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Vom Tempo der Welt. Am Ende der Uhrzeit
 
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Vom Tempo der Welt. Am Ende der Uhrzeit [Gebundene Ausgabe]

Karlheinz A. Geißler
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 218 Seiten
  • Verlag: Herder, Freiburg; Auflage: 5 (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3451269775
  • ISBN-13: 978-3451269776
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 491.187 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Die Zeit, 14.10.1999
In einer Sammelbesprechung gibt Ludger Heidbrink die Hauptthesen von vier Büchern wieder, die sich mit dem Thema Zeit befassen und dem Versuch des Menschen, am ausgehenden Jahrtausend temporale Prozesse zu kontrollieren bzw. zu optimieren:
1) Karlheinz A. Geißler: "Vom Tempo der Welt". Am Ende der Uhrzeit (Herder Verlag).
Im Mittelpunkt dieses Buches steht die Wandlung des Zeitbegriffs über die Jahrhunderte, schreibt Ludger Heidbrink. Nach Ansicht des Autors habe die Beschleunigung temporaler Prozesse jedoch nicht zu einer grösseren Verfügbarkeit von Zeit geführt. Zwar gebe es eine Tendenz weg von straffer Organisation hin zu flexibler Gestaltung (Arbeits- und Öffnungszeiten), der Zwang zur Selbstdisziplinierung steige aber ebenfalls an (Weiterbildung, Eigeninitiative). Fazit des Rezensenten: "Per saldo muss immer mehr Zeit aufgewendet werden, um immer weniger Zeit sinnvoll zu verwenden."
2) Manuel Schneider/Karlheinz A. Geißler (Hrsg.): "Flimmernde Zeiten". Vom Tempo der Medien (Hirzel Verlag).
Dieser Band, erzählt Heidbrink, zeigt die Schattenseiten digitaler Allgegenwärtigkeit im Zusammenhang mit elektronischen Medien auf. So werde die Zeitersparnis durch E-Mail, Fax und Internet durch komplizierte Programme und Informationsflut leicht wieder wett gemacht. Im Gegenzug dienten Fernseher und Telefon häufig dazu, die Langeweile der eingesparten Zeit wieder zu vertreiben. Außerdem widmeten sich die Autoren den Medien, die selbst dem Zwang zur Kürze unterliegen (z. B. Nachrichtensendungen) und den sozio-ökonomischen Folgen von Telearbeit.
3) Sabine Hofmeister/Meike Spitzner (Hrsg.): "Zeitlandschaften". Perspektiven öko-sozialer Zeitpolitik (Hirzel Verlag).
Weitgehend unkommentiert gibt Heidbrink die Thesen in "Zeitlandschaften" wider: Die Vertreterinnen einer "feministischen öko-sozialen Zeitpolitik" treten für "gerechtere und herrschaftsfreiere Geschlechterverhältnisse und ökologische, natur- wie sozialitätsverträgliche Zukünfte" ein. Verlangsamung und Muße sind die Stichworte in diesem Zusammenhang. Frauen seien nun gefragt, denn sie allein seien in der Lage, "abstrakte" und "organische" Zeit zu synchronisieren, darin seien sie schließlich geübt.
4) Umberto Eco/Jean-Claude Carrière/Stephen Jay Gould/Jean Delumeau: "Das Ende der Zeiten" (DuMont Verlag).
Die im Vergleich zu den Autoren anderer Bücher grösste Gelassenheit gegenüber der Zeitthematik legt der Paläontologe Stephen Jay Gould an den Tag, meint Heidbrink. Angesichts der Tatsache, dass in den 13 Milliarden Jahren, die das Universum vermutlich bereits existiert, in regelmässigen Abständen "Weltuntergänge" stattgefunden haben, scheint ihm die Milleniumshysterie eher müssig. Für ihn sind diese Ängste eine Folge der jüdisch-christlichen Akopalypse-Prophezeiungen. Im gleichen Band äußert Eco die These, dass angesichts der Sterblichkeit der Menschen der Gedanke nahe liegt, auch an eine Sterblichkeit des Universums zu glauben.

© Perlentaucher Medien GmbH

Über den Autor

Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler lehrt Wirtschaftspädagogik an der Universität der Bundeswehr in München. Zahlreiche Veröffentlichung zu den Themen Pädagogik und Zeit.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stephan Kleiber HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
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Karlheinz Geißler gibt mit seinem "Vom Tempo der Welt" ein mit viel Wortwitz und Sachverstand verfasstes Buch zur Zeit heraus. Wie sich die Zeit und deren Wahrnehmung im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert hat oder besser wurde ist hier zu finden. Sinnigerweise teilt er diese Veränderungen in die Zeit der Vormoderne, Moderne und Postmoderne auf und macht dadurch klar, dass quasi jede Zeit ihre Zeit hat.

Klar wird dabei vor allem, dass die Zeit noch vor wenigen Jahrhunderten so gar kein Thema war, weil sie ganz einfach als Gott-gegeben betrachtet wurde. Lebensplanung oder Zeitmanagement waren hier noch unbekannt, denn schließlich glaubte man an eine höhere Macht und Schicksal. Ebenso wurde damals von kirchlicher Seite der Wucher oder Geldverleih für Zinsen abgestraft, weil nicht mit Gottes Zeit Geld verdient werden sollte. Das Leben wurde noch von "Ereignissen" und natürlichen Rhythmen bestimmt.

In der Moderne dagegen kam mit der Industrialsisierung auch die Notwendigkeit zum pünktlichen Arbeitsbeginn. Die Uhr lieferte hier das richtige Mittel und brachte mit sich die Unruhe. Aus der Lebenszeit wurde Arbeits- und Freizeit, wobei letztere schon wieder als Verschwendung von Verdienstmöglichkeiten angesehen werden konnte. Müßiggang adé, jeder wurde seines Glückes Schmied, der Gottgefallen abhängig von der Leistung und aus Zeit wurde Geld, die gemäß der Verwertungslogik des Kapitalismus nunmehr investiert, gespart, verloren und gewonnen werden konnte. Ganz nebenbei wurden aus Rhythmen Dynamiken, die Geschwindigkeit zum Maß vieler Dinge und in Beschleunigung schien das Glück dieser Welt zu liegen.

Mittlerweile scheint nach einigen Beschleunigungen ein Maß erreicht zu sein, wo ein mehr desselben nicht wirtschaftlicher ist, sondern stellenweise sogar kontraproduktiv. Seien es Produkte, die nach zu kurzen Testphasen auf den Markt geworfen werden ("Elchtest") und nicht nur Imageschäden verursachen oder Entscheidungen zur Technikfolgenabschätzung, deren Datenbasis noch unzureichend gesichert ist. Auch für die Verwaltung von Terminen und einzelnen Zeitfetzen wird oft mehr Zeit verwendet als für die Ereignisse selbst. Wir leben zunehmend in einer Vielzahl von unterschiedlichen Zeiten und versuchen diese untereinander zu koordinieren und integrieren in ein gehetztes Leben, dessen Restzeit währenddessen verrinnt. Geißlers Ideen für einen neuen Umgang mit Zeit - was ja weitreichende Konsequenzen hätte - sind sicher diskussionswürdig.

Betrachtet man sich aktuelle gesellschaftliche Themen unter dem Aspekt "Zeit", dann wird schnell deutlich, dass diese so wenig greifbare und doch alles bestimmende Größe Problem und Lösung zugleich sein kann. Anregungen hierfür liefert Geißler in unterhaltsamer Form, ambitioniert und garniert mit vielen Aha-Erlebnissen beim Blick auf Vergangenes und Gegenwärtiges. Mir stellt sich nach dem Lesen die Frage, wie wenig oder wie sehr sind wir uns heutzutage eigentlich den Einflüssen der "Zeit" bewusst? Ein lesenswertes Buch.

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25 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zeitverschwendung? 31. März 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
In unserem Lieblingshotel am Lago Maggiore genießen wir gerne ein paar von Terminen befreite Tage mit Müßiggang. Dazu gehört auch mal das Fernsehen, da wir zu Hause kein solches Gerät zu unseren Besitztümern zählen können, wollen oder müssen. Als draußen wieder mal ein typischer tessiner Regen niederprasselte, zappte ich mich mit hochgelagerten Beinen per Zufall auf SF1. "Sternstunde der Philosophie" hieß die Sendung. Zu Gast war ein aufgeweckter Herr von einer Universität irgendwo in Deutschland. Er ist Namensvetter des berühmten Politikers Geißler. Das Diskussionsthema weckte unsere Aufmerksamkeit: Die Zeit und der Mensch. Dieser Wissenschaftler zeigte die Veränderungen im Umgang mit der Zeit auf. Zeit ist nicht gleich Zeit. Heute wird damit ganz anders gewirtschaftet als vor 100 oder 1000 Jahren. Inwiefern wurde die Zeit auch in ideologischen Weltanschauungen thematisiert oder angewandt? Natürlich würde ich mir nicht die Zeit für dieses Mail nehmen, wenn es hier nicht um ein Buch ginge. Denn Herr Geißler schrieb eine spannende Abhandlung darüber. Nebst Rückschau stellt er Fragen über das Zeitverständnis der Gegenwart und Zukunft. Nach der Lektüre werden Sie ganz anders über Wörter wie "Hektik", "Zeitnot" oder "Freizeit" denken. Wetten? Auszug Klappentext: "Heute - am Ende des Zeitalters der Beschleunigung - verliert die Uhrzeit ihr Monopol als bestimmendes Zeitmaß fürs Leben und Arbeiten. Das aber heißt: Die bisher gültige Zeitordnung steht zur Disposition. Karlheinz A. Geißler fragt: Wie geht es weiter? Wie wird sich unser Umgang mit der Zeit verändern? Welche Zeit, welches Zeitmaß und welche Zeitordnung machen in Zukunft Geschichte? Für portofreie Lieferung einfach Mail mit Adresse retounieren. Ich wünsche Ihnen eine genüssliche und im wahrsten Sinne viel freie Zeit. Und Achtung: Wenn Zeitgenossen dem Zeitgeist erliegen, dann ist es zwar zeitgemäß aber oft auch Zeitverschwendung.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein an Anregungen reiches Buch über die Zeit.
Beginnen wir unsere Reise als das Bewusstsein über Zeit noch im Rhythmus der Natur war. Ein Lächeln befüllt den Leser bei gar romantischen Auffassungen. Und doch - insgeheim wünscht er sich eine Reise in diese Zeit.
Eingeholt wird er vom Takt der modernen Zeit, der wiederum eingezählt wurde von der Erfindung der Uhr. Die Maschine und der Fortschritt zerbrechen den Einklang des Menschen mit seiner inneren und äußeren Natur.
Die Zeit überholt den Leser schließlich mit der Flexibilisierung des Möglichen. Der Einzelne hält sie in der Hand, die Zeit. Im obliegt die Freiheit, entscheiden zu können. Dazu gehört auch die Kehrseite der Medaille: entscheiden zu müssen.
In klugen Betrachtungen führt der Autor durch die Zeit. Er zeigt die jeweils bestimmenden Ansichten und gibt auf diese Weise den Anstoß zur Diskussion. Weder glorifizierend noch verteufelnd bewegt er sich um das, was uns alle bewegt: das Leben (und seinen Sinn).
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