Schon das Cover des Buches ist erfrischend anders. Ein Eisvogel, der auf einem Ast einen Fisch vertilgt - auch ein Fischer, vielleicht sogar ein Künstler - zumindest ist er kunterbunt (wie Eisvögel eben sind).
Im Buch finden sich 30 kleine Geschichten bzw. Gedichte, denn auch wenn sie nicht in Reimform geschrieben sind, sind sie in Gedichtform gedruckt. Gedichtgeschichten zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln. Manche traurig, manche wundervoll fröhlich.
Über den Anfang bis hin zum Ende (die beide ihre eigene Gedichtgeschichte haben) erzählt Manfred Schlüter von Bleistiften, Bleistiftzeichnungen (gefährliche oder einfach nur schöne für Erinnerungen an die Kindheit), Bauchschmerzen, Schnupfen, Liebe, Grashalme, Bäume, eine verliebte Insel, einen Stein, über besondere Menschen, die Zeit und vieles mehr.
Jede der Gedichtgeschichten ist wundervoll illustriert: Mit einfachen Bildern, die den Gedichtgeschichten nichts wegnehmen, sondern sie einfach nur ergänzen.
Im Gegenteil zu den Gedichten und Geschichten, bei denen man lange überlegen muss, was sie eigentlich aussagen sollen (und vielleicht auch nach dem langen Überlegen nicht darauf kommt) sprechen die Gedichtgeschichten hier für sich. Sie regen zwar zum Nachdenken an, allerdings nicht darüber, was sie wohl aussagen könnten, sondern über ihre Aussage an sich. Sie leben von der Fantasie der Leser - und wer diese besitzt, wird die Gedichtgeschichten lieben.
Mich persönlich hat das Buch ein wenig an "Das Schnurpsenbuch" von Michael Ende erinnert. Die Gedichtgeschichten sind anders und stehen völlig für sich - aber der Schreibstil und der Inhalt der Geschichten würden auch gut in das Schnurpsenbuch passen. Wer die Schnurpse mag wird auch den "Fischer, der ein Künstler war" mögen.