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Vom Massensturm zur Stoßtrupptaktik [Broschiert]

Ralf Raths
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Produktinformation

  • Broschiert: 253 Seiten
  • Verlag: Rombach; Auflage: 1 (6. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3793095592
  • ISBN-13: 978-3793095590
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 660.472 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Buchrückseite

Die vorliegende Publikation nimmt die Entwicklung der deutschen Landkriegtaktik zwischen 1906 und 1918 in den Blick. Grundlage ist eine detailreiche Auswertung der einschlägigen Dienstvorschriften des kaiserlichen Kontingentheeres sowie eine Analyse des militärfachlichen Diskurses in der zeitgenössischen Militärpublizistik. Im Rahmen einer innovativen Geschichte der operativen Theorie skizziert Ralf Raths die Entwicklung normativer taktischer Einsatzgrundsätze im deutschen Heer vor und während des Ersten Weltkrieges. Der Autor kommt zur Erkenntnis, dass die führenden Militärs durch den modernen industrialisierten Krieg nicht gänzlich überrascht wurden. Vielmehr hatten sie in der fortwährenden Auseinandersetzung mit Taktik und Technik schon die Form vorbereitet, die der Krieg schließlich annahm – wenn auch in einem nicht voraussehbarem Ausmaße. Der Autor stellt damit das bislang in der Öffentlichkeit noch dominante Bild einer engstirnigen und ignoranten Militärführung während des Ersten Weltkrieges infrage.

Über den Autor

Ralf Raths, Jg. 1977, studierte Geschichte und Politologie in Hannover. Er ist im universitären und musealen Bereich tätig.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bietet deutlich mehr als der Titel verspricht 9. August 2010
Format:Broschiert
Denkt man an den ersten Weltkrieg, so kommen einem schnell die Bilder von den erbitterten Stellungsgefechten in den Sinn. Bilder von Soldaten, die hilflos in Massen in das feindliche MG Feuer geschickt worden sind, da ihre Führung einen Stellungskrieg nicht hat kommen sehen, und somit hilflos in den Grabenkrieg geschlittert ist.

Genau diesen Mythos wiederlegt der Autor anhand von Dienstvorschriften und zeitgenössischer Militärpublizistik. Dabei kristallisiert Ralf Raths ein Bild der militärischen Führung heraus, die eben nicht blind in den ersten Weltkrieg gegangen ist, ohne vorher neue Taktiken festzulegen und Waffen zu testen und einzuführen. Dabei beschränkt sich der Autor nicht rein auf die Infanterie, sondern bezieht genauso Kavallerie und Artillerie und ihren Wandel mit ein. Dadurch wird ein interessantes Bild der gesamten deutschen Landstreitmacht und ihr Wandel gezeigt. Hinzu kommen noch neue Erfindungen wie das MG oder die Handgranate. Es wird ein präzises, chronologisches Bild der Denk- und Diskussionsvorgänge der militärischen Führung gezeichnet, und wie letztendlich alle Innovationen umgesetzt wurden, reichhaltig belegt anhand von Quellen. Somit genügt diese Abhandlung hohen wissenschaftlichen Ansprüchen und ist allen Militärhistorikern und Interessierten zu empfehlen, die sich näher mit der deutschen Landkriegstaktik beschäftigen wollen, und dabei wissenschaftliche Texte nicht scheuen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ganz neuer Blickwinkel 15. September 2012
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Ralf Raths Buch beleuchtet die intellektuelle Diskussion in den Militärpublikationen und gräbt tief in den sich laufend anpassenden Dienstvorschriften in der Zeit von 1906 - 1918. Dieser neue Blickwinkel ermöglicht einem ein sehr nüchternes, klar umrissenes Bild von den Vorstellungen der militärischen Führung - fast alle Beiträge kamen von Stabsoffizieren oder zumindest ranghöheren Offizieren - wie ein zukünftiger Krieg sich entwickeln könnte und welche militärischen Taktiken darauf die richtigen Antworten wären. Interessant war zu erfahren, wie offen dieser Diskurs ausgetragen wurde. Hier gab es keine Dogmen, keinen preußischen Kadavergehorsam, im Gegenteil, bereits in der Offenheit des Umgangs mit diesen Themen erkennt man die Fähigkeit sich schnell an veränderte Situationen anzupassen.
Mit Beginn des Krieges erhöht sich verständlicherweise die Takt Zahl und die Fokussierung auf immer kleinere taktische Einheiten bis hinunter zur Gruppe nimmt mehr und mehr Platz ein. Daraus resultierte eine Verlagerung der Verantwortung bis hinunter zum Gefreiten, um die Aufträge auch unter Verlust des Kontaktes zur Führung ausführen zu können. So kann man verfolgen, dass der Massensturm spätestens 1915 aus den Köpfen und sichtbar auch aus den Dienstvorschriften verschwand. Der Stoßtrupp Gedanke findet sich bereits hier wieder und wird sukzessive weiter entwickelt.
Für mich hat dieses Buch mehrere Mythen zerstört:
1. die von der Führung von oben, die keinen Platz für eigene Diskussionen offen ließ und die
2. vom blinden Hineintaumeln in völlig überraschende Gefechtsfelder mit der einzigen Antwort ohne Rücksicht auf Verluste immer neu anstürmen zu lassen.
Was Sie nicht von diesem Buch erwarten können, da es nicht das Thema war, ist die tatsächliche Umsetzung, der neu geschaffenen Taktiken und Ideen. Da diese sich allerdings in verbindlichen Dienstvorschriften manifestieren und quasi auf dem Gefechtsfeld entwickelt wurden, können wir davon ausgehen, dass die Einführung schnell vonstattenging. Diesen Prozess zeigt Ralf Raths mehrfach klar auf. Das Lesen dieses Buches hat mir eine außerordentliche intellektuelle Freude bereitet!

Interessante Ergänzung könnte das Buch von John Mosier sein, der alle Quellen zu Verlusten und Abläufen an der Westfront unter die Lupe nimmt und auch zu interessanten neuen Erkenntnissen kommt. Die Grundlagen hierfür finden Sie in der hervorragenden Analyse von Ralf Raths!

The Myth of the Great War: A New Military History Of World War 1
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