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Vom Sinn und Unsinn der Geschichte: Aufsätze und Vorträge aus vier Jahrzehnten
 
 
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Vom Sinn und Unsinn der Geschichte: Aufsätze und Vorträge aus vier Jahrzehnten [Gebundene Ausgabe]

Reinhart Koselleck , Carsten Dutt
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Preis für alle drei: EUR 68,00

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 388 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (19. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518585398
  • ISBN-13: 978-3518585399
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 431.442 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Reinhart Koselleck
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Wozu noch Historie? heißt ein Aufsatz von Reinhart Koselleck, der zu den wichtigsten Historikern des 20. Jahrhunderts zählt und sich die Frage schon im Jahr 1971 stellte ... Die Antwort fällt facettenreich aus. Festzuhalten ist die Grundeinsicht, dass Geschichte nicht auf einen einheitlichen oder gar auf ein Ziel zulaufenden Nenner zu bringen ist.«

(Märkische Allgemeine )

»Macht der Vergangenheit, ob Goethe, Preußen oder 8. Mai: glänzende Essays vom bedeutendsten deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts«

(Alexander Cammann Die Zeit )

»Aus Kosellecks Fundus an Aufsätzen, Vorträgen, Ansprachen und Essays, die oft weit verstreut in Zeitschriften und Sammelbänden erschienen waren, hat sein Verlag ein weiteres und wie stets höchst lesenswertes Kompendium zusammengestellt. Die Texte bieten sich an als Theorieskizzen, als sogenannte Zeitbilder sowie als eine Reihe von Porträts und Erinnerungen. … Kosellecks Beiträge zu Wesen und Intention der Geschichtsschreibung lesen sich mit Genuss, woran auch die stilistische Brillanz des Verfassers ihren Anteil hat.«

(Martin Meyer Neue Zürcher Zeitung )

»Dutt hat mit dieser nachdrücklich zu empfehlenden Anthologie nicht nur einen großen Geschichtstheoretiker angemessen gewürdigt, sondern auch den Blick geöffnet auf die Fragen und Probleme zur Geschichte, mit denen sich Koselleck zeitlebens beschäftigt hat.«

(Benjamin Steiner Zeitschrift für Geschichtswissenschaft )

Kurzbeschreibung

Einen „modernen Partisanen“ der unendlich vielen Geschichten im Plural gegen die eine Geschichte im Singular – so hat Jacob Taubes den großen Historiker Reinhart Koselleck (1923-2006) einmal charakterisiert und damit sehr genau den kritischen Impuls erfaßt, mit dem Kosellecks vielgerühmte Arbeiten zur Historik sich von den Prätentionen und tendenziell totalitären Konsequenzen substantialistischer Geschichtsphilosophie abstoßen. Dagegen setzt Koselleck die irreduzible Vielfalt und perspektivische Gebrochenheit jener Geschehenseinheiten, auf die wir mit dem Begriff der Geschichte Bezug nehmen und deren Rekonstruktion die immer wieder neue Aufgabe der Historie ist. In diesem Band, der Aufsätze und Vorträge aus vier Jahrzehnten versammelt, werden die Entwicklung und die Reichweite der Koselleckschen Historik eindrucksvoll sichtbar. Neben verstreut publizierten Arbeiten wie der längst in den Rang eines modernen Klassikers aufgestiegenen Studie zur Beantwortung der Frage Wozu noch Historie? versammelt der Band erstmals unveröffentlichte Texte aus dem Nachlaß. Sie erweitern das Bild von Kosellecks Theoriearbeit um wichtige Facetten, zeigen den denkenden Historiker aber auch als Meister empirisch gesättigter Analysen und Darstellungen.


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Giuseppe Gerhards TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Sattelzeit ist nicht etwa der Moment, in dem ein Pferd reittauglich gemacht wird, sondern ein besonders bedeutender Begriff der europäischen Geschichtsschreibung, der die Epochenschwelle zwischen früher Neuzeit und Moderne, zwischen der Mitte des 18. und des 19. Jahrhunderts, kennzeichnet. In Anlehnung an die Metapher des Bergsattels schuf Reinhart Koselleck bei seinen umfangreichen Studien zur Aufklärung diesen Begriff, der heute zum guten Ton jedes Historikers und Nachschlagewerks gehört. Nicht nur wegen dieser Institutionalisierung solch zentraler Begriffe wird Koselleck heute als einer der größten Geschichtsschreiber der Nachkriegszeit angesehen. Zahlreiche Ehrendoktorate, Gastprofessuren, Akademiemitgliedschaften und akademische Preise würdigten seine Verdienste um die Geisteswissenschaft in Deutschland.
Neben dem Kern historischen Arbeitens, der Quellenanalyse und der Kenntnisse des Hergangs und deren prosaischer Transkription, profilierte sich der 1923 in Görlitz geborene Koselleck als Geschichtsphilosoph und Wissenschaftstheoretiker, also als jemand, der nicht nur Geschichte schreibt, sondern auch darüber sinniert, wie und warum man sie so darstellt, wie es getan wurde und getan wird. Zahlreiche Kollegen der Postmoderne haben schließlich etwas Ähnliches offengelegt: Geschichte ist eine individuelle und persönlich konstruierte Darstellung, die weder der Realität noch der allgemeineren Anschauung entspricht. Dadurch erscheint eine nüchterne und kohärente Umsetzung dieser ungünstigen Vorlagen umso notwendiger. Im Rahmen solcher Überlegungen veröffentlichte Koselleck Zeit seines Lebens zahlreiche Aufsätze, Vorträge und Essays, die in diesem Band zusammengestellt, teilweise bislang unveröffentlicht, wurden.
Carsten Dutt, der diese Edition zusammengetragen hat, betont, dass dies im ausdrücklichen Sinne Kosselecks stand, der den Nachlass nur insofern integrierte, als das diese Schriften auch zur Veröffentlichung gedacht waren. Die bekanntesten Beiträge, nämlich derjenige der den Titel des Buchs trägt sowie die Laudatio für Werner Conze mit dem Titel 'Wozu noch Historie?' und die wichtigen Schriften über die fiktive Grundlage der Geschichtsschreibung sind natürlich auch längst in vielerlei anderen Organen veröffentlicht worden, dennoch ist diese kompakte Zusammenstellung jener wichtigsten wissenschaftstheoretischen Texte von Koselleck mehr als zu würdigen. Hinzu kommen vier bislang nicht veröffentlichte Beiträge, unter anderem über das 19. Jahrhundert und eine Gedenkrede für Hans-Georg Gadamer.
Blind den Honorationen vertrauen muss man aber nicht, sondern besser lesend mitdenken, verstehen und argumentieren, diskutieren und deputieren, so wie es Koselleck selbst gemacht hat; gerne und überfrachtet mit dem akademischen Sprachgebrauch, der auch nur unter seinesgleichen zu lesen ist .Der Otto-Normal-Historiker fühlt sich bei seiner Masse an Wissen und der fachspezifischen Dialektik schnell vor den Kopf gestoßen, was schade ist, denn der Inhalt ist reichlich und immer trefflich.
Gerade Koselleck, der sich 1941 freiwillig zur Wehrmacht meldete und erst nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft Geschichte studierte, hat bedeutende Geschichte selbst erlebt und verweist deswegen umso dringlicher auf die Erinnerung, unterstützt nachdrücklich die Fiktion des Faktischen, rüttelt dabei aber nur interepatotrisch an der Realität. Da kann man anderer Meinung sein, aber man sollte diese Meinung vorher gelesen haben.
Seine Stärken liegen zweifelsfrei in der Sinnlosigkeit, die wider dem Unsinn die Geschichte ausmacht und ihr nichtsdestoweniger immerhin die grundlegende Kraft gibt. Mit diesen Überlegungen können alle Studenten und bereits ausgebildete Historiker punkten; so eine Zusammenstellung gehört sich einfach im Bücherregal. Anspruchsvolle Fachfremde seien ebenfalls eingeladen, das Oeuvre dieses berühmten Wissenschaftlers kennenzulernen, es ist, um mit seinen eigenen Worten zu sprechen, eo ipso selbstreferentiell.
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