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Vom Mädchen, das übers Wasser ging [Gebundene Ausgabe]

Barbara Frischmuth , Dusan Kallay
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
  • Verlag: Dachs Verlag GmbH (Dezember 1998)
  • ISBN-10: 3851910753
  • ISBN-13: 978-3851910759
  • Größe und/oder Gewicht: 28,8 x 20,6 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.660.901 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Otter lebte an einem Fluß, an dem es längst keine Otter mehr gab. Er war sehr vorsichtig.

Freiheit bedeutete, daß man sich die Fische selber fangen mußte. Dabei konnte man anderen ins Gehege kommen.

Wo er aufgewachsen war, war er gefuttert worden. Seine Mutter hatte ihm und den Geschwistern beigebracht, daß es auch unter den Menschen mitfühlende und vernünftige gab. Aber alle Otter wußten, wer ihnen das Leben an ihrem angestammten Fluß unmöglich gemacht hatte. Und so war Otter Menschen gegenüber ziemlich scheu. Nicht einmal ihre Sprache hatte er gelernt.

Auch rührte er sich tagsüber kaum aus seiner Höhle. Einer gut geschätzten Höhle, die sich unter den Wurzeln einer mächtigen Weide im Lehm des Flußufers befand. Und abends, wenn Otter seine breite Nase durch die Halme der Böschung streckte, bekam er höchstens einen der Rucksackträger zu Gesicht. Die stolpertern immer wieder, weil sie durch zwei Röhren in die Bäume schauten, während der Auwald ihnen seine Äste in den Weg schob.

Auszug

Otter lebte an einem Fluß, an dem es längst keine Otter mehr gab. Er war sehr vorsichtig.

Freiheit bedeutete, daß man sich die Fische selber fangen mußte. Dabei konnte man anderen ins Gehege kommen.

Wo er aufgewachsen war, war er gefuttert worden. Seine Mutter hatte ihm und den Geschwistern beigebracht, daß es auch unter den Menschen mitfühlende und vernünftige gab. Aber alle Otter wußten, wer ihnen das Leben an ihrem angestammten Fluß unmöglich gemacht hatte. Und so war Otter Menschen gegenüber ziemlich scheu. Nicht einmal ihre Sprache hatte er gelernt.

Auch rührte er sich tagsüber kaum aus seiner Höhle. Einer gut geschätzten Höhle, die sich unter den Wurzeln einer mächtigen Weide im Lehm des Flußufers befand. Und abends, wenn Otter seine breite Nase durch die Halme der Böschung streckte, bekam er höchstens einen der Rucksackträger zu Gesicht. Die stolpertern immer wieder, weil sie durch zwei Röhren in die Bäume schauten, während der Auwald ihnen seine Äste in den Weg schob.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4.0 von 5 Sternen Ein Buch wie ein Kunstwerk 13. Mai 2010
Von AngelikaD
Das Bild vom Mädchen mit den vielen Tieren ringsum hat mich gleich neugierig gemacht. Die Hauptfigur ist nicht, wie der Buchtitel vorgibt, das Mädchen, sondern der Otter. Er lebt in einem renaturierten Gewässer und tut sich noch etwas schwer damit, seine Fische selbst zu fangen. Er würde gern mit den anderen Tieren spielen, aber das klappt nicht so richtig. Die Kröte rät ihm, Geduld zu haben. Am nächsten Tag ist da das kleine, weinende Mädchen. Der Otter und seine Freunde bleiben erst auf Abstand, dann kommen sie näher und das Mädchen reagiert nicht mit Angst oder Abscheu sondern ist freundlich und lässt sich gern trösten. Aber dann taucht eine Gruppe größerer, boshafter Kinder auf, die das Mädchen ins Wasser treiben. Bevor sie ertrinkt, schwimmt der Otter unter ihre Füße und trägt sie. Es sieht für die Kinder aus, als gehe sie übers Wasser. Sie fallen auf die Knie, beten sie fast an und laufen dann heim, um das Erlebte sacken zu lassen.

Was das Mädchen danach mit den Tieren noch tut, ob es auch heimgeht, bleibt offen. Die Zeichnungen zeigen viele Details, wirken sehr künstlerisch. Der Otter ist auf dem Titelbild recht klein, aber in der Geschichte ist er stark genug, ein Kleinkind zu tragen. Der Text ist recht umfangreich und erzählt wie ein Fluss, der tot war, langsam wieder zum Leben erwacht. Andererseits ist das Buch auch fanastisch, da die Tiere sprechen und der Otter trägt einen roten Hut. Mit der Anbetung des Mädchens durch die anderen Kinder kann ich nicht gar soviel anfangen. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch näher zu betrachten. Für meinen Geschmack eher ein Sammlerstück als ein Buch für kleine Kinder.
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