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Vom Kriege: Hinterlassenes Werk des Generals Carl von Clausewitz. Vollständige Ausgabe im Urtext [Gebundene Ausgabe]

Carl von Clausewitz
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

12. Februar 1991
Clausewitz wird oft zitiert, aber immer noch zu wenig gelesen und oft falsch verstanden/zitiert. Er ist der Kriegs- und Friedensphilosoph schlechthin, dessen vor über 160 Jahren formulierte Ansichten Generationen von Herrschern, Politikern, Militärs und Journalisten beeinflusst haben und heute, besonders in Zeiten der atomaren Abrüstung und des weltweit wieder erstehenden Nationalismus aktueller denn je sind.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 1408 Seiten
  • Verlag: Bildungsverlag Eins; Auflage: 19. (12. Februar 1991)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342782019X
  • ISBN-13: 978-3427820192
  • Größe und/oder Gewicht: 20,5 x 14,4 x 5,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 554.935 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Vom Kriege gilt als das bedeutendste Werk, das jemals über die Kriegsführung verfaßt wurde. Seinen Rang verdankt es insbesondere den ersten Kapiteln, in denen Clausewitz eine allgemeine Wesensbestimmung des Krieges vornimmt. In seinen Kernaussagen, wie der These vom politischen Charakter des Krieges, von seiner Doppelnatur als traditionellem und revolutionärem Krieg und seiner Bestimmung als Gewaltakt, der der Erfüllung des eigenen Willens dient, reicht sein Ansatz weit über den militärischen Bereich hinaus.

Clausewitz berühmtes Postulat vom "Krieg als bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" ist längst zum Gemeinplatz mutiert; viel gelesen, oft zitiert, aber selten verstanden.

Clausewitz hat das Primat der Politik theoretisch begründet; hat Ziel, Mittel und Zweck des Krieges als Instrument der Politik definiert: "Der Krieg ist ein Akt der Gewalt um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen". Es gilt, "den Gegner niederzuwerfen und dadurch zu jedem fernern Widerstand unfähig zu machen".

Eine Politik, die sich dem Mittel des Krieges verweigert, kann folglich nicht erfolgreich sein, da sie erpreßbar ist. Aber der Krieg sollte immer die Ultima ratio der Politik sein. Denn -- so Clausewitz -- er ist eine grausame und blutige Angelegenheit, und ein Erfolg setzt den unbedingten Willen zum Sieg voraus.

"Nun könnten menschenfreundliche Seelen sich leicht denken, es gäbe ein künstliches Niederwerfen des Gegners ohne zu viel Wunden zu verursachen. Wie gut sich das auch ausnimmt, so muß man doch diesen Irrtum zerstören, denn in so gefährlichen Dingen, wie der Krieg eins ist, sind die Irrtümmer, welche aus Gutmütigkeit entstehen, grade die schlimmste". Einen "sauberen Krieg" gibt es nur in den Hirnen der PR-Strategen. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

"Eine bisher unübertroffene philosophische Abhandlung über das Wesen des Krieges." BROKHAUS ENZYKLOPÄDIE -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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73 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
ist wohl das bekannteste "Zitat" aus diesem Grundlagenwerk und mithin der Grund dafür, dass es oft genug verrissen wurde. Diejenigen, die es volltönend im Munde führen, offenbaren sich mit dieser völlig unzulässigen - weil inhaltlich sinnverfremdenden - Verkürzung bereits als dogmatische, aber leider eingefleischte NICHT-Leser dieses Meisterstücks philosophischer Strategie- und Taktikbetrachtung.

Carl von Clausewitz hat mit "VOM KRIEGE" in Nachhall zu den Napoleonischen Kriege den ersten Versuch angestellt, eine Essenz militärischen Handelns zu Papier zu bringen. Dabei ist es keineswegs so, dass das Werk a priori als Gesamtheit vorgesehen war, sondern vielmehr ist es als Ansammlung von bruchstückhaften Erkenntnissen zu verstehen, welche erst "in der redaktionellen Überarbeitung" zur Buchform gelangten.
Clausewitz wird heute noch - ironischerweise in den US-Streitkräften deutlich fundamentaler und umfassender als in den entsprechenden Bildungseinrichtungen der Bundeswehr - neben Sun Tzu als DER große Militär- und Grundlagentheoretiker exzessiv gelehrt und auch gelesen.
Seine Ansichten hinsichtlich Organisation und Verfahren waren und sind nach wie vor maßgebend beim Versuch der Erlangung einer operativen oder gar strategischen Ausbildung.
Wer privat mitunter historisch-militärische Studien betreibt, wird nach der Lektüre von "Vom Kriege" den einen oder anderen militärische Konflikt der Vergangenheit in seinem Verlauf deutlich besser verstehen und nachvollziehen können; da muss man sich nicht einmal allzu weit zurückbegeben ...
"Krieg ist die Fortsetzung der Politik UNTER EINBEZIEHUNG anderer Mittel." - Dieser Satz - wenn man ihn richtig zitiert - erweitert bereits den Horizont und lässt erahnen, wie vieldimensional, weitsichtig und seiner Zeit voraus Clausewitz wirklich war ...

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was meint Clausewitz wirklich ? 15. Oktober 2010
Von Rezensent
Format:Taschenbuch
Wer wissen will, warum Deutschland zwei Weltkriege hintereinander verlor oder warum der Afghanistan-Krieg verloren geht, der findet die Antwort überdeutlich im Clausewitz. Aber die Verantwortlichen hatten ihn gelesen! Sie müssen ihn falsch verstanden haben ... Militär braucht auf der mittleren Ebene einfache Naturen, die auf dem Clausewitz leicht ausrutschen wie auf einer Bananenschale. Noch leichter passiert das Politikern, unseren Spezialisten für Geschwätz, Stimmung, Opportunismus.

1) Politik steht über Krieg!
"Der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel." "Daß wir uns den Krieg unter allen Umständen als kein selbständiges Ding, sondern als ein politisches Instrument zu denken haben." Er bekämpft die Vorstellung, Krieg sei etwas mythisch Abgehobenes!
"Man fängt keinen Krieg an, oder man sollte vernünftigerweise keinen Krieg anfangen, ohne sich zu sagen, was man mit und was man in demselben erreichen will, das erstere ist der Zweck, das andere das Ziel." "Unklarheit, Halbheit, Inkonsequenz." "Halbwisser."

2) Zum Gefasel über militärische Notwendigkeiten:
"Das Unterordnen des politischen Gesichtspunktes unter den militärischen wäre widersinnig, denn die Politik hat den Krieg erzeugt; sie ist die Intelligenz, der Krieg aber bloß das Instrument und nicht umgekehrt. Es bleibt also nur das Unterordnen des militärischen Gesichtspunktes unter den politischen möglich." "Daß die Politik an den Krieg Forderungen macht, die er nicht leisten kann, wäre gegen die Voraussetzung, daß sie das Instrument kenne." "Mit dieser Ansicht ist es eine unzulässige und selbst schädliche Unterscheidung, wonach ein großes kriegerisches Ereignis oder der Plan zu einem solchen eine rein militärische Beurteilung zulassen soll; ja, es ist ein widersinniges Verfahren, bei Kriegsentwürfen Militäre zu Rate zu ziehen, damit sie rein militärisch darüber urteilen sollen, wie die Kabinette wohl tun; aber noch widersinniger ist das Verlangen der Theoretiker, daß die vorhandenen Kriegsmittel dem Feldherrn überwiesen werden sollen, um danach einen rein militärischen Entwurf zum Kriege zu machen."

3) Er verrät das Geheimnis aller asymmetrischen Kriege:
"Wollen wir nun den Gegner in der Dauer des Kampfes überbieten (wie die Taliban die Nato), so müssen wir uns mit so kleinen Zwecken als möglich begnügen, ... der kleinste Zweck ... ist der reine Widerstand. (...) Gibt also ... die Vereinigung aller Mittel im bloßen Widerstand eine Überlegenheit im Kampf, so wird, wenn diese so groß ist, um ein etwaiges Übergewicht des Gegners auszugleichen, die bloße Dauer (Zeit!!! In Afghanistan bald zehn Jahre) des Kampfes hinreichen, um den Kraftaufwand beim Gegner nach und nach auf den Punkt zu bringen, daß ihm der politische Zweck nicht mehr das Gleichgewicht halten kann, er ihn also aufgeben muß. Die Ermüdung des Gegners ..." "Je schwächer die Kraft, um so kleiner müssen die Zwecke sein (einzelne Hinterhalte, Sprengfallen wie in Afghanistan)." Wenn man trotz Übermacht nicht siegen kann, sind Friedensverhandlungen unvermeidlich (und zwar während der Krieg andauert, wann sonst). Schaffen neue Kräfte den Umschwung, oder erhöhen sie nur sinnlos die Verluste an Moral, Menschen, Geld?

4) Verteidigung ist der beste Angriff !
So könnte man Clausewitz' Ansicht auf den Punkt bringen. "Die Verteidigung ist nichts als die stärkere Form des Krieges, um den Gegner um so sicherer zu besiegen." "Jeder Verteidigung muß die Idee einer Wiedervergeltung zum Grunde liegen." Kulminationspunkt: Wenn der Angreifer über seine Kräfte hinaus vorschreitet, droht ein gewaltiger Rückschlag. "Jeder Angriff, der nicht bis zum Frieden reicht, muß notwendig mit einer Verteidigung enden." Zweck der Verteidigung sei das Erhalten. Erhalten ist leichter als gewinnen. "Alle Zeit, die ungenutzt verstreicht, fällt in die Waagschale des Verteidigers." "Die verteidigende Form des Kriegführens ist stärker als die angreifende." Der Angriff besitze fast seinen einzigen Vorzug in der Überraschung.

5) Tendenz zum Äußersten nur in der Theorie, nicht in der Praxis !
"Damit der Leser nicht falsche Vorstellungen unterlege, bemerken, daß mit der natürlichen Tendenz des Krieges nur die philosophische, ... logische gemeint ist und keineswegs die Tendenz der wirklich im Konflikt begriffenen Kräfte." "Wenn wir bedenken, daß der wirkliche Krieg kein so konsequentes, auf das Äußerste gerichtetes Bestreben ist, wie er seinem Begriff nach sein sollte ... daß er nicht seinen eigenen Gesetzen folgen kann, sondern als Teil eines anderen Ganzen betrachtet werden muß - und dieses Ganze ist die Politik."
Nur in der Theorie drängt der Krieg zum dreifachen Äußersten von Gewalt, Vernichtung und Kräfteeinsatz, womit die Gegner sich zu überbieten versuchen. Aber Clausewitz plädiert nicht für Entfesselung und Enthemmung! Das Äußerste der reinen Theorie soll nur im Hinterkopf behalten werden, um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen. Clausewitz erklärt als nächstes, wie sehr der Drang zum Äußersten in der Praxis von tausend Hemmnissen gebremst wird. Erfolg von Politik beruht z.B. auf der Wirkung auf die Öffentlichkeit, die Weltgemeinschaft. Er lehnt es ab, die Praxis als unzulässig zu bezeichnen, weil sie nicht mit dem Äußersten der Theorie im Einklang steht. Jede Situation sei anders und solle gefälligst spezifisch beurteilt werden. "Der Krieg ist also ... ein wahres Chamäleon, weil er in jedem konkreten Fall seine Natur etwas ändert." (Außerdem unterliegt Krieg dem geschichtlichen Wandel. Völker, die von Massenmedien in ihrem Nationalismus aufgehetzt werden, führen grausamere Kriege als kleine Kabinettsarmeen, denen die Bevölkerung distanziert zusieht. Wieder anders agieren Privatarmeen von Söldnern, Wallenstein oder Blackwater, alles kann wiederkommen und hat seine Eigenheiten.)

6) "Vernichtung" kann unblutig sein.
"Die Streitkraft muß vernichtet, d.h. in einen solchen Zustand versetzt werden, daß sie den Kampf nicht mehr fortsetzen kann. Wir erklären hierbei, daß wir in der Folge bei dem Ausdruck 'Vernichtung der feindlichen Streitmacht' nur dies verstehen werden." "Aber dieser Zweck des abstrakten Krieges, ... das Wehrlosmachen des Gegners, ist in der Wirklichkeit keineswegs ... notwendige Bedingung zum Frieden und kann also auf keine Weise in der Theorie als ein Gesetz aufgestellt werden. ... Wenn wir auf die konkreten Fälle sehen." "Es sind zwei Dinge, welche in der Wirklichkeit als Motiv(-ation) zum Frieden an die Stelle der Unfähigkeit zum ferneren Widerstande treten können. Das erste ist die Unwahrscheinlichkeit (des Erfolgs), das zweite ein zu großer Preis des Erfolges."

7) Wege zum Erfolg:
Clausewitz warnt davor, der Magie von Wörtern zu erliegen wie: Überhöhen, Überfall, Überraschung, Umfassung - für sich allein machen sie den Erfolg nicht wahrscheinlicher. Den Oberbefehl nicht aufteilen. Am Ort der Entscheidung zum Zeitpunkt der Entscheidung (an Zahl) so stark wie möglich aufzutreten. Die Kräfte nicht ohne Grund zu teilen. Es wäre falsch, daraus abzuleiten, Clausewitz verlange das Vorrücken in einem riesigen Klumpen, nein, er stellt sich Dynamik vor. Eisenbahn und Helikopter bedeuteten jeweils neue Möglichkeiten. "Auf die Hauptentscheidung kommt es an, in ihr wird jeder Verlust eingebracht." "Das Gewicht der feindlichen Macht auf so wenig Schwerpunkte wie möglich zurückführen, wenn es sein kann, auf einen; wiederum den Stoß gegen diesen Schwerpunkt auf so wenig Haupthandlungen als möglich ... Mit einem Wort: So konzentriert als möglich zu handeln." "So schnell als möglich zu handeln, also keinen Aufenthalt und keinen Umweg ohne hinreichenden Grund." Damit plädiert er aber nicht für pausenloses Herumhetzen und atemlosen Aktionismus, sondern je nach Lage soll Langsamkeit beigemischt werden. "In ruhigem Abwarten hat Friedrich das Ziel erreicht und Schwierigkeiten umgangen, gegen die seine Kraft zerschellt sein würde."

Hans Delbrücks Verdeutlichung: Clausewitz starb in der großen Cholera-Epidemie von 1831 und hinterließ nur unfertige Notizen, die trotzdem besser sind als alles, was sonst zum Thema geschrieben wurde. Aber unfertig ist das Buch eben doch. Delbrück versuchte einen Punkt zu verdeutlichen, wurde aber, da auch Hochbegabter wie Clausewitz, wie dieser oft falsch verstanden. Sein guter Gedanke: Es sind zwei völlig verschiedene Situationen, ob jemand stark genug ist, auf Sieg zu spielen, auf Vernichtung. Oder ob die Kraft zu schwach ist und nur hinreicht, einen günstigen Frieden anzustreben, den Willen des Gegners nach und nach zu zermürben: Niederwerfungsstrategie Napoleon Bonapartes und Ermattungsstrategie Friedrichs des Großen mit Umschalten auf Angriff nur bei günstigen Gelegenheiten.

Edward Luttwaks Ergänzung: Fünf Ebenen der Strategie, ganz oben die Politische, Geostrategische - auf ihr entscheidet sich alles! (Das vergaßen vor allem die Deutschen: Wenn ein Land sich so viele Gegner gleichzeitig aufhalst, daß das Kräfte-Ungleichgewicht unbeherrschbar wird, nützt auf der tieferen Ebene der Strategie auch die beste Armee der Welt nichts. Lesen Sie weiter... ›
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bedeutendes Werk 18. September 2003
Format:Taschenbuch
Das Buch "Vom Kriege", ein hinterlassenes und 1832 nach seinem Tode veröffentlichtes Werk des preußischen Generals von Clausewitz, ist eines der bedeutendsten und für das preußische und später das deutsche Heer grundlegendsten strategischen Bücher der Geschichte.
Es geht in diesem Buch, das sich in drei Teile unterteilt, zunächst einmal um eine philosophische Betrachtung über das Wesen des Krieges, die auch heute noch gültig ist. Anschließend widmet der Autor sich zunächst der grundlegenden Frage, wie eine "Theorie des Krieges" auszusehen habe, ob man feste und allgemeingültige Regeln und Grundsätze für die Kriegführung überhaupt aufstellen könne, und wenn ja, in welchem Umfange und auf welche Weise sie zu verifizieren seien.
Clausewitz beginnt nun, seine Theorie des Krieges zu entwickeln. Von allgemeinen Überlegungen zur Strategie geht er über in Abhandlungen immer spezieller werdender Situationen, und am Ende seines Buches schließlich faßt er diese seine umfangreichen Überlegungen zusammen im "Kriegsplan".
Der Autor, GenLt Carl von Clausewitz, arbeitete lange Zeit kontinuirlich am vorliegenden Werk. Die napoleonischen Kriege hatten in der Strategie und Taktik einiges umgewälzt, und bereits vorhandene Bücher über Kriegstheorien konnten den erfahrenen Generalstabsoffizier nicht befriedigen. Begann er zunächst mit kurzen Aufzeichnungen seiner Ansichten, die mehr für ihn selbst als für andere gedacht waren, so überarbeitete er später ständig sein Werk und machte es zu einem allgemeinverständlichen und umfangreichen Lehrbuch. Er starb noch bevor er die letzte angestrebte Überarbeitung ganz vollenden konnte, weshalb das letzte Buch manchmal eher Skizzencharakter besitzt. Dies tut ihm jedoch keinen Abbruch, da Clausewitzens Gedanken hier auch ohne ganz so ausschweifende Erklärungen verständlich sind.
Vieles hat in diesem Buch auch heute noch Gültigkeit; ein Blick in die Taktikvorschriften und -lehrhilfen der Bundeswehr, in denen Clausewitz zum Teil sogar zitiert wird, macht dies deutlich. Doch lesenswert ist dieses Buch allein schon wegen seiner großen historischen Bedeutung: Dieses Werk schuf letztenendes die Grundlagen für die Generalstabsausbildung des Großen Generalstabes, des kaiserlichen Heeres, ja auch noch der Wehrmacht und wirkt bis in die heutige Zeit hinein. GenO Guderian, der Schöpfer der deutschen Panzerwaffe, schreibt in seinen "Erinnerungen eines Soldaten" dazu folgendes: "In dieser Zeit [nach den napoleonischen Befreiungskriegen] entstand eines der bedeutendsten Werke der Militärliteratur, das Buch "Vom Kriege" des Direktors der Preußischen Kriegsakademie Carl von Clausewitz. Dieses Buch, von wenigen gelesen, von vielen kritisiert, enthält den ersten Versuch einer Philosophie vom Kriege, einer Analyse seiner Eigentümlichkeiten von einem neutralen, erhabenen Standpunkte aus. Es hatte großen Anteil an der Bildung des Geistes von Generationen deutscher Generalstabsoffiziere. Aus ihm erwuchs jenes Streben nach sachlich nüchterner Betrachtung der Menschen und Dinge, durch die sich die hervorragendsten deutschen Generalstabsoffiziere ausgezeichnet haben." Erst kürzlich reihte Prof. Lothar Rühl, ehemals Staatssekretär im BMVg, das Buch in einem Artikel in der Loyal (Zeitschrift des Verbandes der Reservisten der deutschen Bundeswehr) als eines von neunzehn Büchern in seinen "Titelkanon strategischer Literatur" ein.
Wer die deutschen Befreiungskriege, wer die Feldzüge GFM Helmuth Graf von Moltkes und das Wirken des Deutschen Generalstabes bis in den Zweiten Weltkrieg hinein verstehen will, der sollte dieses Buch gelesen haben.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen ,,Vom Kriege'' ist wirklich ein Klassiker
Auch wenn die Buchstaben hier tatsächlich sehr klein sind, ändert das nichts an den Inhalt des Buches. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Ein Kunde veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen ERLD
Achtung Leute ! Eine sehr interesant Bücher. Einer sehr interessant Autor. Aber die Buchstaben sind viel zu klein ! Wirklich Unlesebar !
Vor 5 Monaten von Kairos veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen sehr zufrieden
benötige ich fürs Studium, sehr gute Lektüre, alles bestens, bin sehr zu frieden. . . . . . . .
Vor 5 Monaten von Dr_moppi veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen sooo viel zu lesen
also ehrlich. nächstes mal kauf ich mir die kurze version.
900 seiten sind schon verdammt viel. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von S.Hole88 veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Schrift zu klein
Der Inhalt des Buches selbst ist auf amazon genügend bewertet worden. Ich möchte hier nur die Ausgabe des NIKOL-Verlags bewerten. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Matthias veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Krieg in mathematischer Präzision
Clausewitz zu lesen ist sicherlich nicht jedermanns Sache.

Die Sprache des 18. und 19. Jahrhunderts in solch lehrhafter Weise zu lesen wird viele "Praktiker" abschrecken... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von StefanL veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Ein Standardwerk für jeden in Kriegshistorik interessierten
Wie mein Onkel immer sagte, seite 1-50 gehen wie nichts aber von 51-1100 zieht es sich.
Trotzdem ein toller Einblick in die Gedanken eines Profis einer Zunft in einer Zeit in... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Peter Pfeifhofer veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Betrug am Kunden
Über Clausewitz selber, möchhte ich hier gar nicht reden, da sein Buch, egal was man davon hält, einafach ein historisches Dokument ist. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Montarde veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Literatur oder Handbuch?
Der Inhalt dieses Werks und seine Bedeutung für die Militärgeschichte wurden nun schon ausführlich von diversen Rezensenten besprochen. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Helmut Barro veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen standardwerk
sehr spannende und aufschlussreiche lektüre für interessierte mit etwas willen passagen mehrmals zu lesen (aufgrund der doch etwas älteren ausdrucksweise)
Vor 24 Monaten von Bernhard veröffentlicht
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Clausewitz: Vom Kriege, Schrift zu klein 0 08.03.2012
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