Aus der Sicht eines Heranwachsenden beschreibt der Protagonist seine Familie und individuellen Verstrickungen in das Zeitgeschehen um Helsinky, das bis zum zweiten Weltkrieg zurückreicht. Liebevoll aber kritisch beschreibt er seinen Vater Werner des "passionierten Diletanten " der mit der furchtbaren Gabe der Skrakes versehen war, immer zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein und dort das Falsche tut und der an dieser Eigenart später dramatisch um Leben kommt. Sein Onkel Leo, der immer auf der Suche nach dem Guten ist und letztendlich auch daran zerbricht, seine Mutter, die voller Musik war und die ihre Lieder verloren hatte in der ständigen Auseinandersetzung mit existenziellen Rahmenbedingungen, nicht zuletzt Großmutter Maggie, die durch die Erlebnisse des zweiten Weltkrieges hart geworden aber immer sich selbst treu geblieben ist. All diese Mensch sind geprägt von hoher Moral,Intelligenz und Ethik und scheitern an einer Welt, die sich bedingungslos dem Erfolg und dem wachtumsorientierten Amerikanismus unterworfen hat. Hier hält Westö den Finger in die Wunde, denn die Insignien des Erfolgs, können in andern Zusammenhängen zur Katastrophe werden.So wie Werners Rekordhammerwurf zur falschen Zeit am falschen Ort geschehen, nicht auf das Siegertreppchen sondern in das Desaster führte. Dieses leise, aber beständige Hinterfragen vom Sinn des Erfolgs und der Bedeutung des Scheiterns, geschieht in einer eindringlichen, ruhigen Sprache, die stellenweise sogar poetisch wirkt. Zwischendurch spricht er auch den Leser direkt an, und bezieht in so in das Geschehen ein. Mir erscheint dieser Roman wie ein guter Freund, der einen begleitet, der einen nicht packt, sondern hält. An dieser Stelle ein Lob an den Übersetzer Paul Berf, dem es gelungen ist, die Sensiblität der Sprache zu erhalten.