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Vom Verschwinden der Täter: Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei
 
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Vom Verschwinden der Täter: Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei [Broschiert]

Hannes Heer
1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Kriegskind Hannes Heer wollte eigentlich Geschichts- und Deutschlehrer werden. Doch sein 1968 abgelegtes Staatsexamen fiel in eine Zeit, als der bundesdeutsche Staat in Fragen der Verfassungstreue seiner zukünftigen Diener noch sehr misstrauisch war. Den Antifaschisten Heer jedenfalls wollte man nach seinem Staatsexamen 1968 lieber nicht in den Schuldienst übernehmen. Sein politisch-volkspädagogischer Furor aber hat ihn nie verlassen. Davon kündete die Ausstellung "Vernichtungskrieg. Die Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" von 1995, an der er als damaliger Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung federführend beteiligt war.

Nachdem die Ausstellung massive Proteste hervorgerufen hatte, unter anderem weil für manche der ausgestellten Fotos falsche und irreführende Bildunterschriften übernommen worden waren, ist sie mittlerweile in einer überarbeiteten Fassung wieder zu sehen. Von dieser zweiten, "völlig entschärften" Wehrmachtsausstellung distanziert sich Hannes Heer, der darin nur ein weiteres Indiz sieht für eine von ihm diagnostizierte "geschichtspolitische Wende", der gemäß die Deutschen begännen, sich vorwiegend selbst als Opfer von Vertreibung und Bombenterror zu betrachten, statt sich über die eigene Schuld zu grämen. Die "Tiefenströmung, die das Schicksal der Bundesrepublik von Beginn an beeinflusst" habe, sei von der "Obsession bestimmt, sich eine Vergangenheit zu suchen, die passend ist". Mit Vehemenz richtet sich Heer mit seinem Buch gegen die "bedingungslose Kapitulation der zweiten Wehrmachtsausstellung", die nur den Wünschen des Publikums aber nicht mehr der historischen Wahrheit verpflichtet sei.

Starker Tobak also für jene, denen es nach wie vor ein Anliegen ist, "die Ehre der Wehrmacht" zu verteidigen und die darauf pochen, dass man Verbrechen von (ganz normalen) Wehrmachtsangehörigen als außerordentliche Ausnahmen zu betrachten habe. An der Faktizität des Vernichtungskrieges aber gibt es nun mal nichts zu deuteln. Nach den Tätern zu fragen muss deshalb erlaubt sein. Freilich steht es zugleich jedermann frei, die Thesen Hannes Heers zu widerlegen. Dies indes wird gar nicht so einfach sein! --Hasso Greb -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Dem Autor ist es gelungen, die unscheinbaren Verschiebungen des geistigen Klimas in Deutschland in einen Kontext zu stellen, der einen erschauern läßt." (Süddeutsche Zeitung)

Kurzbeschreibung

Zum deutschen Seelenfrieden

Ausgehend von der Geschichte der Wehrmachtsausstellung zeigt Heer, wie die Frage nach Mitverantwortung deutscher Soldaten an NS-Verbrechen privat und öffentlich ausgeblendet wird. "Dem Autor ist es gelungen, die unscheinbaren Verschiebungen des geistigen Klimas in Deutschland in einen Kontext zu stellen, der einen erschauern läßt." Süddeutsche Zeitung

Über den Autor

Hannes Heer, geboren 1941, Staatsexamen in Geschichte und Literaturwissenschaft 1968, Arbeit als Theaterdramaturg und Filmregisseur. Von 1993 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter des Ausstellungsprojektes "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944." Hat die Carl-von-Ossietzky-Medaille erhalten.
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