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Produktinformation
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Eva Herman will mit ihrem Buch Eltern helfen, sich zu entscheiden, wie sie mit ihrem Baby leben, wie sie es ernähren und welche Rolle es in ihrem Leben spielen soll. Sie hat die Meinungen von Wissenschaftlern und praktizierenden Ärzten eingeholt, von Stillberaterinnen und Hebammen, von Mütter, Vätern und Kindern. Die Ergebnisse ihrer Recherchen ergaben eindeutig: Bei gestillten und liebevoll umhegten Kindern entwickeln sich Offenheit, Selbstbewusstsein und Intelligenz besser und leichter als bei Kindern, die derartige Zuwendungen nicht erlebten. Und es zeigte sich auch, dass ein intensiver Mutter-Kind-Kontakt auch ohne Stillen aufgebaut werden kann, dass die innige Beziehung und die zärtliche Berührung extrem wichtig sind. Untersuchungen zufolge sind gestillte Kinder insgesamt intelligenter, ihr Immunsystem funktioniert besser, und sie leiden weniger unter Infektionen, haben seltener Gewichtsprobleme positive Auswirkungen, die sich sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen. Das Glück des Kindes wirkt sich nachweisbar auch auf die stillende Mutter aus: Sie erkrankt seltener an Brustkrebs, hat weniger Probleme mit Gebärmutter und Eierstöcken, und ihre Figur wird nach der Schwangerschaft meist wieder perfekt. Die psychische Stabilität von Mutter und Kind steht außer Frage. Das Annehmen, Ernähren und Dabeisein ist der wichtigste Faktor für die seelische Entwicklung des Menschen. Zahlreiche Organisationen wie UNICEF, WHO, La Leche Liga und nationale Stillkommissionen fordern Mütter deshalb schon lange auf, möglichst lange zu stillen.
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Keine Frage, dieses Buch war längst überfällig - mir ist jedenfalls kein vergleichbares bekannt - und es ist für mich eine persönliche Genugtuung zu lesen, mit welcher Fülle an aktuellen Fakten und Zahlen die Autorin aufzuwarten hat. Ein Blick zurück in vergangene Zeiten fehlt ebenso wenig wie ein anthropologischer Exkurs zu unseren tierischen Verwandten. Eloquent, umfassend und offensiv erlöst sie das Glück vom Stillen aus seinem Dornröschenschlaf. Und doch empfinde ich einen tiefen Zorn darüber, dass es überhaupt nötig war, dieses Buch zu schreiben.
Eva Herman nimmt kein Blatt vor den Mund. Viele LeserInnen werden von den Fakten über das Stillen im von ihr dargestellten Gesamtzusammenhang vermutlich noch nie etwas gehört haben. Zynisch höre ich den/die deutschen DurchschnittsbürgerIn spotten - wen interessiert das schon, ausser ein paar schrullige Oberglucken in Ökolatschen und strähnigen Haaren ...?
Dennoch, wer möchte, hat jetzt ein umfassendes Nachschlagewerk zur Hand, das von allen guten Argumenten pro Stillen keines auslässt. Hier nur einige Beispiele:
- Stillen ist für die Mutter-Kind-Beziehung sowohl gesundheitlich wie psychisch außerordentlich wichtig, BEIDE profitieren davon (in der breiten Öffentlichkeit sind meiner Erfahrung nach nur einige Vorteile für das Baby wie z.B. Allergieprävention bekannt) - Wissenschaftler vermuten, Stillen mache intelligenter und stellen Theorien über Zusammenhänge von hoher Stillquote in Skandinavien und hervorragendem Abschneiden dieser Länder in der Pisa-Studie her - langes Stillen über 2 Jahre und länger wird von UNICEF und der WHO für ALLE Kinder dieser Welt als natürlichste und beste Nahrungsergänzung zur Beikost empfohlen und ist weder schädlich für die kindliche Psyche oder gar unmoralisch - gestillte Kinder und spätere Erwachsene sind gesünder als nicht gestillte, eine hohe Stillquote würde deswegen einen wesentlichen Beitrag zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen leisten - die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit ist kein Grund zum Abstillen - Eva Herman zeigt, wie Frauen diesen scheinbar unÃüerbrückbaren Konflikt erfolgreich gemeistert haben - die Machenschaften der Babynahrungsindustrie verstoßen gegen internationale Vereinbarungen, die Hersteller sind deswegen verantwortlich für die überdurchschnittlich hohe Säuglingssterblichkeit in den ärmeren Ländern und die Welt schaut zu - das deutsche Säuglingsnahrungswerbegesetz verbietet der Industrie z.B. in Krankenhäusern Werbung für künstliche Säuglingsnahrung zu machen - Alltag ist, kein Konzern hält sich daran. Und keine Überwachungsbehörde schert sich darum?
Eva Herman versteht es darüber hinaus, Verständnis für Frauen zu wecken, die aus ganz persönlichen Gründen nicht stillen wollen, obwohl rein körperlich nichts dagegen spräche. Behutsam bricht sie mit Tabus und nennt das männerbestimmte Schönheitsideal der heutigen Zeit als eine Ursache (neben Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch), die es manchen Frauen unmöglich macht, ihren Körper anzunehmen wie er ist und sich von Anfang an gegen das Stillen entscheiden.
Das Zulassen sinnlicher Gefühle ist ein weiteres Tabu und gehört doch für viele Frauen zu den Aspekten des Stillens, über die aus Scham kaum gesprochen wird - insbesondere dann nicht, wenn die Stillbeziehung die berühmten 6 Monate über ein Vielfaches übersteigt. Und wieder wird deutlich, wie sehr wir noch in einer patriarchalischen Gesellschaft eingebunden sind, die trotz allgemeiner Aufklärung und Zugang zu allen möglichen Informationen, Frauen, die selbstbestimmt ihre Lust ausleben, wenigstens ein schlechtes Gewissen macht.
In persönlichen Gesprächen mit exzellenten Fachleuten wie z. B. Dr. Michael Abou-Dakn, Leitender Oberarzt, Mitglied der Nationalen Stillkommission und Vorsitzender des Vereins zur Förderung der WHO/Unicef-Initiative Stillfreundliche Krankenhäuser, hatte Eva Herman die Gelegenheit den aktuellen Stand der Wissenschaft zu erfragen, der aus meiner Sicht den wenigsten insbesondere Frauen- und Kinderärzten auch nur ansatzweise bekannt zu sein scheint. Die in ihrem Buch zitierten Quellen, seien es Autoren anderer Sachbücher, wie z.B. Jean Liedloff, Barbara Sichtermann, Gabriele Haug-Schnabel, oder Ärzte wie Prof. Dr. Riedesser vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf und die Stillberaterinnen der La Leche Liga und andere sind - soweit ich das beurteilen kann - absolut fachkompetent und glaubwürdig.
Dieses Buch ist nicht nur Hilfestellung für Eltern - wie im Vorwort formuliert - sich aufgrund von Fakten für oder gegen einen liebevolleren Umgang mit Kindern zu entscheiden, sondern es leistet viel mehr, nämlich es ermutigt voller Zutrauen auf die innere Stimme zu hören, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und neue Wege mit Kindern zu gehen. Und wer auch immer meint, dies kritisieren zu müssen, dem wird der Spieß umgedreht, noch bevor der Stich sitzen konnte. Wissen macht stark!
(eulalie für Rabeneltern.org)
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