fall und Wiederaufstieg des amerikanischen Südens teilhaben lässt. Trotz tragischer Rückschläge überwiegt die typisch amerikanische Hoffnung auf ein besseres »tomorrow«. Somit ist Gone with the Wind einerseits zeitlich und örtlich spezifisch, stellt andererseits aber auch eine zeitlose Auseinandersetzung mit der menschlichen Befindlichkeit dar - Markenzeichen eines Klassikers der Weltliteratur. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Über den Autor

DIE AUTORIN Margaret Munnerlyn Mitchell wurde am 8. November 1900 in Atlanta, Georgia geboren. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter übernahm sie den Haushalt und begann bald mit einer wöchentlichen Kolumne im Atlanta Journal. 1922 heiratete sie Berrien »Red« Upshaw, von dem sie sich schon zwei Jahre später wieder scheiden ließ. 1925 heiratete sie John Marsh, einen Freund ihres ersten Mannes. Mit ihrem Roman Vom Winde verweht begann sie 1926, als sie durch Arthritis das Bett nicht verlassen durfte. Zehn Jahre später war das gewaltige Werk fertig und wurde am 30. Juni 1936 veröffentlicht. Die Filmrechte wurden noch im selben Jahr an den Produzenten David O. Selznick verkauft. Film und Buch wurden zu überragenden Erfolgen, 1937 wurde Margaret Mitchell mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. In den folgenden Jahren setzte sie sich vor allem für wohltätige Zwecke ein. Unter anderem gründete sie eine Notfallaufnahme an einem Krankenhaus in Atlanta und setzte sich für die afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung ein. Am 16. August 1949 starb sie an den Folgen eines Autounfalls.

DER REGISSEUR Alexander Schuhmacher wurde 1965 in Heidelberg geboren. Seit 1995 arbeitet er als freier Regisseur und Autor von Hörspielen, Features und Porträts, unter anderem für NDR, WDR und Deutschland - radio Kultur. Außerdem ist er ein gefragter Hörbuchregisseur: Sein erstes Hörbuch, Der Alchimist von Paulo Coelho (2005), ist inzwischen mit der Goldenen CD ausgezeichnet worden. Für das Hörspiel »Zeit im Dunkeln« von Henning Mankell (NDR, 2003) erhielt Schuhmacher den Civis-Preis. Das Hörspiel »Träume« nach Günter Eich (NDR Kultur, 2006) wurde zum Hörbuch des Jahres 2007 gewählt. Bei Hoffmann und Campe erschienen unter Schuhmachers Regie die Hörbücher Du sollst! von Navid Kermani (2007) und Mutanten des Kreml von Elena Tregubova (2007).

DER SPRECHER Ulrich Noethen, 1959 in München geboren, sammelte seine ersten Schauspielerfahrungen als Ensemblemitglied an den Städtischen Bühnen in Freiburg, bevor er auf weiteren großen Bühnen im deutschsprachigen Raum auftrat. Seitdem er 1994/95 mit der TV-Serie »Die Partner« für den Film entdeckt wurde, hat Ulrich Noethen in einer Reihe hochkarätiger Fernsehproduktionen mitgewirkt. Für die Fernsehfilme »Silberhochzeit« und »Die Luftbrücke« wurde er mit der Goldenen Kamera 2006 als bester Schauspieler ausgezeichnet, für »Die Luftbrücke« erhielt er zudem den Deutschen Fernsehpreis als bester Nebendarsteller. Den Durchbruch im Kino schaffte er 1997 mit Joseph Vilsmaiers Erfolgsfilm »Comedian Harmonists«; als bester Hauptdarsteller wurde er mit dem Bundesfilmpreis und dem Bayerischen Filmpreis 1998 ausgezeichnet. In den letzten Jahren spielte Ulrich Noethen außerdem u. a. Hauptrollen in den Kinofilmen »Das Sams« (2001, 2003) und in »Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen« (2004) und wirkte in Bernd Eichingers »Der Untergang« (2004) als SS-Führer Heinrich Himmler mit. 2007 wurde ihm als bestem Darsteller der Preis der deutschen Filmkritik für Dani Levys »Mein Führer« verliehen. Außerdem war er in Rainer Kaufmanns Verfilmung der Martin Walser-Novelle Ein fliehendes Pferd zu sehen. Im vergangenen Jahr stand er u. a. für Connie Walthers Kinofilm »Schattenwelt« vor der Kamera. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Auszug

Scarlett O'Hara war nicht eigentlich schön zu nennen. Wenn aber Männer in ihren Bann gerieten, wie jetzt die Zwillinge Tarleton, so wurden sie dessen meist nicht gewahr. Allzu unvermittelt zeichneten sich in ihrem Gesicht die zarten Züge ihrer Mutter, einer Aristokratin aus französischem Geblüt, neben den derben Linien ihres urwüchsigen irischen Vaters ab. Dieses Antlitz mit dem spitzen Kinn und den starken Kiefern machte stutzen. Zwischen den strahlenförmigen, schwarzen Wimpern prangte ein Paar blaßgrüner Augen ohne eine Spur von Braun. Die äußeren Winkel zogen sich ein klein wenig in die Höhe, und auch die dichten, schwarzen Brauen darüber verliefen in einer scharf nach oben gezogenen, schrägen Linie von jener magnolienweißen Haut, die in den Südstaaten so geschätzt und von den Frauen Georgias mit Häubchen, Schleiern und Handschuhen ängstlich vor der sengenden Sonne geschützt wird.

Reizend war der Anblick dieses Mädchens, wie es an einem sonnigen Aprilnachmittage des Jahres 1861 auf Tara, der Plantage ihres Vaters, mit Stuart und Brent Tarleton im kühlen Schatten der weiten, offenen Veranda vor der Eingangstür des Hauses saß. Ihr neues Kleid aus grün geblümtem Musselin paßte genau zu den niedrigen, grünen Maroquinschuhen, die ihr Vater ihr kürzlich aus Atlanta mitgebracht hatte. Zwölf Meter dieses duftigen Gewebes umbauschten mit der Krinoline ihre Hüften, so daß die ganze Schlankheit ihrer Taille, die in der Provinz ihresgleichen suchte, zur Geltung kam. Das knapp sitzende Mieder umschloß eine für Scarletts sechzehnjährige Jugend wohlgerundete Brust. Aber was halfen die Fülle des Kleides, das glatt zurückgestrichene Haar, der sauber im Netz festgehaltene Knoten, die Ruhe, mit der die kleinen weißen Hände im Schoß gefaltet lagen! Hinter so viel Sittsamkeit verbarg sich nur mühsam ihre wahre, unbändige Natur. In den grünen Augen blitzte und trotzte es und hungerte nach Leben, so wenig der mit Bedacht gehütete, sanfte Gesichtsausdruck und die ehrbare Haltung es auch zugeben wollten. Das Benehmen war ihr von ihrer Mutter in milden Ermahnungen, von ihrer Amme in weit strengerer Zucht beigebracht worden. Die Augen aber waren ihr eigen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

‹  Zurück zur Artikelübersicht