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Vom Verschwinden der Täter: Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei
 
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Vom Verschwinden der Täter: Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei [Broschiert]

Hannes Heer
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Produktinformation

  • Broschiert: 395 Seiten
  • Verlag: Aufbau Tb; Auflage: 2., Aufl. (2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746681359
  • ISBN-13: 978-3746681351
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Hannes Heer
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Kriegskind Hannes Heer wollte eigentlich Geschichts- und Deutschlehrer werden. Doch sein 1968 abgelegtes Staatsexamen fiel in eine Zeit, als der bundesdeutsche Staat in Fragen der Verfassungstreue seiner zukünftigen Diener noch sehr misstrauisch war. Den Antifaschisten Heer jedenfalls wollte man nach seinem Staatsexamen 1968 lieber nicht in den Schuldienst übernehmen. Sein politisch-volkspädagogischer Furor aber hat ihn nie verlassen. Davon kündete die Ausstellung "Vernichtungskrieg. Die Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" von 1995, an der er als damaliger Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung federführend beteiligt war.

Nachdem die Ausstellung massive Proteste hervorgerufen hatte, unter anderem weil für manche der ausgestellten Fotos falsche und irreführende Bildunterschriften übernommen worden waren, ist sie mittlerweile in einer überarbeiteten Fassung wieder zu sehen. Von dieser zweiten, "völlig entschärften" Wehrmachtsausstellung distanziert sich Hannes Heer, der darin nur ein weiteres Indiz sieht für eine von ihm diagnostizierte "geschichtspolitische Wende", der gemäß die Deutschen begännen, sich vorwiegend selbst als Opfer von Vertreibung und Bombenterror zu betrachten, statt sich über die eigene Schuld zu grämen. Die "Tiefenströmung, die das Schicksal der Bundesrepublik von Beginn an beeinflusst" habe, sei von der "Obsession bestimmt, sich eine Vergangenheit zu suchen, die passend ist". Mit Vehemenz richtet sich Heer mit seinem Buch gegen die "bedingungslose Kapitulation der zweiten Wehrmachtsausstellung", die nur den Wünschen des Publikums aber nicht mehr der historischen Wahrheit verpflichtet sei.

Starker Tobak also für jene, denen es nach wie vor ein Anliegen ist, "die Ehre der Wehrmacht" zu verteidigen und die darauf pochen, dass man Verbrechen von (ganz normalen) Wehrmachtsangehörigen als außerordentliche Ausnahmen zu betrachten habe. An der Faktizität des Vernichtungskrieges aber gibt es nun mal nichts zu deuteln. Nach den Tätern zu fragen muss deshalb erlaubt sein. Freilich steht es zugleich jedermann frei, die Thesen Hannes Heers zu widerlegen. Dies indes wird gar nicht so einfach sein! --Hasso Greb -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Dem Autor ist es gelungen, die unscheinbaren Verschiebungen des geistigen Klimas in Deutschland in einen Kontext zu stellen, der einen erschauern läßt." (Süddeutsche Zeitung)


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27 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen moralisierend läßt sich Geschichte nicht verstehen, 16. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Vom Verschwinden der Täter: Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei (Broschiert)
Genau dazu neigt Hannes Heer aber mit seiner ach so klaren Zuordnung in Gute und Böse. Natürlich gibt es keine Kriege ohne Krieger. Aber wenn hier wirklich eine personalisierte Schuldzuweisung für notwendig erachtet wird, muß sie auch den entsprechenden Wahrheitskriterien genügen. Da sind Bilddokumente nun mal wirklich nicht so eindeutig, wie sie zunächst scheinen. Daraus die Konsequenzen zu ziehen, muß also noch nichts mit einer neuen gesellschaftlichen 'Verschwörung' zu tun haben, die Heer hier m. E. versucht an die Wand zu malen. Neben schlechteren Büchern gibt es es nämlich auch eine ganze Menge gute, so daß mir seine Zuspitzung nicht sehr angemessen erscheint. Hervorheben möchte ich hier die Arbeiten zur Erforschung des deutschen Kommunismus von Mallmann (1996) und Weber (insbesondere 2004), die Einblicke in die Familiengeschichte von Wibke Bruns sowie die Arbeit von Aly (Hitlers Volksstaat). Wie begrenzt einsichtsfähig in das historische Dilemma zwischen dem 1. und dem Ende des 2. Weltkriegs die moralische Sichtweise macht, zeigte Heer übrigens mit seiner - keiner kritischen Überprüfung standhaltenden und die größten Dummheiten zudeckenden - Thälmann Biographie von 1975 selbst.
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