Das Bild vom Mädchen mit den vielen Tieren ringsum hat mich gleich neugierig gemacht. Die Hauptfigur ist nicht, wie der Buchtitel vorgibt, das Mädchen, sondern der Otter. Er lebt in einem renaturierten Gewässer und tut sich noch etwas schwer damit, seine Fische selbst zu fangen. Er würde gern mit den anderen Tieren spielen, aber das klappt nicht so richtig. Die Kröte rät ihm, Geduld zu haben. Am nächsten Tag ist da das kleine, weinende Mädchen. Der Otter und seine Freunde bleiben erst auf Abstand, dann kommen sie näher und das Mädchen reagiert nicht mit Angst oder Abscheu sondern ist freundlich und lässt sich gern trösten. Aber dann taucht eine Gruppe größerer, boshafter Kinder auf, die das Mädchen ins Wasser treiben. Bevor sie ertrinkt, schwimmt der Otter unter ihre Füße und trägt sie. Es sieht für die Kinder aus, als gehe sie übers Wasser. Sie fallen auf die Knie, beten sie fast an und laufen dann heim, um das Erlebte sacken zu lassen.
Was das Mädchen danach mit den Tieren noch tut, ob es auch heimgeht, bleibt offen. Die Zeichnungen zeigen viele Details, wirken sehr künstlerisch. Der Otter ist auf dem Titelbild recht klein, aber in der Geschichte ist er stark genug, ein Kleinkind zu tragen. Der Text ist recht umfangreich und erzählt wie ein Fluss, der tot war, langsam wieder zum Leben erwacht. Andererseits ist das Buch auch fanastisch, da die Tiere sprechen und der Otter trägt einen roten Hut. Mit der Anbetung des Mädchens durch die anderen Kinder kann ich nicht gar soviel anfangen. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch näher zu betrachten. Für meinen Geschmack eher ein Sammlerstück als ein Buch für kleine Kinder.