Was für ein Glück, dass es dieses seit langem vergriffene Buch von Werner Herzog nun als Hörbuch (Gesamtlesung!), gelesen vom Autor selbst, gibt. Werner Herzogs hypnotische Stimme, die viele von seinen Dokumentarfilmen her kennen, zieht den Zuhörer vom ersten Moment an, mit hinein in die unwirtliche Welt seiner Wanderung von München nach Paris. Das Wetter wird schlecht, anfangs nur naß und nebelig, dann Regen, Schneeregen, starker Schneefall. Herzog nimmt alles mit einer stoischen Ruhe hin; er jammert nicht, wie manch andere Pilger in neueren Büchern dies tun. Natürlich ist er ein Pilger - vordergründig geht es darum, das Leben von Lotte Eisner zu retten, die krank in Paris liegt. Herzog will -wie so oft - den Kampf mit sich selbst. Die Sätze sind meist nicht lange (es handelt sich um ein echtes, unbearbeitetes Tagebuch!), immer wieder gedankliche Einschübe dazwischen, Skizzen von Vergangenem, Momentaufnahmen (die nicht existieren). Selbst diejenigen, die das Buch gelesen haben, werden durch die Stimme des Autors vieles gänzlich Neue entdecken.