Eckhart Dietrich wurde evangelisch getauft und erzogen und war in der Leitung der konservativ-evangelikalen Bekenntnisbewegung "Evangelische Sammlung Berlin". Ein Schlüsselerlebnis bringt seinen Kinderglauben ins Wanken. Daraufhin beginnt er die Bibel systematisch zu lesen und das gelesene kritisch zu hinterfragen. Von dieser Suche nach Wahrheit hinter den frommen Fassaden handelt dieses Buch.
Zuerst geht der Autor auf die gewaltverherrlichenden und widersprüchlichen Texte der Bibel ein. Anschließend weist er nach, dass Kernbotschaften des christlichen Bekenntnisses (Taufe, Abendmahl, Opfertod) von älteren Mysterienreligionen übernommen wurden. Schließlich blickt Dietrich in die Kirchengeschichte und benennt die im "Namen Gottes" verübten Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Alle Aussagen sind mit Zitaten und wörtlichen Wiedergaben belegt. Die umfangreichen Fußnoten hindern leider etwas den Lesefluss. Eckhart Dietrichs Anliegen ist es, anderen Suchenden auf dem Weg zu geistiger Freiheit Denkanstöße zu liefern und ihnen das eigene Urteil zu erleichtern.
Mein Fazit: Ein kritisches Buch eines lebenserfahrenen Menschen. Fromme Christen, die an ihrer Glaubensüberzeugung nicht rütteln lassen wollen, sollten dieses Buch unbedingt meiden!