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Vom Wasser. Roman
 
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Vom Wasser. Roman [Gebundene Ausgabe]

John von Düffel
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: DuMont (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3770145577
  • ISBN-13: 978-3770145577
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (20 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 410.224 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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John von Düffel
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Thalassale Regressionslust

John von Düffels alliterationsselige Wasser-Prosa

Das hatten wir doch schon: Ein nicht mehr ganz junger Mann kehrt, weil das Haus seiner Väter und Vorväter abgerissen werden soll, an seinen Ursprung zurück und erinnert sich seiner Geschichte und somit auch der Geschichte seiner Familie. Sie ist von wasserklarer genealogischer Transparenz. Der Ururgrossvater erwarb zwischen den Flüssen Orpe und Diemel ein Landgut mit dem bemerkenswerten Namen Missgunst. Auf dem lieblichen Gelände gründete er mit grossem Erfolg eine Fabrik, die seitdem «die Ströme des schwarzen Wassers in Papier und das Papier in Geld verwandelt». Er ertrinkt, nachdem er zu viel getrunken hat, in dem Element, dem er seinen Reichtum verdankt.

Das Element des Erben ist die Zahl. Sein kalkulierender Verstand immunisiert ihn gegen die elementaren Politwallungen des Ersten Weltkrieges. Nicht aber seine beiden älteren Söhne, die für Hitler begeistert in den Zweiten Weltkrieg ziehen und nicht oder spät und schwer verstört zurückkehren. Und so muss der verkrüppelte nachgeborene Sohn, der Grossvater des Erzählers, den Betrieb übernehmen, obwohl sein genuines Element eigentlich die Kunst und nicht das Wasser, nicht das Geld und auch nicht die Zahl ist.

Er verliebt sich in eine Hausangestellte, heiratet sie und muss sich gegen den Spott der Mitwelt und den Verdacht behaupten, seine Frau habe ein Verhältnis mit einem der französischen Kriegsgefangenen gehabt, die sie so auffallend reich mit Fischessen bedachte. Er, der Grätenphobiker, stirbt am Familientisch, weil er sich an einer Gräte verschluckt. Dem Paar sind keine Söhne, wohl aber drei (Rhein-?)Töchter beschieden. Und von der Tochter, die dem Melusine-Typus am stärksten entspricht, stammt der zum Wasser zurückkehrende Erzähler ab.

Eine Familiensaga, wie sie im Buche steht. Doch das hatten wir schon lange nicht mehr: der 1966 in Göttingen geborene John von Düffel rehabilitiert im Medium der Prosa eine Idee, die als gänzlich überholt gilt: die Idee der Naturpoesie. Er erzählt nämlich nicht nur vom Wasser und also von dem Naturelement schlechthin. Der Erzählfluss seines Buches will vielmehr auch das sein oder doch an dem teilhaben, wovon er erzählt: poetische Natur, Natur-Poesie. Vom Wasser erzählt von Düffel so rhythmisch, so alliterationsselig, so elementar, so flüssig und rauschhaft, dass die Grenze überschritten wird, die Sprache von Natur trennt. In den besten Passagen dieses Buches wird das flüssige Element nicht beschrieben, es lässt schreiben, und Erzählströme fliessen.

Jedoch: Diese Passagen sind eben nur Passagen; sie durchströmen nicht das ganze Buch. Sein liquider, elementarer Stil kippt vielmehr häufig ins Kunsthandwerkliche ab. Und dann entstehen einfach nur anachronistisch plätschernde bis schräge Sätze wie: «. . . wenn ich in die Augen meines Ururgrossvaters schaue, in diese hellen, lustigen Augen, dann hatte wohl die eine oder andere Flasche guten Weines nicht gefehlt.» Oder es stellen sich Wendungen wie «ein Liedchen der Lustigkeit auf den Lippen» ein, die Richard Wagners Stabreimkunst karikieren, ohne dies zu wollen.

Auf der Ebene der Themen, Stoffe und Motive verhält es sich ähnlich. Das Buch ist seiner schlichten Geschichte zum Trotz dicht und komplex. Es evoziert Lethe und Jordan, die Rheinromantik und die Buttmärchen, das Forellenquintett und die Sirenen und viele, viele weitere Erzählströme mehr. Und es exponiert durchaus kluge Motive – wie das Leitmotiv von der Transformation des Elementaren ins Mediale. Die Worte «Medium» und «Element» wurden und werden häufig synonym verwendet. Aus Wasser wird Papier und aus Papier das fünfte Element Geld, das zum Leitmedium der Moderne avanciert. Ab und an gelingt so ein erfrischendes Motivgeflecht, das die Tiefentextur der Moderne mit familien- und naturgeschichtlichen Kontexten verwebt.

Der Ich-Erzähler macht sich für den Leser schon auf der ersten Seite gänzlich durchsichtig. Er legt seine (anti!)metaphysischen Karten und seinen ästhetischen Spinozismus deutlich auf den Tisch, wenn er sich und den liquiden Kern seiner Weltsicht in Worten vorstellt, die nicht sehr flüssig sind: «Ich bin kein besonders gläubiger Mensch. Für grosse Welterklärungen konnte ich mich nie begeistern . . ., weil ich immer der Meinung war und es auch heute noch bin, dass man sich die sogenannte sichtbare Welt erst einmal genauer ansehen sollte, bevor man über Metaphysik argumentiert.» Trotz dieser Metaphysikferne sind dem Erzähler Heraklit und eine zum Panta-rhei-Denken komplementäre fundamentalpsychologische Idee vertraut: die der Rückkehr zum Wasser. Aus Wasser ist das Leben hervorgegangen, aus der Fruchtblase kommen wir, die Vereinigung mit dem Feuchten suchen wir. «Thalassale Regressionslust» hat das ein früher wilder Psychoanalytiker genannt.

«Wir kehren immer zum Wasser zurück.» So lautet denn auch die zweite Leitformel des Romans. Auf der letzten Seite des Buches erzählt der Protagonist, dass seine frankophile Freundin ihn verlässt, um sich einem Franzosen zuzuwenden. Das ist kaum erstaunlich. Wer so ambitioniert und doch so wenig rätselhaft ist wie dieser Erzähler, taugt nicht zum Objekt des erotischen Begehrens. Und doch: Das Projekt, im Zeitalter, in dem nicht mehr Papiermassen, sondern Elektrizitäts- und Informationsströme das Leitmedium sind, noch oder wieder elementare Naturpoesie zu schreiben, verdient Aufmerksamkeit. Es gibt Texte, die aufschlussreich scheitern. Von Düffels Roman umschifft nicht die Klippen, die noch das gute, unzeitgemässe Kunsthandwerk von grosser Sprachkunst trennen.

Jochen Hörisch

Autorenportrait

John von Düffel, geboren 1966 in Göttingen, lebte zeitweise in Irland und den USA, er promovierte 23-jährig über Erkenntnistheorie und war danach als Theater- und Filmkritiker, als Schauspieldramaturg und Übersetzer tätig. Er ist einer der meistgespielten jungen deutschen Theaterautoren der letzten Jahre. Für "Vom Wasser", seinen ersten Roman, wurde er u.a. mit dem "Aspekte"-Literaturpreis und dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet.

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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der schriftstellerische Anfänger habe die Neigung, schrieb Vladimir Nabokov im Nachwort seines Erstlings, dem Leser in seinem ersten Roman sein Privatleben aufzudrängen. Dies rühre weniger von einer fertigen Handlung als vielmehr davon, erst einmal sich selber loszuwerden. Auf der Suche nach einer Geschichte wurde auch John von Düffel bei sich fündig: Es ist seine Familiengeschichte, die er hier ein wenig abgewandelt wiedergibt.

Das Thema des Debütromans ist traditionell, die Durchführung ist es nicht. In „Vom Wasser" wird auf den ersten Blick die Geschichte einer deutschen Familie dargestellt. Der Gründer des Unternehmerclans hat auf einem Landgut zwischen den Flüssen Diemel und Orpe eine Papierfabrik gebaut. Dort, im Ostwestfälischen, verwandelt er „die Ströme des Wassers in Papier und das Papier in Geld". Ein Ich-Erzähler, der wie alle Hauptfiguren namenlos bleibt, aber unschwer als Alter ego Düffels zu erkennen ist, versucht Aufstieg und Niedergang der Familie über mehrere Generationen zu schildern.

Berichtet wird vornehmlich von den Oberhäuptern. Vom Clan-Gründer, einer dominanten Persönlichkeit, für den das halbe Dorf arbeitet, jedoch ein jähes Ende findet: er fällt blau in den Fluß und ertrinkt. Oder vom Urgroßvater, der den Krieg nach Kosten und Gewinn rechnet und seine Arbeiter beschwatzt, nicht gegen Frankreich zu ziehen, sondern seinen Reichtum zu mehren. Die eigentliche Hauptfigur ist schließlich der Großvater: ein Mann von enormer Größe, kahlköpfig und mit steifem Bein, der lieber malen als den Geschäften nachgehen würde. Als „Krüppel", der - weil kriegsuntauglich - statt seiner beiden Brüder die Firma führt, sieht er sich in der Zeit des Nationalsozialismus den Ressentiments seiner eigenen Arbeiter ausgesetzt.

Doch die Schnittpunkte mit der Zeitgeschichte spielen nur eine kleine Rolle. Es sind bloß Momentaufnahmen, um die Familiengeschichte vor der Kulisse einer realen spielen zu lassen. Statt dessen widmet sich Düffel seinem liebsten Element - dem Wasser. Das Wasser spielt für den Erzähler wie auch für die Familie einen besondere Rolle. Es ist nicht nur Leitmotiv des Romans, es ist mehr: Ausgangspunkt für ihren Wohlstand und zugleich deren Ende (der Großvater erstickt an einer Gräte). Düffel hat sich eine Ersatzmetaphysik zusammengeschustert: „Wir kehren immer wieder zum Wasser zurück." Und: „Diese Macht ist eine sehr wahrnehmbare, wirkliche Macht..." Das Wasser also als bestimmende Kraft. Einen breiten Raum nehmen die langen Naturdarstellungen ein. Sie gehören zweifellos zu Stärken dieses Autors, dessen bilderreiche Schilderungen der Flußlandschaft poetische Kraft besitzen. Doch die Neigung zu ausufernden Beschreibungen steht dem Erzähler Düffel im Weg. Von Erzählen kann man hier auch nicht mehr sprechen. Tragische Charaktere werden zwar eingeführt aber nicht entwickelt. So beim Bruder des Großvaters, der als seelisch und körperlich Gebrochener aus dem Krieg heimkehrt und auf dem Dachboden vegetiert. Der Roman krankt daran, daß der Stoff bestenfalls für eine Erzählung reicht und der Autor zudem mit seinen Figuren nichts anzufangen weiß. Jedes Interesse an den Figuren, die ohnehin eher schemenhaft dargestellt sind, wird durch Naturschilderungen oder willkürliche Zeitsprünge unterbrochen und damit gänzlich abgetötet. Es werden Dinge beschrieben statt Schicksale erzählt.

Ungewöhnlich ist, daß ein Autor, der als Dramaturg arbeitet und Stücke veröffentlicht hat, so wenig Gespür für das hat, was nicht nur für ein Schauspiel wichtig, sondern auch für erzählende Prosa unentbehrlich ist: Figuren, Handlung, Szenen. Düffel gestaltet die Geschichte nicht, er schildert wie sie von Ferne („Ich stelle mir vor wie es gewesen sein könnte"): Das vermittelte Geschehen wirkt wie aus zweiter Hand. So bleibt die Geschichte frei von Unmittelbarkeit, jeglicher Überzeugungskraft und Anschaulichkeit.

Düffel, Jahrgang 1966, erhielt beim diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb für seinen Roman einen Nachwuchs-Preis. In „Vom Wasser" blitzt trotz allem gelegentlich ein intelligenter Autor auf. Wenn er seinen biographischen Ballast erst einmal losgeworden ist, darf man durchaus von ihm erwarten, daß er zu Besserem vordringt. Doch vorerst muß man festhalten: Der spärlichen Geschichte seines Romans „Vom Wasser" zu folgen ist kaum spannender als jemanden stundenlang beim Angeln zuzuschauen.

ALEXANDER SIMON

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Vom Erzählen

Nicht Staub sind wir Menschen, sondern Wasser, und „wir kehren immer zum Wasser zurück". Das ist John von Düffels These und Motto in seinem Debütroman „Vom Wasser", in dem das nasse Element nicht nur ein vielgesichtiges Motiv des Textes und das Bindemittel der Geschichte um eine Papierfabrikantendynastie ist, sondern gar schon erzählerisches Mittel geworden zu sein scheint. Dementsprechend gebärdet sich der Text des jungen Theaterautors und -dramaturgen von Düffel (Jahrgang '66) selbst als langer, fast immer ruhiger Fluß, dessen Ursprung im Bau einer Papierfabrik und eines zugehörigen Gutes zwischen Orpe und Diemel in Ost-west-falen liegt, vorgenommen durch den Ururgroßvater des Erzählers am Ende des 19. Jahrhunderts. Ein „listiger und lustiger" Mann war er, dessen Schicksal es ist, schließlich in der Orpe zu ertrin-ken, geholt vom Harkemann, dem Wasserdämon des dunklen und gefährlichen Flusses. Ihm nach folgt sein Sohn, dessen ausgeprägter Sinn für Zahlen ihn ver-schlos-sen erscheinen läßt, der sich jedoch als fähiger Direktor erweist. Ihm gelingt es sogar, „den Krieg zu rechnen", denn dank seiner Begabung schlägt er aus der Katastrophe des Ersten Weltkrieges Kapital und überzeugt in einer hochkomischen Szene einen jungen, ungestümen Offizier von der Kriegswichtigkeit der Papierproduktion, die seinen Arbeitern, auf diese Weise vom Militärdienst befreit, gegen deren ursprüng-liche Kriegsbegeisterung das Leben rettet. Doch den größten Raum der Erzählung nimmt die Darstellung des Großvaters ein. Dieser wird, seine beiden älteren Brüder ziehen in den Zweiten Weltkrieg, unverhofft zum Erhalter der Dynastie. Von Kindheit an ein Krüppel und mit künstlerischem Talent ausgestattet, ist er alles andere als ein Fabrikdirektor - doch die Geschichte läßt ihm und der Familie keine Wahl. So unterdrückt er seinen starken Wunsch, Maler zu werden, blendet sein ästhetisches Auge und leitet fortan den Betrieb, nicht ohne sich gegen die Mißgunst seiner Angestellten durchsetzen zu müssen. Der Konflikt seiner Berufung und seines Berufes verwandelt sich ihm über die Zeit in einen Zorn, der weithin gefürchtet wird, sein Selbstbild als Künstler wird schließlich zum Ridikül. Gegen alle Tradition heiratet er eine Küchenaushilfe, die ihm jedoch, bevor sie unfrucht-bar wird, drei Mädchen gebiert und so die Linie der Familie beendet. Der Großvater stirbt schließlich an einer Fischgräte. Dieses Ereignis prägt die Kind-heit des Erzählers, der sich und seine Erlebnisse in der Gegenwart -er ist, wie von Düffel selbst auch, Marathonschwimmer- zunehmend in den Text einwebt. Von dieser Prägung zu erfahren, ist nicht mehr überraschend. Der Gegensatz zwischen Geburt und Tod ebenso wie der von Segen und Gefahr des Wassers finden sich durch den gesam-ten Text, verkörpert in den beiden Flüssen, die das Anwesen der „Mißgunst" umge-ben: die ungefährliche, weil flache und klare Diemel, in der der Erzähler Schwimmen lernt, und die dunkle, bösartige Orpe, aus deren schwarzem Wasser das weiße Papier entsteht. Immer wieder fließen in die Geschichte um Väter und Söhne ausführliche Land-schafts- und Naturbeschreibungen ein, die den Charakter des Textes noch unter-stützen, denn von Düffel arbeitet oft mit der Ähnlichkeit und Wiederholung von Worten und Phrasen, viele Beschreibungen gleichen sich, ohne dadurch an Kraft zu verlieren, sie kehren wieder wie Wellen, wie Ebbe und Flut. Viele Sätze beginnen mit „und". Nicht zuletzt verzichtet von Düffel (außer in den Parts, die im Heute spielen) darauf, seinen Figuren Namen zu geben, ebenso wie er von Dialogen völlig absieht. Darin meint man die Gleichgültigkeit des Wassers gegen das Ansehen der Person zu spüren, so wird ein Rhythmus forciert, der den Leser in seinen Sog zieht. Bleibt als einziger Wermutstropfen, daß der Erzähler sich im letzten Drittel des Textes immer wichtiger zu nehmen scheint und die packenden Passagen zunehmend abrupter durch Zeitsprünge in die Gegenwart unterbricht. Ein Gutteil der Distanz, die zwischen dem Erzähler und seiner Ahnengalerie vorher bestand, geht dadurch verloren - um so bedauerlicher, als er selbst sich keineswegs in diese einreiht: die Fabrik wird nach dem Tod des Großvaters verkauft, der Vater des Erzählers taucht als Figur nicht wirklich auf. So entsteht an den zwischenmenschlichen Problemen des Erzählers -seine Freundin trennt sich von ihm- keine Anteilnahme, nicht einmal Interesse. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von W. Öschelbrunn TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieses Buch müßte man sich (oder anderen) eigentlich vom ersten Wort auf Seite 1 bis zum letzten Wort auf Seite 286 laut vorlesen, um der Sprachvirtuosität Düffels nur annähernd gerecht zu werden.

Die schwarzen Wasser des Flußes Olpe diktieren das Schicksal einer Papierfabrikanten-Dynastie, die Düffel über viele Generationen begleitet. Als der Firmengründer eines Nachts (im Suff) in den Fluß fällt und ertrinkt, ist die Sage vom "Harkemann" geboren, der im Fluß lauert und vor dem sich noch die Ur-Ur-Enkel 150 Jahre später in Acht nehmen sollen, wenn die Eltern sie vom gefährlichen Flußufer fernzuhalten versuchen. Die Zeiten sind mal besser, mal schlechter, das Wasser der Olpe fließt aber immer gleichbleibend schwarz an den Papiermühlen der Fabrik vorbei und wird in weißes Papier verwandelt. Doch der Fluß ist mehr als nur Rohstofflieferant der Papierfabrik, er ist Ort des Geschehens für weitere Familienschicksale. Der Enkel des Firmengründers ist begeisterter Angler, ißt aber nie den gefangenen Fisch. Bis auf einmal, als er prompt an einer Fischgrete erstickt.

John von Düffel hat seine Liebe für das nasse Element schon mehrfach zum Thema seiner Bücher gemacht: In "Houwelandt" mißt der Roman-Namensgeber täglich seine schwindenden Kräfte an der Schwimmstrecke zu einer vor der Küste gelegenen Insel. "Schwimmen" widmet sich ausschließlich diesem Sujet und auch in "Vom Wasser" ist das Schwimmen die Passion des erzählenden Ur-Ur-Enkels.

Passend zum Romanmotto "Wir kehren immer zum Wasser zurück" bleibt zu hoffen, dass Düffel seinem Inspirations-Elixier treu bleibt und uns weitere Romane dieser Qualität bieten wird.
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Veröffentlicht am 31. Januar 2009 von Tom Kadi
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Veröffentlicht am 10. April 2005 von "ekunz22"
ein fest für schwimmer
wenn von düffel etwas schafft, dann ist es eine unglaublich fesselnde beschreibung des wassers. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Januar 2005 von nyck
Genial
Ich find's genial, wie es John von Düffel schafft, eine Familiengeschichte mit einer "Wassergeschichte" in unmittelbaren Zusammenhang zu bring. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Juni 2004 von Maria Conlan
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