Scham, ein komisches", oft nicht eindeutig zu beschreibendes Gefühl, mit dem auch ich meine Erfahrungen gemacht habe. Doch wird wenig offen darüber geredet oder ihr gar eine große Bedeutung zugemessen. Oft wird sie versteckt oder ignoriert.
Die Autoren dieses Buches gehen praxisnah und differenziert auf das Thema Scham ein. Sie unterscheiden zwischen der natürlichen Scham, als Hüter und Beschützer des intimen Bereiches und dem Beschämtwerden, einer Grenzverletzung, die von außen kommt.
Beschrieben wird, wie Menschen in ihrem Leben unter Beschämung leiden, von dem Schämen nach einer unangenehmen Situation bis hin zu starkem körperlichem Ausdruck oder innerem Existenzkampfes. Auch auf das Thema Scham in der Armut und Krankheit wird eingegangen.
Immer wieder sprechen die Autoren vom Nutzen und Wert des Sich-Schämens.
Anschaulich, durch viele Beispiele aus Literatur und therapeutischer Praxis, beleuchten sie die vielen verschiedenen Facetten der Scham und zeigen Aspekte auf, wie man hilfreich mit dem Leiden an Scham umgehen lernt.
Die Autoren regten mich zu einer tiefergehenden Betrachtungsweise meiner eigenen Erfahrung mit Scham und Beschämtwerden an. Ich entdeckte, dass Scham verschiedene Qualitäten zeigt und zu einem hemmenden, blockierenden Gefühl erwachen kann.
Die Meinung der Autoren, die Scham als notwendige Begleiterin der Veränderungsprozesse, des Überganges von etwas Altem" zu etwas Neuem" zu sehen, ermutigt mich gerade in neuen Situationen mich zu zeigen, mich zu öffnen, etwas von mir preiszugeben. Hier zitiere ich die Autoren:" Schaut her, etwas Neues ist da! Es überschreitet die Grenze des Verborgenen und Geschützten, es überschreitet die Grenzen des intimen Raumes, es zeigt sich- ich zeige mich." Und auch: "Schaut bitte ehrlich und wohlwollend!"
Dieses Buch ist für Menschen geschrieben, die sich mit ihrer eigenen Scham und auch mit der Gefühlswelt anderer mit Respekt und Würde auseinandersetzen wollen.
Für die EG-BIBLIO-KOM Marlies Bücher-Willkomm