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Vom Glück, Franzose zu sein: Unglaubliche Geschichten aus einem unbekannten Land
 
 
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Vom Glück, Franzose zu sein: Unglaubliche Geschichten aus einem unbekannten Land [Taschenbuch]

Ulrich Wickert
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (2. Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453600436
  • ISBN-13: 978-3453600430
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 73.806 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ulrich Wickert
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ulrich Wickert beherrscht die Kunst, nonchalant mit einem leichten Schmunzeln in den Mundwinkeln den Menschen die Welt mit all ihren Unwägbarkeiten zu erklären." (Südwest-Presse )

Kurzbeschreibung

Ulrich Wickert war lange ARD-Korrespondent in Paris und weiß, wovon er spricht. Die Hauptfiguren seiner unglaublichen Geschichten aus dem unbekannten Nachbarland sind Köche, Agenten und Mätressen. Mit Witz, Ironie und Charme zeichnet der beliebteste Nachrichtenmann des deutschen Fernsehens ein facettenreiches Bild von der Grande Nation zwischen Politik und Kultur, Küche und Alltag, Hochzeitsbett und Seitensprüngen. Ein Hochgenuss für alle Frankreich- und Wickert-Fans.




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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Unglaubliche Geschichten aus einem unbekannten Land" ist Ulrich Wickerts Buch "Vom Glück, Franzose zu sein" untertitelt. Zuerst mag man stutzen. Wieso unbekanntes Land? Frankreich glauben viele Deutsche doch gut zu kennen. Der intime Frankreichkenner Ulrich Wickert, der selbst lange Zeit in Frankreich verbracht hat, zeigt in seinem Buch dennoch die Richtigkeit des Untertitels. In seinem leicht ironischen, aber immer charmanten Plauderton, der ihn auch im TV populär gemacht hat, führt er den Leser durchs Land und hinter die Fassaden allzu schönen Scheins, den Frankreichurlauber erleben wollen. Der Leser wird dann erkennen, daß der Titel "Vom Glück, Franzose zu sein" ironisch gemeint ist. Es ist durchaus nicht alles ideal und glücklich im Traumland vieler Deutscher - und Wickert zeigt es dem Leser in seinen Reportagen.

Wickerts kleine, gut lesbare Geschichten über die französische Esskultur, Mentalität, Denunziationsneigung, Technikgläubigkeit und Korruption in Politik und Wirtschaft sind dazu geeignet, das zu unkritische Frankreichbild vieler Leser zu korrigieren. Intime Frankreichkenner werden wenig Neues erfahren, aber für alle anderen Frankreichinteressierten ist Wickerts interessante, amüsante, kurzweilige und abwechslungsreiche Abhandlung allemal lesenswert. Darum kann man für dieses Buch ohne weiteres alle fünf Punkte vergeben. Für Frankreichinteressierte absolut empfehlenswert.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Floetelei TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Vom Glück, Deutscher zu sein" - Das wäre ein besserer Titel für Wickerts Buch. Denn trotz seiner zweifellos aufrichtigen Beteuerungen, dass er Frankreich liebt, zeichnet er im weitaus größten Teil seines Buches das Bild einer Bananenrepublik: unglaubliche Politskandale, die vertuscht werden und selbst, wenn das nicht ganz gelingt, ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen bleiben, eine Kooperation" zwischen Exekutive und Judikative, die von demokratischer Gewaltenteilung weit entfernt ist, die schamlose Ausnützung von Privilegien, die sich die Mächtigen wie selbstverständlich zugestehen und keiner findet etwas dabei, die Arroganz der Eliten, die Anarchie, die auf Korsika herrscht, die lähmende Bürokratie und so weiter.
Da machen auch charmante Einsprengsel wie die Liebe der Franzosen zu ihrem Rohmilchkäse die westlichen Nachbarn nicht viel sympathischer - wenn man sie denn nicht selbst persönlich auch anders kennen würde. Wickert hat mit seiner Einschätzung der Eliten absolut recht, wie der Autor dieser Zeilen aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Doch zum Glück sind Letzterem bei etlichen Frankreichurlauben fast nur andere Menschen begegnet, die zum großen Teil, Gott sei Dank, nicht der arroganten bourgeoisen Kaste angehörten. Die "normalen" Franzosen sind in der Regel viel höflicher und zugänglicher als die meisten Deutschen - wenn man denn ihre Sprache spricht. So ist es einfach fantastisch, wenn man auf einem Wochenmarkt einen französischen Händler nach der Herkunft eines Käses fragt und dieser, vor Begeisterung glühend, einem genau erzählt, wie die Kuh hieß und welches Gras sie wann gefressen hat. Diese Leute lieben ihre Produkte und ihre Heimat. Und zum Glück hat man als Tourist wenig mit den so genannten Enarchen" zu tun, den Absolventen der Elite-Verwaltungsakademie, die die Nase ganz hoch tragen und Frankreich in weiten Teilen immer noch fest im Griff haben, auch wenn Sarkozy keinen ENA-Abschluss hat.
Nun wollte der langjährige Frankreichkorrespondent Wickert mit seinem Buch aber auch nicht die wohlbekannten Klischees Baguette, Baskenmütze und Camembert bedienen, sondern unglaubliche Geschichten aus einem unbekannten Land" erzählen, so der Untertitel des Buches. Und zumindest dieser hält, was er verspricht. Leider jedoch versuchen Verlage immer wieder, wenn es um Frankreich geht, ihre Bücher eben mittels dieser alten Stereotypen an den Frankophilen zu bringen. Also her mit den Klischees für den Klappentext und den Titel. Dabei ist dieser lediglich das Zitat eines Kolumnisten, das dieser anlässlich der gewonnenen Fußball-WM von 1998 geschrieben hatte und das Wickert wiedergibt. Außerdem bricht Wickert genau dieses Zitat am Ende seines Buches ironisch.
Dennoch ist der Buchtitel, den höchstwahrscheinlich der Verlag und nicht der Autor gewählt hat, irreführend und das sicher mit Absicht. Die Lektüre des Buches lohnt sich aber auf jeden Fall, gerade weil Wickert dem Leser eben nicht die gängigen Abziehbildchen aufdrückt. Und so gesehen ist auch das Presse-Zitat auf dem Buchrücken, das sich der Verlag irgendwo her geklaubt hat und das sich wahrscheinlich auf ein ganzes anderes Buch von Wickert bezieht, diesem gegenüber eigentlich eine Unverschämtheit: "Ulrich Wickert ist ein Meister des Plaudertons."
Mit Plauderton" ist das vorliegende Buch nicht zu apostrophieren. Es handelt sich vielmehr um das Werk eines seriösen Journalisten. Es ist übrigens 1999 erstmals erschienen, also nicht mehr ganz topaktuell. Macht aber nichts. So schnell hat sich la grande nation" nicht verändert. Mit allen seinen Unzulänglichkeiten bleibt Frankreich aber trotzdem das schönste Land der Welt, außer dem eigenen natürlich. Deutschland mag andere Fehler haben, aber auch andere Vorzüge. Bei der Lektüre dieses Buches lehnt man sich manchmal dankbar zurück und träumt "Vom Glück, Deutscher zu sein."
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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Wer ans Ulrich Wickert bei seinem Interview mit Günter Grass nach der Enthüllung von dessen SS-Mitgliedschaft gesehen hat, wird seine Zweifel darüber bekommen haben, ob Deutschlands "beliebtester Nachrichtenmann" (Klappentext!) auch Deutschland härtester Journalist ist. Allzu offensichtlich war Wickert bemüht, den Freund als Freund zu behandeln, weswegen der Informationswert der Sendung auf null schrumpfte. Einen vergleichbaren Vorwurf wird man Wickert in dem vorliegfenden Buch nicht machen können. Wickert, der Frankreich "liebt wie ein zweite Heimat", geht mit dieser zweiten Heimat ganz schön hart ins Gericht. Weil er dies auch auf eine ungemein informative und unterhaltsame Weise macht, ist ein gut lesbares Reisebuch entstanden.

Was aber ist wirklich anders an Frankreich, möchte man fragen, wenn man die siebzehn Kapitel des Buches gelesen hat. Dass die Franzosen über die beste Küche und die besten Weine der Welt verfügen, haben wir schon geahnt - wenn auch, wie Wickert anmerkt, der Schinken in Spanien, das Olivenöl in Italien und das Fleisch in den USA besser sind. Aber auch über die Geschichte des Cammenberts und den Werdegang der Bonnote, über die Usancen der Tischreservierung, des Weintrinkens oder über eine nationale Genusserziehung weiß Wickert amüsant zu plaudern, so dass das Buch auf den ersten siebzig Seiten wie eine Liebeserklärung an die französische Lebensart daherkommt.

Aber das ist nur die eine, die gemütliche Seite des Buches. Erheblich ungemütlicher geht es zu, wenn Wickert über die unglaublichen Ausmaße der Korruption in Staatsverwaltung und Wirtschaft von den Aktivitäten des französischen Geheimndienstes berichtet. Präsidenten, die ihr Gegner abhören lassen, Geliebte, die dreistellige Millionensummen unter den Nagel reißen, Asylanten, die unter Einverständnis des französischen Geheindienstes ermordet werden, öffentliche Luxuswohnungen, die Amtsträger nicht nur für sich sondern auch noch für diverse Familienmitglieder zuerst kostspielig renovieren und dann für einen Spottpreis anmieten lassen - schier unendlich sind die Facetten der Raffgier und Ruhmsucht, die unter Elite des Landes grassieren. Figuren wie Claude Erignac, der die allgemeinen Sozialschmarotzerei Korsika ernsthaft bekämpften, sind selten genug, vielleicht auch deswegen weil sie wie Erginanc ermordet werden. Kein Wunder, dass die in Frankreich so weit verbreiteten Denunzianten, die "Corbeaus" gut daran tun, ihre Informationen inkognito der Presse zuzuspielen.

So ist am Ende alles in allem ein recht kritisches Bild eines Landes entstanden, von dem es doch ein Glück sein soll, sich sein Bürger nennen zu können. Ein vollständiges Bild ist es aber auch nicht. Allzu sehr bewegt sich Wickert in den gehobeneren Kreisen, so dass eine Reihe existentieller Probleme in dem Buch überhaupt nicht auftauchen. Wie auch schon in Klaus Harprechts "Mein Frankreich" wird über die Arabisierung ganzer Vorstädte und die Bildungskatastrophe unter den Zuwanderern kein Wort verloren. Von den Banliers, den erschreckenden Kriminalitätsraten und dem zunehmenden Antisemitismus innerhalb der Einwandererjugend erfährt der Leser nichts. Die Liebschaften der Präsidenten in allen Ehren - aber vom Frankreichkorrespondenten des deutschen Fernsehens auch einmal darüber etwas zu erfahren, hätte sicher auch den einen oder anderen Leser interessiert. Aber über dergleichen nicht zu sprechen und einfach so tun, als gäbe es diese Probleme nicht, gehört nun mal zum Credo der linksliberalen Intelligenz - hier wie bei uns, womit wir wieder bei Frankreich wären, dass in diesem Sinne gar nicht so anders ist als wir.
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