Klappentext
Sagen sind bedeutende Zeugnisse vergangener Zeiten. Sie spiegeln die Lebensweise unserer Vorfahren, ihre Ängste, Wünsche und Sehnsüchte wieder, aber auch ihre Befagenheit im naiven Glauben an jenseitige Kräfte, denen sie sich ausgeliefert fühlten. Beim Anblick von verfallenen Burgruinen, dem düsteren Schlund einer Höhle oder am Ufer eines scheinbar unergründlichen Waldsees spüren wir, daß die hier angesiedelten Geschichten unmittelbar zu diesen Plätzen gehören, denn sie sind Spuren von Menschen, die einst hier lebten und zu deuten versuchten, was ihnen fremd und nicht geheuer war. So ist die Ortsgebundenheit ein wichtiges Merkmal der Volkssage. Die Erzähler betonten immer jenen lokalen Bezug, da dies die Zuhörer an die Wahrheit der Geschichte glauben ließ. Die Erzählungen von wundersamen, oft auch unheimlichen Ereignissen führen uns zu geheimnisumwitterten Orten, an denen nach "altem Gsag" einst Zwerge und Riesen, Zwingherren und Ausgestoßene, Heilige und Hexen hausten. Und vielleicht sind sie ja auch eine Anregung, diese Plätze wieder einmal aufzusuchen.
Über den Autor
Manfred Wetzel, geb. 1937 in Nürnberg, lehrt in Hamburg und Berlin. Bei K&N bereits von ihm erschienen:Prinzip Subjektivität. Allgemeine Theorie. 2 Bde - 2001: Ding und Person, Dingbezugnahme und Kommunikation, Dialektik - 2005: Natur, Gesellschaft, konkrete Subjektivität Praktisch-Politische Philosophie. 3 Bde 2004- Bd. 1: Allgemeine Grundlagen - Bd. 2: Natur und Gesellschaft - Bd. 3: Gesellschaft und Politik