ich habe das buch auf dem 3wöchigen fußmarsch durch die schweiz gelesen, im juli 2007. ich empfehle es häppchenweise und auf jeden fall unterwegs zu lesen, denn daheim im stüblein wird die magie der naturbeschreibungen nicht zu ihrer vollen entfaltung kommen. unter freiem himmel aber, unter einer sommerlinde, am rand des mais- oder weizenfeldes, vor einer almhütte auf 1100m mit ausblick auf ein tal mit fluss und berg und see und gras und frischer luft, ja das ist schon wieder ganz was anderes.
ulrich grober verbindet wandern und philosophie auf unnachahmliche weise. manchmal war es für mich wohl anstrengender, weiterzulesen als einfach nach eineinhalb seiten wieder aufzustehen und weiterzugehen. (alles eben zu seiner zeit.) denn er beschreibt kultur-naturlandschaften so eindrücklich, er nennt bäume konsequent bei ihren jeweiligen namen, bei ihm schmetterlinge nicht schmetterlinge, sondern schachbrettfalter, zitronenfalter, tagpfauenauge etc. teilweise war es einfach nur mehr ermüdend, jemandes worte zu lesen, der sein repertoire an biologischem, ökologischem, geographischen, pädagogischen etc. fachwissen so großzügig ja fast verschwenderisch zur verfügung stellt. es hatte etwas von posen und aufwichtigtun.
wissen & bewegung:
alte, neue und wieder entdeckte wege (12 kapitel, 12 strecken),
ehrbare wegbegleiter (hesses rucksack, heideggers weg),
geschichtliche zusammenhänge (ötzi, wandern als überlebensstrategie),
tiefenökologisch-holistische betrachtungen (gaia),
philosophische gedankengänge (spirituelles wandern, bewusstseinszustände),
persönliche erlebnisse (über die alpen, mit kindern)
und praktische wandertipps (ausrüstung, navigieren)
machen das buch zu einem stillen, freundlichen achtsamkeits-erinnerungs-instrument (luft holen).
innehalten wird möglich.
alles geht sich aus.
keine hektik.
null stress mein freund.
schließlich ankommen.
abschiednehmen. und weitergehen...