Wandern ist eine alte Kunst. Keine neue Erfindung unserer heutigen Gesellschaft zur Ankurbelung der Wirtschaft. Wer das Wesen des Wanderns verstehen will, der schaut nach links und nach rechts, in die Vergangenheit und die Zukunft, auf die Menschen, die die Wege schon gegangen sind, auf die Kultur der Landschaft und auf die Menschen, die heute in ihr leben.
Und genau das tut Ulrich Grober in seinem sich so wohltuend von der Masse der neuen Wanderbücher abhebenden Werk: Er marschiert nicht, er schlendert, flaniert, pausiert, mäandert durch die Landschaft, immer neugierig wie ein kleines Kind und offen für die kleinen Dinge, die so viel wichtiger sind für das eigene Leben als die großen Entscheidungen der Weltpolitik.
Er verfolgt die Spuren und Motive berühmter Wanderer: Hermann Hesse gehört ebenso dazu wie Martin Heidegger oder Ötzi, der vor über 5.000 Jahren das Wandern in den Alpen zur Überlebensstrategie machte.
Gruber sinniert über Ausrüstung und Orientierung, über Wasser und Luft, über Licht- und Lärmverschmutzung, Auszeiten und Entschleunigung, Beuys und Gaia. Kenntnis- und lehrreich, kurzweilig und unterhaltsam ergänzt er mit seinen Einschüben seine Schilderungen über ungewöhnliche und nachahmenswerte Mehrtagestouren quer durch Deutschland.
Ein wunderbares Wanderbuch von einem, der weiß, was er tut.
Und ein Buch, das die Vorfreude auf die nächste eigene Tour erhöht.